DALL’IGNA SIEHT DEN MOTOGP-TITELKAMPF 2026 ALS VÖLLIG OFFEN NACH EINEM „ANONYMEN“ ASSEN
1 Jul·

Ducatis Werks-Programm in Assen brachte laut Gigi Dall’Igna für die Top-Piloten des Teams ein Wochenende, das „weitgehend anonym“ verlaufen sei. Trotzdem hat es das Bild in der WM-Rangliste vor der Sommerpause spürbar verändert. Nach Siegen in den vorherigen vier Rennen – drei mit Marc Marquez und eines mit Pecco Bagnaia – schafften es weder die beiden Werksfahrer aufs Podium beim niederländischen Grand Prix. Dall’Igna sagte, Ducati sei „nie wirklich zu Protagonisten aufgestiegen, wie es unsere Rolle von uns gewohnt ist“, betonte aber zugleich, dass das Ergebnis die Titelentscheidung „weit offen“ lasse, weil neue Anwärter näher heranrücken.
Das einzige Ducati-Podium holte Fabio di Giannantonio: Er wurde im Sprint Dritter und kam im Sonntagsrennen auf Rang vier. In der WM bleibt di Giannantonio damit der bestplatzierte Ducati-Fahrer auf Rang drei – nur noch 16 Punkte hinter der Spitze. Dall’Igna hob hervor, dass di Giannantonio als einziger Ducati-Pilot Sachsenring rechnerisch als WM-Spitzenreiter verlassen kann, was zeigt, wie eng die Tabelle inzwischen geworden ist.
Marc Marquez wurde derweil Siebter – ein Rennen, das „mit Stolz“ ausgetragen worden sei. Dall’Igna merkte an, dass Marquez in einer Phase sogar auf Rang drei gelegen habe. Der Ducati-Manager verwies außerdem auf die körperliche Belastung des Wochenendes, darunter ein Zwischenfall im Duell mit di Giannantonio, bei dem Marquez ein Bein „abbekommen“ habe. Trotz des niedrigeren Ergebnisses betonte Dall’Igna, dass der Punkteabstand von Marquez zur Spitze „unverändert“ bleibt – das sei seiner Ansicht nach fair, angesichts der Umstände und der „sportlichen Großzügigkeit“ von Marquez.
Pecco Bagnaia war in Assen früher als geplant raus: Dall’Igna sagte, er habe sich zurückziehen müssen, während er auf Rang vier fuhr. Bagnaia habe „brillant gekämpft, so lange es ging“ und „verdient, seine Serie positiver Ergebnisse fortzusetzen“.
Dall’Igna lobte zudem Alex Marquez, der Fünfter wurde – nur hinter di Giannantonio. Das war sein erster Grand Prix seit den Verletzungen, die er sich in Catalunya zugezogen hatte. Er nannte Alex „einen echten Kämpfer“ und sprach von einer „herausragenden Leistung“, bei der er „direkt an Diggias Heck“ ins Ziel kam. Das Ergebnis sei „tatsächlich bis zur letzten Runde Platz vier“ gewesen.
Über Ducati hinaus wurde Assen vor allem von Aprilia und Trackhouse geprägt. Die Aprilia-Piloten belegten die ersten vier Plätze im Grid, lieferten dann im Sprint ein Trackhouse-1-2 und im Grand Prix ein komplettes Podium für RS-GP. Dall’Igna hob außerdem die „außergewöhnlichen Ergebnisse“ hervor, die daraus entstanden seien, dass man die Dramatik von Sprint und Rennen verdoppelte.
Allerdings gab es einen großen Dämpfer für den Aprilia-Schwung: Marco Bezzecchi stürzte bereits in Runde zwei aus. Dall’Ignas Bericht verknüpfte dieses frühe Aus mit einem Wechsel in der Meisterschaft: Es habe Bezzecchi die WM-Führung gekostet – zugunsten von Teamkollege Jorge Martin – und die Tabelle zusammengedrückt. Bei noch etwas mehr als der Hälfte der Saison verbleibend, sind die Top acht Fahrer – von Martin bis Bagnaia – durch 63 Punkte getrennt, was als weniger als der Wert von zwei kompletten Grand-Prix-Wochenenden beschrieben wurde.
Mit Blick nach vorn stellte Dall’Igna Assen als ein Wochenende dar, das Ducati schnell verarbeiten müsse. Er sagte: „Ein ganz normales Wochenende geht für uns vorbei“, und forderte das Team auf, es „mit Gelassenheit“ zu nehmen – mit der richtigen Aufmerksamkeit, die richtigen Schlüsse zu ziehen und „einfach mit einer positiven Einstellung auf die nächste Herausforderung vorauszuschauen“. Der nächste Lauf ist der deutsche MotoGP in Sachsenring, der vom 10. bis 12. Juli angesetzt ist.