FÜNF AKTUELLE MOTOGP-FAHRER DROHT 2027 DER VERLUST DES STAMMPLATZES, WÄHREND SICH DAS FELD MISCHT
3h ago·
Ein großer Umbruch steht in der MotoGP bevor, wenn der Kalender von 2026 auf 2027 wechselt. Laut Speedweek wird damit gerechnet, dass fünf der derzeit 22 Vollzeitfahrer keinen Platz mehr in der Königsklasse bekommen. Der als größter Umbruch seit Jahren beschriebene Wechsel habe dabei einen gemeinsamen Nenner: Alle Betroffenen sind über 30, haben mehrere MotoGP-Siege auf dem Konto und sitzen – zumindest bis zur Sommerpause in der WM-Tabelle – im Tabellenabschnitt der zweiten Hälfte.
Maverick Viñales wird als der am stärksten dekorierte Fahrer dieser Gruppe eingeordnet. Er hat 10 MotoGP-Siege und 35 Podestplätze in seiner Zeit bei Suzuki, Yamaha und Aprilia. Der 31-Jährige wurde 2017 und 2019 jeweils Dritter der Weltmeisterschaft – beide Male auf Yamaha. Doch der Artikel verweist auf zwei schwierige Saisons seit 2025 und macht dafür Verletzungen in diesem Zeitraum verantwortlich. Viñales ist aktuell auf Rang 22 in der WM gelistet, und Speedweek berichtet, dass er nach dieser Saison voraussichtlich seinen Rücktritt aus dem Profirennsport erklären müsse.
Alex Rins (30) ist ein weiterer Fahrer, dessen Zukunft unklar ist. Speedweek hebt seine beste MotoGP-Saison im Corona-Jahr 2020 hervor: Damals gewann sein Suzuki-Teamkollege Joan Mir den Titel, Rins wurde Dritter. Mit dem Ausstieg von Suzuki aus der MotoGP seien seine Ergebnisse laut Artikel jedoch abgefallen. Seitdem fuhr er zwei Jahre für Honda und etwa zweieinhalb Jahre für Yamaha, ohne sich über Rang 18 in der WM hinaus zu verbessern; aktuell liegt er auf Platz 19. Der Bericht ergänzt, dass Rins Interesse an der Superbike-WM signalisiert habe, jedoch betont, dass kein Werks-Team ihn auf seiner Liste hat. Realistische Chancen gebe es demnach nur bei Ducati-Privatteams – allerdings seien dafür „mehrere hunderttausend Euro“ an finanzieller Unterstützung nötig.
Jack Miller wird auch über die MotoGP hinaus besonders in den Fokus gerückt. Der 31-Jährige soll interessierte Superbike-Werks-Teams nach einem Gehalt von einer Million Euro pro Jahr gefragt haben. Speedweek schreibt, dass sich solche Konditionen nur Honda und BMW leisten könnten. Für Honda heißt es im Artikel, dass zunächst ein Satellitenteam geschaffen werden müsste, um einen Platz zu öffnen. Danach könnte Somkiat Chantra – der 2027 noch einen gültigen HRC-Vertrag hat – verdrängt werden, wodurch Miller möglicherweise neben Jake Dixon Platz fände.
Auch das Interesse von BMW an Miller wird erwähnt, doch der Bericht argumentiert, dass seine aktuelle MotoGP-Situation ihm nicht helfe. Für 2025 und 2026 werde Miller laut Speedweek von seinem Yamaha-Teamkollegen Fabio Quartararo überstrahlt. In der WM liege Miller nur einen Platz vor dem Rookie-Teamkollegen Toprak Razgatlıoglu, und der Artikel hält fest, dass er lediglich sieben Punkte mehr als der jüngere Fahrer habe.
Unter den „Abgängen“ in der MotoGP wird Brad Binder als der Fahrer mit den besten Aussichten bei BMW dargestellt. Der 30-Jährige hat zwei MotoGP-Siege und 11 Podestplätze. Speedweek sagt, sein Fahrstil gelte als gut für Superbike geeignet, und ergänzt, dass er in diesem Jahr der bestplatzierte Fahrer unter den MotoGP-Abgängen sei – aktuell Rang 13 in der Tabelle. Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass Binder in dieser Saison „aus unerklärlichen Gründen“ mit der KTM RC16 zu kämpfen habe, betont jedoch seine Konstanz seit dem Wechsel zu KTM im Jahr 2020. Genannt werden WM-Ergebnisse von 11., 6., 6., 4., 5. und 11. Platz.
Franco Morbidelli (31) wird ebenfalls eine vielversprechende Zukunft attestiert. Der Yamaha-Vize-Champion von 2020 hat drei Siege und acht Podestplätze. Speedweek bezeichnet ihn als den „heißesten“ Kandidaten für den Sitz neben Iker Lecuona im Superbike-Werksteam von Aruba-Ducati. Der Artikel erklärt zudem, dass Morbidelli bei VR46 Platz schaffen müsste für den kommenden Superbike-Champion Nicolo Bulega, und ergänzt, dass die italienische Verbindung zum Aruba-Konzept passe.
Der Bericht bestätigt außerdem Fahrer, die bereits fest für die MotoGP eingeplant sind. Bei VR46 Ducati werden Fermin Aldeguer und Nicolo Bulega genannt. Gresini Ducati soll Daniel Holgado und Joan Mir übernehmen. Das Honda-Einsteiger-Duo besteht aus Daniel Alonso („wahrscheinlich“ im LCR-Team, so der Artikel) und David Alonso. Pramac Yamaha soll Izan Guevara ins Team holen, während Tech3 KTM mit Senna Agius fahren wird.
Zum Abschluss liefert Speedweek eine Prognose für die MotoGP-Aufstellung 2027 nach Hersteller. Ducati führt Marc Marquez und Pedro Acosta bei Lenovo an, außerdem Fermin Aldeguer und Nicolo Bulega bei VR46. Gresini wird mit Daniel Holgado und Joan Mir gelistet. Aprilia soll mit Marco Bezzecchi und Pecco Bagnaia antreten, Trackhouse mit Enea Bastianini und Raul Fernandez. Das KTM-Werksteam ist mit Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio vorgesehen, Tech3 mit Luca Marini und Senna Agius. HRC (Honda) wird Fabio Quartararo mit entweder Moreira oder Alonso an der Seite haben, LCR mit Johann Zarco ebenfalls mit entweder Moreira oder Alonso. Das Yamaha-Werksteam besteht aus Jorge Martin und Ai Ogura, Pramac aus Toprak Razgatlıoglu und Izan Guevara.
Kurz gesagt: Speedweeks Überblick rahmt 2027 als Wendepunkt. Mehrere erfahrene Fahrer mit mehreren Siegen stehen in der MotoGP vor ungewissen Zukunftsplänen, während eine neue Welle – bereits weitgehend bestätigt – sich darauf vorbereitet, die Plätze im gesamten Fahrerfeld einzunehmen.