ROSSIS MISANO-SUPERBIKE-RUNS ZEIGEN ABSTAND ZUM YAMAHA-WERKSPACE FÜNF JAHRE NACH DEM RÜCKTRITT
3h ago·

Valentino Rossi ist bei einem Trainingstag der VR46 Riders Academy in Misano zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder auf zwei Rädern zurückgekehrt. Dabei nutzte der 47-Jährige die Gelegenheit, sich daran zu erinnern, wie es sich anfühlt, auf der Strecke zu fahren – statt nur dem absoluten Tempo hinterherzujagen. Rossi, der nach 22 Jahren Karriere am Ende der MotoGP-Saison 2021 in den Ruhestand ging, hat sich in den vergangenen Jahren vor allem auf vier Räder konzentriert: durch sein BMW-Engagement und den GT3-Sport. Er hat in mehreren GT3-Kategorien an den Start gegangen und an großen Langstreckenrennen teilgenommen, darunter die 24 Stunden von Le Mans und die 24 Stunden von Spa.
Laut einem von MotoGP News zitierten Bericht war der Misano-Abschnitt für Rossi der „erste“ Einsatz im Rahmen dieses speziellen Academy-Programms. Beim VR46-Tag fuhr er eine Yamaha R1 GYTR Pro Superbike mit individueller Lackierung. Dabei absolvierte er drei getrennte Runs mit jeweils rund einem Dutzend Runden. Ziel war dem Bericht zufolge schlicht, noch einmal den Reiz des Fahrens in Misano zu spüren und den Kontakt zu seiner Vergangenheit zu halten – nicht, mit maximalem Einsatz ans Limit zu gehen.
Was die Rundenzeiten betrifft, wurde Rossi dabei in den Bereichen der hohen 1:37er und niedrigen 1:38er geführt. Damit lag er etwa vier Sekunden hinter dem aktuellen Misano-Benchmark in der World Superbike: Andrea Locatelli, der führende Yamaha-Fahrer auf der Strecke. Der gleiche Vergleich machte auch die Größenordnung der Lücke deutlich, wenn man aktuelle Top-Referenzzeiten heranzieht: Locatellis Rennpace-Benchmark aus dem Juni wurde mit 1:34.179 angegeben. Der Bericht nannte zudem Marc Marquez’ Pole-Zeit vom San Marino Grand Prix des vergangenen Jahres als noch größere Messlatte – was auf einen Unterschied von rund sechs bis sieben Sekunden gegenüber Rossis Misano-Runden hindeutet.
Der Artikel betonte, dass es unwahrscheinlich ist, dass Rossi an einem entspannten Trainingstag voll am Limit gefahren ist. Außerdem wurden praktische Gründe genannt, warum er nicht „alles auf eine Karte“ setzt: Rossis aktuelle Verpflichtungen bei BMW M Team WRT in verschiedenen GT World Challenge-Kategorien bedeuten, dass ein Sturz auf zwei Rädern schwerwiegende Folgen haben könnte.
Rossis Verbindung zu Misano ist tief. In seiner MotoGP-Zeit holte er drei Siege auf der Strecke, und wenn der Kalender Richtung San Marino geht, ist er oft vor Ort, weil es sich um seine Heimstrecke handelt. Auch wenn der Trainingstag als eine Art Spaß inszeniert wurde, merkte der Bericht an, dass Rossis sportliche Instinkte ihn vermutlich dazu gebracht hätten, weiter zu fahren – mit dem Gedanken, die Lücke zu den heutigen Fahrern zumindest auf seine eigene Art zu verkleinern.