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GIRIBUOLA SIEHT RAZGATLIOLUS SPÄTES BREMSEN UND SCHNELLE KURVEN-„MAGIE“ IN DER MOTOGP

2h ago·

Laut seinem Crew Chief Alberto Giribuola wird der Einstieg von Pramac-Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu in die MotoGP vor allem durch seine Fahrweise geprägt – insbesondere in schnellen Kurven. Im Gespräch mit GPOne sagte Giribuola, Razgatlioglu arbeite in manchen Streckenabschnitten „manchmal reines Zauberwerk“ heraus. Diese Art zu fahren wirke besonders dann aggressiv, wenn das Tempo ansteigt.

Razgatlioglu befindet sich derzeit mitten in einer schwierigen Anpassungsphase, in der er seinen Stil an die Michelin-Reifen angleicht. Zwar hat er 2026 noch nicht in den Top 10 eines Rennens durchbrochen, doch es gab bereits Momente, die das Potenzial erkennen lassen – unter anderem mit dem 11. Platz in Ungarn. Giribuolas Einschätzung erklärt, warum solche Blitzlichter auch dann auftreten können, wenn die Ergebnisse noch hinterherhinken: Razgatlioglus Bremsverhalten und seine Aggressivität beim Kurveneinlenken können Tempo dort erzeugen, wo andere Probleme haben.

Giribuola zog zudem einen Vergleich zu Andrea Dovizioso und betonte, dass Razgatlioglu ebenfalls ein „Spätbremser“ ist. „Er gehört zu der Gruppe von Fahrern, die spät bremsen. Also wie Dovi: Er ist ein Spätbremser“, sagte Giribuola. Allerdings erklärte er, dass die Gemeinsamkeiten dort enden. Seiner Ansicht nach war Dovizioso stärker „sektor-spezifisch“, also mit besonderen Schwierigkeiten in bestimmten Hochgeschwindigkeitsbereichen wie auf Phillip Island. Razgatlioglu könne dagegen auch in schnellen Abschnitten noch etwas Extra herausarbeiten.

„Der andere Unterschied“, fuhr Giribuola fort, „ist, dass Toprak hingegen – selbst in schnellen Abschnitten – manchmal reines Zauberwerk macht.“ Er ergänzte, dass Razgatlioglu einige Kurven so aggressiv anfährt, dass sogar das Team überrascht wird: „Er fährt manche Kurven so aggressiv an, dass sogar wir uns erschrecken.“ In Giribuolas Bewertung macht das Razgatlioglu zu einem „harten Bremsen“-Fahrer, der dennoch an anderer Stelle „Glanzmomente“ zeigt und damit ein ausgewogeneres Profil hat als ein reiner Spätbrems-Spezialist.

Eine weitere Stärke, die Giribuola hervorhob, ist Razgatlioglus Fähigkeit, sich schnell an einem Referenzpunkt zu orientieren. „Eine weitere unglaubliche Eigenschaft ist, dass er, wenn er jemandem folgt, sofort dranbleiben und die gleichen Dinge machen kann – selbst wenn er sie noch nie zuvor gemacht hat“, sagte er. Giribuola verknüpfte das mit Beobachtung und Anpassung: „Also, er hat diese Fähigkeit, sich anzupassen und zu beobachten. Schon allein mit einem Referenzpunkt kann er einen riesigen Unterschied machen, während andere Fahrer oft nicht mit jemandem mithalten können, der schneller ist als sie selbst.“

Mit Blick nach vorn wird Razgatlioglu 2027 voraussichtlich einen großen Schritt machen, wenn MotoGP auf Pirelli-Reifen umstellt – ein Umfeld, in dem er bereits in der World Superbike-Premiere gefahren ist. Nächste Saison bleibt er bei Pramac Yamaha, nachdem er einen mehrjährigen Vertrag mit dem Hersteller unterschrieben hat. Das Team soll außerdem von Moto2-Spitzenreiter Izan Guevara verstärkt werden.

Währenddessen steht auch bei Yamahas Werksaufgebot ein Umbau an: Jorge Martin und Ai Ogura sollen Fabio Quartararo und Alex Rins ersetzen. Quartararo wechselt zu Honda, während Rins für 2027 Optionen im World-Superbike-Umfeld prüft.

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