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GINO BORSOI LOBT TOPRAK RAZGATLIOGLUS OFFENHEIT FÜR FEEDBACK BEI PRAMAC

8 Jul·

Pramac-Teammanager Gino Borsoi sagt, dass Toprak Razgatlıoglus Einstellung einer der auffälligsten Aspekte seiner ersten MotoGP-Saison sei. Der türkische Fahrer kam aus der Superbike-WM mit drei WM-Titeln im Gepäck, doch der Wechsel in die MotoGP habe eine andere Art des Lernens erfordert – etwas, das Borsoi als „bei null anfangen“ beschreibt.

Razgatlıoglu ist in diesem Jahr zu Pramac mit einem Zweijahres-Vertrag als Werks-Yamaha gewechselt und hat die Maschine hinter sich gelassen, mit der er in der WSBK gewonnen hatte. Borsoi betont, dass das MotoGP-Bike „eine völlig andere Kategorie“ sei, und dass die Umstellung so groß sei, dass Razgatlıoglu im Prozess manchmal sogar zugibt, die Motivation zu verlieren. Dennoch ist Borsoi überzeugt, dass Talent und Tempo des Fahrers nicht infrage stehen. „Niemand zweifelt an seinem Talent und seinem Tempo“, sagte Borsoi. Die zentrale Herausforderung sei, wie man Leistung aufbaut, wenn man eine neue Plattform und eine neue Art zu fahren erst lernt.

Was Borsoi jedoch am meisten beeindruckt, ist, wie bereitwillig Razgatlıoglu Feedback annimmt. Borsoi sagt, Pramac habe ein starkes Unterstützungsteam, das ihm helfe zu verstehen, wie man sich der Klasse nähert, und dass Razgatlıoglu dafür ungewöhnlich empfänglich sei. „Er ist wirklich ein offener, wirklich guter Typ. Man kann leicht mit ihm reden, und es ist leicht, ihm zu sagen, was er ändern muss“, erklärte Borsoi. Er hob außerdem hervor, dass diese Haltung nicht automatisch bei einem Fahrer zu finden sei, der sich auf höchstem Niveau bereits bewiesen hat. „Es ist nicht einfach, so einen Charakter und so eine Mentalität zu finden, diese Offenheit“, sagte Borsoi und merkte an, dass manche Fahrer nach mehreren Weltmeistertiteln sich vielleicht einbilden, bereits zu wissen, was funktioniert.

Trotz der Lernkurve gibt es Hinweise darauf, was Razgatlıoglu mit der Yamaha YZR-M1 erreichen kann. Borsoi verwies auf Momente der Wettbewerbsfähigkeit: Razgatlıoglu war beim Grand Prix der USA (P15) und beim Tschechischen Grand Prix (P14) jeweils der beste Yamaha-Fahrer. Außerdem konnte er zeitweise mit dem Werksfahrer Fabio Quartararo kämpfen, was darauf hindeutet, dass das Potenzial vorhanden ist – auch wenn Konstanz bislang schwerer zu erreichen war.

Ein Bereich, auf den Razgatlıoglu ganz gezielt hinarbeitet, ist das Qualifying. Borsoi berichtet, dass Razgatlıoglu der Meinung ist, von weiter hinten zu starten sei „fast unmöglich“, um sich noch nach vorn zu arbeiten. Diese Einschätzung hängt mit der Herausforderung der 2026er V4-Yamaha zusammen, die im Vergleich zu den Rivalen im Geradeaus-Tempo unter Druck steht. Vor dem Deutschen Grand Prix am Sachsenring – einem weiteren neuen Kurs für Razgatlıoglu – kommen Borsois Aussagen, während der Fahrer es bislang nicht konstant in Q2 schafft. Nach zehn Rennen hatte Razgatlıoglu Q2 nur einmal erreicht; sein bestes Qualifying-Ergebnis bisher holte er in Brasilien, nachdem er in nassen Trainings eine schnelle Runde gefahren hatte.

Razgatlıoglus durchschnittliche Startposition im Qualifying nach seinen ersten zehn MotoGP-Rennen liegt bei P18,9. Sein persönliches Bestresultat ist P12 in Brasilien. Tiefpunkte gab es unter anderem mit P22 in Katalonien und in den Niederlanden. Weitere genannte Qualifying-Ergebnisse sind P21 in Thailand und in Tschechien sowie P20 in Italien. Für Borsoi ist die Hoffnung, dass die gleiche Offenheit, die Razgatlıoglu gegenüber Feedback zeigt, sich in schnelleren Verbesserungen niederschlägt – vor allem dabei, das Motorrad in eine bessere Startposition zu bringen.

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