DUCATI-MARKETINGDIREKTOR SIEHT TROY BAYLISS ALS EINFLUSSREICHSTEN MOTOGP-FAHRER DER MARKE
2h ago·

Ducatis Marketing- und Kommunikationsdirektorin Patrizia Cianetti hat den einflussreichsten Fahrer in der MotoGP-Geschichte des Herstellers benannt: Troy Bayliss führt ihrer Ansicht nach die Liste an. Gleichzeitig ordnet sie Marc Marquez und Francesco Bagnaia in die größere Ducati-Meisterschaftserzählung ein.
Cianetti argumentierte, dass nicht automatisch eine einzelne moderne Persönlichkeit als „der“ wichtigste Ducati-MotoGP-Fahrer gekrönt werden sollte. Stattdessen zählt sie Casey Stoner, Marc Marquez und Francesco Bagnaia zu den vier bedeutendsten Namen, die Ducati seit der Rückkehr in die MotoGP als Werks-Team im Jahr 2003 hatte. Diese Fahrer bilden für sie eine exklusive Gruppe: Alle haben Titel in der Königsklasse für Ducati gewonnen – und sie sind die einzigen Fahrer, denen das für die Marke aus Borgo Panigale gelungen ist.
Stoner ist dabei zentral in dieser Erfolgschronologie. Cianetti nannte die Saison 2007 als Ducatis ersten MotoGP-Titel: Der Australier schlug Honda-Rivale Dani Pedrosa um 125 Punkte. Danach betonte sie, wie lange es dauerte, bis Ducati wieder ganz oben stand – 15 Jahre. Erst Bagnaia gewann 2022 die Meisterschaft und legte 2023 mit zwei weiteren Titeln in Folge nach. Außerdem verwies sie auf Marquez’ Titel 2025 und beschrieb ihn als eine historische erste Ducati-Saison, in der er die WM mit fünf Rennen Vorsprung entschied.
Wenn es jedoch um „den einflussreichsten“ geht, ist Cianettis Antwort eindeutig: Bayliss. Sie sagte gegenüber Fanpage: „Ich würde Casey Stoner, Troy Bayliss, Pecco Bagnaia und Marc Marquez nennen.“ Und sie ergänzte: Falls man Unterschiede machen müsse, sei Bayliss „Nummer eins“.
Cianetti erklärte, warum Bayliss für sie und die Ducati-Fans heraussticht: „Troy wird geliebt“, sagte sie und beschrieb ihn als jemanden, der die Herzen der Ducatisti „zum Leuchten bringt“ – auf eine Art, die sie als „unglaublich, authentisch und echt“ charakterisierte.
Sie weitete den Blick zudem über die Schlagzeilen-Sieger hinaus und nannte weitere Ducati-Ikonen, die die Markenidentität in der MotoGP prägten. Carl Fogarty sei dabei eine Schlüsselfigur gewesen: Sie hob seinen „wahren britischen Stil“ hervor und beschrieb ihn als „vielleicht weniger herzenswarm“, aber dennoch als wichtig. Danach stellte sie Loris Capirossi als Verkörperung der frühen MotoGP-Anfänge von Ducati heraus: Von 2003 bis 2007 habe er den Projektstart repräsentiert.
Cianetti verband diese Ära mit einem Meilenstein, den Ducati feiert: „Dieses Jahr feiern wir 100 Siege in der Premier Class“, und sie sagte, dass Capirossis erste historische Unterschrift mit genau diesem Beginn verbunden gewesen sei.
Ihre Aussagen führten auch zurück zu Stoner: Sie rahmte ihn als den Fahrer, der Ducatis ersten Weltmeistertitel geliefert habe. Sie nannte ihn „eine komplexe Person, aber ein reines Talent“ und verwies auf die Stimmung bei der World Ducati Week, wo sie sagte, er sei auf der Bühne bewegt gewesen und habe eine „tolle Ovation von Tausenden Menschen“ erhalten.
In der modernen Zeit beschrieb Cianetti den Einfluss von Bagnaia nicht nur anhand der Ergebnisse, sondern auch daran, wie er mit den Fans in Kontakt tritt. Sie sagte, er habe „den Weltmeistertitel zurück nach Borgo Panigale gebracht“, und zugleich vermittle er „unglaubliche Wärme und Empathie“. Sie verwies auf einen konkreten Moment bei der World Ducati Week: Angeblich habe die Regie die Verbindung über Kopfhörer unterbrechen müssen, weil das Publikum immer wieder applaudierte, die Welle machte und nonstop sang.
Zum Einfluss von Marquez nannte Cianetti schließlich eine andere Dimension – globale Reichweite und Medienpräsenz. Sie sagte: „Marc ist eine Macht, mit der man rechnen muss“, und ergänzte, dass sie nach Valentino Rossi glaube, Marquez habe weltweit die größte Social-Media-Fangemeinde, mit einem „wirklich internationalen Profil“ und einem riesigen Publikum.
In Summe lautet Cianettis Botschaft: Die einflussreichsten Ducati-Fahrer lassen sich nicht alle nach demselben Maßstab definieren. Doch ihre Rangliste für „Nummer eins“ bleibt Bayliss. Ducati verknüpft sie seine Geschichte bis zu seinem MotoGP-Einstieg im Jahr 2003 zurück – nachdem er 2001 den World-Superbike-Titel gewonnen und 2002 den zweiten Platz belegt hatte. Zwar räumt sie ein, dass seine MotoGP-Ergebnisse begrenzt waren – vier Podestplätze in 43 Rennen über drei Einsätze –, doch sie hebt seinen Erfolg im World Superbike mit Ducati hervor, darunter der Titel 2006 sowie ein weiterer Triumph 2008.
Außerdem erinnert sie an Bayliss’ kurzen Comeback in der MotoGP beim Valencia Grand Prix 2006 als Ersatz für den verletzten Sete Gibernau. Dabei gewann er für Ducati – beschrieben als der einzige MotoGP-Sieg seiner Karriere und zugleich sein letzter Auftritt als MotoGP-Fahrer.