CRUTCHLOW FORDERT EINE STÄRKERE FAHRER-ALLIANZ IM MOTO GP
3h ago·
Cal Crutchlow hat seine langjährige Forderung nach einer stärkeren gemeinsamen Interessenvertretung unter den MotoGP-Fahrern erneuert. Seiner Ansicht nach fehlt der Königsklasse gerade in Fragen von Sicherheit und Arbeitsbedingungen die nötige Einheit. Als Kontrast nannte er die Formel 1: Dort würden sich die Fahrer häufiger gemeinsam zeigen und ihre Anliegen deutlich geschlossener vorantreiben.
Die Diskussion wurde beim Tschechischen Grand Prix in Brünn erneut laut, wo Crutchlow die Bedingungen als extrem belastend beschrieb. Er sagte, die Hitze sei so stark gewesen, dass selbst das Sprint-Rennen an der Grenze gewesen sei. Nach dem Sprint sagte der Brite: „Es war verdammt heiß. Eines der heißesten Rennen, die ich je gefahren bin.“ Außerdem erklärte er, die Fahrer hätten lange auf dem Startgitter gestanden und versucht, sich abzukühlen, weil die Situation aus seiner Sicht ernsthafte Überlegungen erfordere: „Wir standen ewig auf dem Startgitter und haben versucht, uns abzukühlen, weil es einfach zu heiß war. Meiner Meinung nach müssen sie anfangen, über die gesamte Situation nachzudenken.“
Crutchlow nannte zwar keinen konkreten Mechanismus, wie MotoGP wetterbedingte Schutzmaßnahmen umsetzen könnte, verwies aber darauf, dass andere Sportarten dafür bereits klare Abläufe hätten. „Ich weiß nicht genau wie“, sagte er, „aber in anderen Sportarten gibt es klare Regeln für extremes Wetter.“
Im Kern seiner Argumentation geht es jedoch nicht nur um das Fehlen von Regeln, sondern vor allem um die Fahrer selbst und die wettbewerbsorientierte Denkweise in der Szene. Crutchlow glaubt, dass eine Fahrervereinigung schwer funktionieren würde, weil immer jemand trotzdem fahren würde. Er formulierte das Problem sehr direkt: „Es ist das gleiche Problem wie bei einer Fahrervereinigung, über das ich so oft gesprochen habe. Es wird immer einen Fahrer geben, der trotzdem fährt – und am Ende fahren dann alle.“ Er sagte, dass die Verantwortlichen diese Dynamik kennen. Selbst wenn sich alle darauf einigten, unter bestimmten Bedingungen nicht zu fahren, würde ein Fahrer trotzdem aus der Box fahren – und dann müssten die anderen nachziehen.
Crutchlow verwies zudem auf die Angst vor finanziellen oder teambezogenen Konsequenzen: „Die Fahrer haben Angst, dass ihr Hersteller sagt: ‚Du bist das Rennen nicht gefahren, also bekommst du kein Geld.‘ Das ist die Realität“, so seine Aussage.
Auf die Frage, warum MotoGP die Einheit nicht wie in der Formel 1 nachbilden könne, lieferte Crutchlow einen kurzen Vergleich: „In der Formel 1 halten sie zusammen.“ Anschließend fügte er mit einem Lächeln hinzu, er sei „kein MotoGP-Fahrer mehr“, womit er unterstrich, dass seine Sichtweise von außerhalb des aktuellen Fahrerfelds kommt.