FRANCO MORBIDELLIS WELT-SUPERBIKE-CHANCE STEIGT, WÄHREND JACK MILLERS AUSBLICK AUF 2027 SCHWINDEN LÄSST
1d ago·

Da die MotoGP-Saison 2026 ihrem Ende entgegengeht, wird allgemein erwartet, dass sowohl Franco Morbidelli als auch Jack Miller die Königsklasse verlassen. Gleichzeitig scheint sich die Lage der beiden Fahrer unterschiedlich zu entwickeln: Mit der enger werdenden 2027er-Planung sollen die letzten Plätze bereits von anderen Kandidaten festgezurrt werden.
Morbidellis MotoGP-Zukunft gilt als zunehmend unwahrscheinlich. Berichten zufolge ist VR46 sehr nah daran, Nicolo Bulega für die Saison 2027 zu verpflichten. Morbidelli ist zwar direkt an VR46 gebunden, dessen Vertrag nach dem MotoGP-Finale 2026 ausläuft, doch die neuesten Gerüchte deuten darauf hin, dass das Team möglicherweise in eine andere Richtung geht. Ähnlich ist die Situation bei Miller: Auch er läuft Ende 2026 aus und ist in dieser Saison an ein Werks-Yamaha-Pramac-Engagement gebunden. Laut den Berichten gelten seine Chancen, in der Prototypenklasse zu bleiben, als gering.
Für Miller war Trackhouse lange ein möglicher Rettungsanker. Der Australier soll 2027 auf der Radar-Liste gestanden haben. Doch diese Option sei inzwischen von anderen Entwicklungen überholt worden: Trackhouse werde nun voraussichtlich Luca Marini und Enea Bastianini für ein komplett neues Line-up 2027 unter Vertrag nehmen – Miller bleiben damit weniger realistische Alternativen.
Diese Verschiebungen bringen auch eine neue Perspektive für Morbidelli ins Spiel: World Superbikes. Dem Bericht zufolge könnte Morbidelli Bulega im WSBK ersetzen, falls dessen Wechsel in die MotoGP tatsächlich zustande kommt. Motorsport.com wird mit der Aussage zitiert, Morbidelli gehöre zu den Namen, die Ducati für seine WSBK-Pläne 2027 in Betracht zieht – vor allem, weil erwartet wird, dass Bulega der Fahrer sein wird, der den Schritt nach oben in die MotoGP macht.
MotoGP News liefert zudem Kontext, warum Ducati-Entscheidungen in diesem Bereich sensibel sein könnten. Es heißt, Ducati prüfe den Markt nach einem neuen Fahrer für sein Werks-World-Superbike-Team, während Bulega als Kandidat gilt, der nächstes Jahr in die MotoGP wechselt. Gleichzeitig wird erwartet, dass VR46 einen Vertrag mit Ducati für Bulega finalisiert und das Team bereit ist, 2027 zwei werksunterstützte Fahrer einzusetzen. Dieselbe Quelle sagt außerdem, es sei ein „offenes Geheimnis“, dass Ducati Fermin Aldeguer 2027 zu VR46 schicken wird, statt ihn bei Gresini zu platzieren.
Morbidellis Interesse an der WSBK-Route wird durch seine jüngste Präsenz in Misano gestützt. Dort besuchte er den World-Superbike-Lauf und wurde im Ducati-Paddock gesichtet. Er wurde unter anderem mit Ducati-Geschäftsführer Luigi Dall’Igna gesehen, außerdem mit Sportdirektor Mauro Grassilli und Technischem Direktor Davide Barana.
Auch wenn die Quellen betonen, dass Morbidelli nicht garantiert ist, Bulegas prognostizierten WSBK-Platz zu bekommen, deutet die Berichterstattung darauf hin, dass er in der breiteren Ducati-Reihenfolge möglicherweise an Miller vorbeigezogen ist. Grassilli hat bestätigt, dass Ducati den „Wunsch“ hat, dass ein italienischer Fahrer Bulega im kommenden Jahr im World Superbike ersetzt. Zudem verwies er auf Iker Lecuona als möglichen Nachfolger innerhalb des Teams – was darauf hindeuten könnte, dass Ducati nach einem Fahrer sucht, der als Nummer zwei funktionieren kann.
MotoGP News greift außerdem die Reaktion der Fans auf. Viele befürchten, Ducati könnte die falsche Entscheidung treffen, falls Miller leer ausgeht. Es wird berichtet, dass Grassillis Aussagen fielen, während Morbidelli in Misano bei den großen Ducati-Verantwortlichen zugegen war. Einige Fans vertreten die Ansicht, Ducati solle für 2027 Miller gegenüber Morbidelli priorisieren. Ein Fan argumentierte, Ducati werde Miller verpflichten, „weil Franky es dieses Jahr nicht schafft, ihn zu schlagen, und er auf einer Ducati fährt“. Ein anderer sagte, Morbidelli statt Miller zu wählen wäre „ein Verbrechen“. Weitere Kommentare in dieselbe Richtung behaupteten, Miller sei der bessere Fahrer und könnte in WorldSBK sogar unschlagbar sein – unter Verweis auf seine Erfahrung und seine Beziehung zu Ducati.
Die gleiche Quelle betont erneut, dass Miller 2027 voraussichtlich zum World-Superbike-Team von Ducati wechseln wird. Der Australier soll bei Pramac aus dem Vertrag fallen, sobald sein Werks-Yamaha-Deal diese November ausläuft. Zudem wird erinnert, dass Miller zuvor bereits eine Beziehung zum Ducati-Werksteam hatte: 2021 und 2022 fuhr er für die „Bologna Bullets“ – und holte dabei drei seiner vier Grand-Prix-Siege in der Karriere: 2021 in Jerez und in Le Mans sowie 2022 in Motegi.
Ob Morbidelli eine Rolle als Nummer zwei akzeptieren würde, könnte bei einem Ducati-WSBK-Schritt entscheidend sein. Die Berichterstattung weist außerdem darauf hin, dass dies beeinflussen könnte, was – falls überhaupt etwas – für Miller übrig bleibt. Das hängt davon ab, wie sich Ducati’s Pläne entwickeln und wo die restlichen 2027er-Chancen letztlich landen. MotoGP News nennt zudem Änderungen in der Reifenversorgung als Teil des größeren Hintergrunds: Nächstes Jahr ersetzt Pirelli Michelin als den alleinigen Reifenlieferanten in der MotoGP. In der World Superbike wird Michelin Pirelli als alleinigen Reifenlieferanten auf Fünfjahresbasis ersetzen.