EX-HONDA WSBK-CHEF SAGT, DER WUNSCH WIRD ENTSCHEIDEN, OB BRAD BINDER WECHSELN KANN
1d ago·

Ein ehemaliger Teamchef der World Superbike hat einen entscheidenden Faktor benannt, der darüber entscheiden könnte, ob Brad Binder den Wechsel in die WSBK erfolgreich schafft: der Wunsch bzw. die Motivation.
Die Debatte kommt auf, nachdem sich Binders MotoGP-Zukunft nach der Entscheidung von KTM, Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio für eine neue Werksaufstellung zu verpflichten, in Zweifel gezogen hat. Da kaum klare Alternativen gemeldet werden, wirkt Binders realistischster Weg derzeit wie ein Satellitenplatz – möglicherweise bei Tech3, eventuell an der Seite von Maverick Vinales.
Jose Manuel Escamez, früherer Honda-WSBK-Chef, der bei Manuel Pecinos YouTube-Kanal sprach, sagte, dass für Fahrer, die einen Wechsel erwägen, vor allem wichtig sei, ob sie wirklich den Hunger verspüren, weiter Rennen zu fahren. Escamez erklärte, dass bei einem Verlust des MotoGP-Sitzes die typischen Optionen seien: der Wechsel in eine andere Serie wie die WSBK, eine Testrolle oder das Karriereende.
Auf die Frage, welchen MotoGP-Fahrer er unterschreiben würde – Marc Marquez ausgenommen – nannte Escamez Jack Miller. Er sagte, Miller wäre „eine perfekte Wahl“ für die Superbike-Klasse und glaubt, dass sein Fahrstil zur Kategorie passt. Escamez beschrieb Miller zudem als „sehr talentiert“ und betonte vor allem: „Der Einzige, den ich sehe, der wirklich darauf aus ist, weiter Rennen zu fahren.“
Als das Gespräch dann Binder als weiteren Kandidaten aufgriff, stimmte Escamez zu: „Ja, ja, Binder auch.“ Er sagte, er kenne Binder seit dessen Jugend und erinnerte sich an ihre gemeinsame Zeit in der Red Bull Rookies Cup. Binder nannte er „einen sehr mutigen Fahrer“. Gleichzeitig äußerte Escamez eine Sorge: Ob Binder noch den gleichen Antrieb habe, nachdem das Alter die Motivation verändern könnte. Er sagte: „Es stimmt auch, dass sich mit dem Alter alles anders anfühlt und vielleicht hat er nicht mehr so viel Lust“, fügte aber hinzu, er habe „das Gefühl, dass Miller zu denjenigen gehört, die unbedingt weiter Rennen fahren wollen.“
Danach unterstrich Escamez seine zentrale Botschaft zur WSBK-Rekrutierung: „Hier geht es oft mehr um den Wunsch als um alles andere. Fühlst du es oder nicht? Ja. Okay, das ist das Wichtigste.“
Die größere Konsequenz: Fahrer, die die WSBK als „Karriere-Sicherheitsnetz“ betrachten, könnten von Konkurrenten überholt werden, die stärker motiviert sind. Dennoch bedeutet die Sitzknappheit in der MotoGP, dass allein die sportliche Herkunft nicht automatisch eine Rückkehr ins Grid garantiert. Da Nicolo Bulega seinen geplanten Wechsel zu VR46 antritt und damit eine Ducati-Lücke öffnet, merkte Escamez an, dass diese vermutlich von einem italienischen Fahrer besetzt würde – wobei Franco Morbidelli als möglicher direkter Ersatz genannt wurde.