JACK MILLERS 1-MILLIONEN-EURO-FORDERUNG PASST NICHT ZU YAMAHAS SUPERBIKE-PLÄNEN
13 Jul·
Jack Miller wird erneut mit einem Wechsel in die Superbike-Weltmeisterschaft in Verbindung gebracht. Laut Speedweek könnte der Australier für einen solchen Schritt rund eine Million Euro pro Jahr anstreben. Der Hintergrund sind die sich verschärfenden Marktbedingungen in der MotoGP für 2027: Speedweek zufolge ist keiner der aktuellen Fahrer – Jack Miller, Brad Binder, Franco Morbidelli, Alex Rins, Maverick Viñales oder Luca Marini – für diese Saison fest eingeplant. Marini wird dabei als der einzige genannt, der realistische Chancen hat, in der MotoGP zu bleiben, und zwar über Tech3 KTM.
Speedweek berichtet zudem, dass die meisten dieser Fahrer bereits Interesse an einem Wechsel in die Superbike-Klasse gezeigt und entsprechende Anfragen gestellt haben – mit Ausnahme von Viñales. Allerdings betont das Blatt, dass die Plätze in den Werksteams rar sind: Es gebe „höchstens vier“ freie Slots. Dazu zählen ein BMW-Sitz (statt Danilo Petrucci), ein Aruba.it-Ducati-Platz (statt Toprak Bulega), eine Honda-Option nur dann, wenn der japanische Hersteller ein Satellitenteam einführt, sowie eine Werksoption bei Yamaha.
Yamahas Rennchef Niccolò Canepa ging auf die Gerüchte direkt ein. Er sagte, Yamaha habe für 2027 zwar noch einen Platz frei, habe aber noch niemanden unterschrieben. Gleichzeitig betonte er: „Wir sind sehr zufrieden mit Xavi Vierge und führen Gespräche, um auch nächstes Jahr mit ihm weiterzumachen.“ Canepa argumentierte außerdem, Yamaha sehe den Markt nicht so, als müsse man Vierge ersetzen: „Natürlich prüfen wir wie üblich alle verfügbaren Optionen, aber ich glaube nicht, dass es viele Fahrer auf dem Markt gibt, die besser leisten könnten als er es derzeit tut.“
Speedweek verweist außerdem auf Canepas frühere Einschätzung, die er Anfang Juni gegenüber Speedweek abgegeben hatte: Yamaha wolle mit dem bestehenden Fahrer-Umfeld weitermachen. In diesem Zusammenhang heißt es, dass Stefano Manzi, Remy Gardner und Andrea Locatelli bereits für 2027 gebunden sind.
Ein entscheidendes Detail: Yamaha hat eine Option auf Vierge, die bis September gezogen werden kann. Speedweek deutet an, dass MIllers angebliche Gehaltsforderung möglicherweise nicht in die Pläne von Yamaha oder Ducati passt und der Australier seine Erwartungen anpassen müsse – außer es öffnet sich ein Weg über Honda oder BMW. Laut Bericht könnten diese beiden Hersteller eine hohe Summe stemmen.
Der gleiche Speedweek-Artikel beschreibt die Lage als mögliches Missverhältnis zwischen Millers Wunsch, weiter Rennen zu fahren, und der Realität der verfügbaren Sitze. Es heißt, Miller „muss“ nach dieser Saison die MotoGP verlassen, weil Pramac Yamaha ihn für 2027 nicht einplant. Daraus wird auch abgeleitet, dass Millers Superbike-Ambitionen stark davon geprägt sein könnten, schnell einen Platz zu sichern.
Weiter berichtet Speedweek, dass die Idee, Miller im Superbike zu Yamaha zu bringen, aus dem GP-Paddock kommt. Dort heißt es, Yamaha-MotoGP-Chef Paolo Pavesio und Andrea Dosoli hätten enge Verbindungen. Abschließend kommt der Bericht jedoch zu dem Schluss, dass die Forderung nach einer Million Euro aktuell nicht mit den Planungen von Yamaha oder Ducati zusammenpasst. Millers nächster Schritt hängt damit davon ab, ob ein hoch dotiertes Angebot entsteht – insbesondere von Honda oder BMW – oder ob er in den kommenden Wochen seine Konditionen überdenkt.