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GUINTOLI UND EMETT FRAGEN, OB RAZGATLIOGLUS YAMAHA IN DEUTSCHLAND IM FP1 EINEN SCHUTZBLECH HATTE

10 Jul·

Beim Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring sorgte Pramac-Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu am Freitag im ersten Training (FP1) nicht nur mit seiner Zeit für Aufmerksamkeit. Sylvain Guintoli und Gavin Emmett bemerkten beide etwas „Seltsames“ an Razgatlioglus Maschine: Es schien, als fehle der Yamaha M1 ein ordentlicher vorderer Spritzschutz.

Razgatlioglu (29) gibt sein erstes Sachsenring-Comeback seit mehr als einem Jahrzehnt. Zuletzt war er 2014 in der Red Bull Rookies Cup-Zeit dort, als er gewann und aufs Podium fuhr. Dieses Wochenende liegt sein Fokus jedoch zunächst darauf, Tempo aufzubauen und sich an eine Strecke anzupassen, auf der er seit Jahren nicht mehr gefahren ist. Nach FP1 suchte er weiterhin nach dem richtigen Rhythmus und wurde mit einer Bestzeit von 1:21.726 nur 16.

Die Diskussion um den Spritzschutz begann nach einer Szene in Kurve 1, die Guintoli auffiel. Als Razgatlioglu tief in die Kurve ging, wirkte es für die TV-Analysten, als hätte das Motorrad gar keinen Spritzschutz. Guintoli sprach das direkt bei TNT Sports 2 an: „Läuft die Yamaha ohne Spritzschutz?“ Michael Laverty brachte anschließend den möglichen Gravel-Vorfall ins Spiel und meinte, es habe so ausgesehen, als sei Razgatlioglu durch den Kies gefahren. Er fragte: „Aber er hat doch den Frontfender drauf?“ Guintolis Antwort war eindeutig: „Nein. Da ist zwar ein bisschen Fender an der Seite der Gabel, aber es gibt keinen richtigen Spritzschutz.“ Emmett hakte mit Unglauben nach: „Das muss doch ein Versehen oder so etwas sein, dass es so da draußen ist? [A] eine seltsame Sache.“

In der TV-Analyse wurde zudem erklärt, warum dieses Detail überhaupt relevant ist: Spritzschutz und Frontfender beeinflussen die Aerodynamik rund um das Vorderrad und helfen dabei, den Luftstrom zur Vorderbremse zu steuern. Entsprechend deuteten Guintoli und Emmett an, dass es ungewöhnlich wäre, wenn Pramac oder Yamaha im Training absichtlich ohne vollständigen Spritzschutz fahren würden.

Während die Spritzschutz-Frage das Gespräch dominierte, zeigte das größere Bild der Session, dass Razgatlioglu am Sachsenring weiterhin nach seinem Gefühl sucht. Der Bericht machte vor allem fehlende aktuelle Streckenerfahrung für seinen Rückstand verantwortlich.

FP1 wurde von Raul Fernandez auf der Aprilia RS-GP angeführt. Er setzte die Bestmarke mit 1:20.829 und lag Marc Marquez nur um 0.051 Sekunden voraus. Joan Mir wurde Vierter, Jack Miller führte die Yamaha-Gruppe auf Platz fünf an. Teamkollege Alex Rins kam auf Rang sieben, während Fabio Quartararo trotz Werksstatus nur 15. wurde. Quartararo war 0.041 Sekunden schneller als Razgatlioglu – ein Hinweis darauf, wie viel Arbeit Razgatlioglu nach nur einer Trainingseinheit noch vor sich hat.

Vor dem Rennen am Sonntag bleibt der Sachsenring-Debütant im Heimrennen in Deutschland vor allem darauf fokussiert, die Lücke zu schließen und seinen Rhythmus zu verbessern. Die Spritzschutz-Frage mag ein unerwarteter Aufhänger gewesen sein, doch die unmittelbare Herausforderung ist klar: Track-Zeit in Geschwindigkeit umwandeln und auf sein erstes Top-10-Ergebnis hinarbeiten. Ein Podium am Sachsenring – angesichts seiner jüngsten Form als bestmöglicher Fall beschrieben – gilt bei seinem ersten deutschen GP seit über zehn Jahren als unwahrscheinlich.

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