Skip to content
64°

DAINESE ZEIGT IM RAHMEN EINER TOUR SEINE MOTOGP-SICHERHEIT UND PRODUKTIONSPROZESSE

4 Jul·

Ein Besuch in den motogp-fokussierten Abläufen von Dainese bot einen Blick hinter die Kulissen, wie die italienische Sicherheits- und Ausrüstungsmarke jahrzehntelange Motorradtradition mit moderner Schutztechnologie verbindet. Die Geschichte beginnt mit dem Gründer Lino Dainese, der 1968 mit Freunden aus der Provinz Vicenza auf einer Vespa nach London fuhr – eine Erfahrung, die als Funke dafür dargestellt wird, die Leidenschaft für Motorräder mit Sicherheitsinstinkt und Designgefühl zu verbinden.

Zu den bekanntesten Dainese-Innovationen zählen der gemeinsam mit Kenny Roberts senior entwickelte Knieschleifer sowie der aerodynamische Heckbuckel, der ebenfalls dem Unternehmen zugeschrieben wird. Die Airbag-Technologie hat jedoch eine ungewöhnlichere Entstehungsgeschichte. Speedweek berichtet, dass Lino Dainese 1994 im Urlaub auf den Malediven bemerkte, wie ein Auftriebskonzept – Luft, die im Tauchwesten-System hebt – für den Körperschutz angepasst werden könnte. Erste Skizzen sollen noch nass nach der Rückkehr vom Wasser entstanden sein. Später wurde das System 2006 einem Stuntman vorgestellt, erstmals in einer Rennsession 2007 eingesetzt und ist seit 2018 in der MotoGP verpflichtend.

Im Forschungs- und Entwicklungsbereich – intern „Area 51“ genannt – zeigte man dem VR46-Academy-Mitglied Andrea Migno, wie das Airbag-System Crashkräfte in Echtzeit erkennen kann. Im Mittelpunkt standen Sensoren wie GPS, ein Gyroskop und Beschleunigungsmessung, die gemeinsam erfassen, was ein Fahrer während eines Sturzes erlebt. Mit mehr als zwanzig Jahren gesammelter Crashdaten könne Dainese Berichten zufolge viele Szenarien simulieren. Der Besuch machte außerdem einen wichtigen Unterschied zwischen Renn- und Straßenversionen deutlich: Die Airbag-Größen variieren. Laut Unternehmen liegt das an unterschiedlichen Schutzprioritäten – Airbags in der MotoGP fokussieren auf Schlüsselbein und Schulter, während die Straßenversion einen größeren Bereich abdeckt, einschließlich Brust und Rücken.

Auch die Produktionsdetails unterstreichen den Ansatz der Marke. Speedweek beschreibt Handarbeit als zentralen Bestandteil der Fertigung: Rinds- und Känguruleder werden manuell zugeschnitten, gestanzt, bedruckt und genäht. Die Ausrüstung kann zudem Metallschulterteile aus Titan enthalten, die dazu dienen sollen, das Verrutschen beim Crash zu reduzieren und ein Verrollen zu verhindern. In der Reparaturabteilung wurde Migno erklärt, dass ein Anzug, sobald er eine bestimmte Abnutzungsstufe erreicht, möglicherweise nicht mehr reparierbar ist, weil die Nähte nicht mehr halten würden.

Nach der Tour fasste Migno seine Eindrücke mit klarer Anerkennung zusammen: „Was wir gesehen haben, war großartig – Geschichte, Technologie und die Menschen bei Dainese.“ Er ergänzte, dass man „auch dank ihnen“ ohne Angst auf der Strecke pushen kann.

View sources