JOAN MIR UNTERSCHREIBT FÜR GRESINI DUCATI BIS 2027, TROTZ MITTLERER PLATZIERUNGEN
4d ago·

Während sich der Vertragsmarkt für 2027 langsam formt, haben bislang nur drei MotoGP-Fahrer außerhalb der Top 15 in der Gesamtwertung bereits Zusagen für die nächste Saison. Zwei dieser Fälle sind mit klaren Rahmenbedingungen verbunden: LCRs Johann Zarco liegt aktuell auf Platz 17 und hat wegen einer Verletzung die letzten fünf Rennen verpasst, während MotoGP-Neuling Toprak Razgatlıoğlu auf Rang 21 steht und mit der langsamsten Maschine des Feldes bei Pramac Yamaha zu kämpfen hat.
Die auffällige Ausnahme ist Joan Mir. Der Spanier steht zur Halbzeit auf Platz 18, hat aber bereits einen Vertrag bei Gresini Ducati für 2027 unterschrieben. Die Berichterstattung über Mirs Situation deutet auf ein Muster hin, das seine Saison prägt: Stürze. Mir hat in den bisherigen 22 Rennen (inklusive Sprints) genau die Hälfte nicht beendet und führt damit die Crash-Wertung vor der Sommerpause an. Sein Ansatz wird als „nichts zu verlieren“-Mentalität beschrieben – vor allem, weil Honda derzeit auf Rang vier in der Herstellerhierarchie liegt. In diesem Umfeld, so die Logik, könne man Risiken eher eingehen.
Gleichzeitig zeigen die Zahlen auch die Lücke zwischen Mirs roher Geschwindigkeit und seiner Punkteausbeute. Er hat mehr Tempo als Teamkollege Luca Marini gezeigt, unter anderem mit einer 10:1-Bilanz in den direkten Qualifying-Duellen, doch er hat bisher nur etwa ein Viertel der Honda-Punkte gesammelt: 26 von 105. Marini hingegen wird als einer der konstantesten Fahrer im Feld dargestellt.
Der Kontrast setzt sich auch bei LCR-Rookie Diogo Moreira fort. Er hat seine Bilanz im Vergleich zur Honda-Teamkollegen-Gruppe von Mir nahezu verdoppelt (48 gegenüber 26). Dennoch sind auch Moreiras Ergebnisse nicht durchgehend stabil: Wenn er bei der Zielflagge als klassiert wurde, schaffte er es nur fünfmal in die Top 10, und in Rennen, die beide beenden konnten, liegt er Marini 3:5 hinterher.
TNTs Neil Hodgson fasste die Wahrnehmung rund um Mirs Chance zusammen. „Für Joan Mir wird das nächste Jahr ein Jahr, das alles entscheidet“, sagte Hodgson. Und er fügte hinzu: „Ich hoffe wirklich, dass es am Ende aufgeht. Ich glaube nur, er hat Glück; er hatte Glück, dass er den Deal bekommen hat.“
Hodgsons Einschätzung trifft den Kern von Mirs Wechsel: Trotz des Verlusts des Factory-Status ist die Bilanz von Gresini unter ihrem aktuellen Namen jedes Jahr stärker gewesen als die von Honda. Mit den neuen Regularien, die näher rücken, und laut Berichten einer positiven Haltung Ducati Richtung 2027 wird Mirs Vertragsunterschrift als „nach oben durchgerutscht“ beschrieben – ein seltener Sprung für einen Fahrer, dessen Tempo sichtbar ist, dessen Saison aber immer wieder durch Stürze aus dem Tritt gebracht wurde.