GUENTHER STEINER SAGT, ER HABE ZU WENIG DAVON VERSTANDEN, WIE HART MOTOGP-FAHRER TRAINIEREN
4 Jul·

Günther Steiner sagt, dass seine erste Saisonbeteiligung in der MotoGP ihn dazu gezwungen habe, neu zu überdenken, was es braucht, um auf zwei Rädern konkurrenzfähig zu sein. Der 61-Jährige, der zuvor Haas in der Formel 1 von 2016 bis 2023 leitete und später durch Netflix’ „Drive to Survive“ weithin bekannt wurde, ist nun Teil des Konsortiums, das das Red Bull KTM Tech3 MotoGP-Team gekauft hat. Im Gespräch mit Motorsport-Total gab Steiner zu, er habe die MotoGP-Fahrer womöglich „aus Unwissenheit“ „unterschätzt“ und erklärte, er sei überrascht gewesen, wie viel Vorbereitung direkt auf dem Motorrad selbst stattfindet.
Steiner nannte den größten Schock den Unterschied in der Rolle der Fahrer im Vergleich zum Autorennsport. „Wie unterschiedlich die Fahrer hier sind oder was für ein eigener Beruf das im Vergleich zum Car-Racing ist – das hat mich überrascht“, sagte er. Außerdem habe er sich in einer frühen „dummen“ Frage erkundigt, was Fahrer zwischen den Rennen tun, um sich vorzubereiten – und habe zur Antwort bekommen: „Ich fahre ein Motorrad.“ Steiner erinnerte sich an seine Reaktion: „Was meinst du, du fährst ein Motorrad?“ Er erklärte, die Antwort sei gewesen, dass die Fahrer ständig trainieren, unter anderem mit Motocross-Arbeit „für das Gleichgewicht und so weiter“, etwas, das er nicht mit der Formel 1 vergleichen könne.
Seiner Ansicht nach wird auch der Simulator anders eingesetzt. Er verwies auf „den riesigen Unterschied – das Ausmaß, in dem MotoGP-Fahrer tatsächlich körperlich involviert sind“. Während er F1-Simulatoren als vor allem „mental fordernd, nicht körperlich“ beschrieb, stellte er die Folgen von Training und Stürzen gegenüber: „Wenn du in einem Formel-1-Simulator die Mauer einschlägst, startest du einfach neu und machst weiter. Wenn du im Motocross stürzt, kommt ein Krankenwagen, um dich abzuholen.“
Auf Team-Ebene sind Steiners Tech3 in ihrer ersten vollen MotoGP-Saison unter seiner MotoGP-Investition und aktuell Achter in der WM-Tabelle mit 79 Punkten. Zudem betonte er, dass der Sport große Planungsherausforderungen mit sich bringt, da die Fahreraufstellung von Tech3 für 2027 noch nicht vollständig bestätigt ist. Mit Blick auf den Winter sagte Steiner außerdem, dass sowohl Maverick Vinales als auch Enea Bastianini auslaufende Verträge haben. Zu den Namen, die mit Tech3 in Verbindung gebracht werden, gehören Luca Marini, Brad Binder und Senna Agius.