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FABIO QUARTARARO SAGT, YAMAHA KONZENTRIERE SICH AUF SEINEN 2027ER-BIKE, NICHT AUF DIE ERGEBNISSE 2026

13 Jul·

Das Ergebnis beim Deutschen Grand Prix von Fabio Quartararo bot einen seltenen Lichtblick in einer Saison, die ansonsten von seiner Frustration über die Ausrichtung von Yamaha geprägt ist. Nach einem schwierigen Start in die zweite Saisonhälfte fuhr Quartararo auf dem Sachsenring auf den siebten Platz – sein bestes Resultat seit Le Mans, wo er vor heimischem Publikum Sechster geworden war. Zum Erfolg trug auch das Pech anderer bei: Stürze von Fahrern wie Alex Marquez, Fabio Di Giannantonio und Joan Mir sorgten dafür, dass das Rennen so verlief, dass Quartararo Punkte sammeln konnte.

Trotz dieses soliden Resultats machte Quartararo deutlich, dass er eine Obergrenze für Yamaha sieht – und dass die Prioritäten des Teams nicht mehr mit der unmittelbaren Leistung übereinstimmen. Nach dem Rennen sagte er gegenüber GP One und weiteren Medien, er wisse, dass Yamaha sich voll auf das 850-ccm-Projekt für 2027 konzentriere, und dass dies seine Erwartungen für den Rest seiner Zeit bei der Marke geprägt habe.

„Auch wenn ich zu Beginn des Jahres wusste, dass ich nicht bei Yamaha bleiben werde, habe ich trotzdem Verbesserungen erwartet“, sagte Quartararo. „Ich wollte, dass es für mich besser läuft, um bessere Ergebnisse zu erzielen, aber auch für die Marke.“ Anschließend betonte er die veränderte Denkweise bei Yamaha: „Jetzt weiß ich jedoch, dass sie komplett auf das 850cc-Projekt fokussiert sind. Daher erwarte ich von ihnen nichts mehr. Ich fordere auch nichts ein, ich versuche einfach, das Beste aus dem herauszuholen, was wir haben.“

Diese Aussage wiegt besonders schwer, weil Quartararo seine Einschätzung abgibt, während Yamaha sich auf ein neues Kapitel mit Jorge Martin und Ai Ogura vorbereitet. Auch wenn Quartararo’s letzte Saison bei Yamaha sich ohne die Durchbrüche, die er sich gewünscht hatte, dem Ende zuneigt, deutet seine Bewertung darauf hin, dass Martin und Ogura zumindest Klarheit darüber bekommen könnten, was Yamaha gerade tut – und was nicht.

Gleichzeitig zeigt Quartararo’s Kritik auch eine mögliche Schwäche in Yamahas Vorgehensweise in der aktuellen Saison auf. Er legte nahe, dass seine besten Leistungen nicht aus dem ständigen Jagen nach Veränderungen entstanden seien, sondern daraus, bei einem Setup zu bleiben, das bereits funktioniert. Quartararo argumentierte, dass das Motorrad und die Konfiguration, die er bei seinen stärksten Auftritten genutzt habe, nicht grundsätzlich neu gewesen seien, und stellte die Notwendigkeit häufiger Eingriffe infrage.

„Es ist interessant zu sehen, dass all meine besten Ergebnisse in diesem Jahr mit diesem Motorrad und diesem Setup gekommen sind“, sagte er. „Ich glaube, wir müssen nicht zu viele Dinge erfinden: Es ist besser, an den Details zu arbeiten, als ständig alles auf den Kopf zu stellen.“

Außerdem stellte er die Idee in Frage, dass seine Verbesserungen an frischer Hardware gelegen hätten. Er betonte, dass Maschine und Setup dieselben gewesen seien wie zuvor: „Eigentlich, nein, denn das ist das gleiche Motorrad, das ich in Barcelona und auch in Le Mans verwendet habe. Es gibt nichts Neues, das man für Silverstone mitbringen müsste.“

In der Gesamtschau deuten Quartararo’s Aussagen darauf hin, dass Yamahas Entwicklungsrichtung in der aktuellen Phase möglicherweise zu reaktiv gewesen ist: Leistungsgewinne seien dann gekommen, wenn die Änderungen des Teams minimal waren – nicht, wenn es versucht habe, das Gesamtpaket grundlegend zu überarbeiten. Für Martin und Ogura könnte das eine zweischneidige Botschaft sein: Die ankommenden Fahrer könnten zwar beruhigt sein, dass Yamaha sich auf 2027 konzentriert, zugleich könnten sie aber auch befürchten, dass die Strategie und die Rennvorbereitung in diesem Jahr nicht so effektiv waren, wie sie hätten sein können.

Der siebte Platz von Quartararo beim Deutschen Grand Prix ist daher mehr als nur ein Punkteergebnis. Er ist ein Momentbild davon, wohin Yamaha offenbar steuert – Richtung 2027 – und zeigt zugleich, warum Quartararo glaubt, dass der Weg zu stärkeren Resultaten in dieser Saison härter war, als er hätte sein müssen.

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