JORGE MARTIN FÜHRT APRILIAS 2026-KAMPAGNE TROTZ 16 STÜRZEN AN
17 Jul·
Nach 22 von 44 Rennen in der MotoGP-Saison 2026 ist das Werksprojekt von Aprilia zwar weiterhin von emotionalen Schwankungen geprägt – auf dem Papier liefert es jedoch auch. Nach dem Brasilien-Rennen hat ein Aprilia-Pilot die Führung in der Gesamtwertung übernommen, und der Mann an der Spitze ist Jorge Martin. Die Lage ist eng mit der breiteren Team-Erzählung verknüpft: Martins Wechsel zu Aprilia nach dem Gewinn des Titels 2024, die Turbulenzen, die sich größtenteils abseits der Strecke abspielten, und die schließlich getroffene Entscheidung, die Zusammenarbeit nicht über 2026 hinaus zu verlängern.
Mit „geklärten Fronten“ und weil sich die Aprilia-Technik zu einem echten Rennpaket entwickelt, ist der „alte“ Martin zurück. Speedweek beschreibt die frühe Saisonphase als beeindruckend, aber nicht ohne Schwächen. Positiv ist vor allem die Konstanz – ein Merkmal, das seit jeher zentral für Martins Stil ist und sich im sprintlastigen Punktebild 2026 stark zeigt. In 11 kurzen Rennen holte er 64 Punkte – mehr als jeder andere außer Marc Marquez insgesamt, und nur Ai Ogura konnte noch mehr Top-9-Zielankünfte verbuchen. Die WM-Führung wird jedoch weniger einzelnen Ausreißern zugeschrieben, sondern Martins Fähigkeit, kontinuierlich Punkte zu sammeln: In 18 von 22 Rennen hat er gepunktet, und achtmal beendete er das Rennen unter den Top drei.
Der Kontrast zu anderen Aprilia-Kandidaten ist deutlich. Speedweek hält fest, dass Marquez sieben „Zeros“ in seiner Bilanz hat, während Marco Bezzecchi neun aufweist. Trotz der Erfolge von Marquez und Bezzecchi hat sich Martins „Squirrel Strategy“ – also oft genug in den Punkten zu bleiben – bislang ausgezahlt.
Noch auffälliger sind die Zahlen beim Sturzgeschehen. Martin führt die Crash-Tabelle an, obwohl er auch die Gesamtwertung anführt. Er ist 16-mal gestürzt, doch laut Bericht hat er sich 2026 keine schweren Verletzungen zugezogen. Speedweek ergänzt, dass das auch bei Honda-Pilot Joan Mir der Fall gewesen ist: Mir ist in den ersten 11 Events 15-mal gestürzt.
Der Bericht zeigt, wie Apriliаs Aufschwung durch Zwischenfälle und verpasste Renn-Distanz geprüft wurde. In Ungarn passierte Martin ein frühes Missgeschick: Kurz nach dem Start griff er die erste Kurve zu aggressiv an. Das Fahrerfeld umfasste anschließend drei RS-GP-Rennsieger – Martin, Bezzecchi und Fernandez –, wodurch sich die Folgen noch verstärkten. Speedweek ordnet das als besonders bitteren Moment ein, weil er kam, während Aprilia versuchte, seine Position an der Spitze der WM zu festigen. Wenn drei Top-Piloten kein komplettes Grand-Prix-Rennen absolvieren, verliert das Team nicht nur Punkte, sondern auch wertvolle Daten und Feedback für die Weiterentwicklung.
Trotzdem geht Aprilia in die Sommerpause als bestes Team in der MotoGP. Martin verlässt die Pause mit einem 14-Punkte-Vorsprung auf seinen Aprilia-Teamkollegen, während Marc Marquez nur vier Punkte hinter der Position des japanischen Fahrers Fabio Di Giannantonio liegt, wie der Bericht die Tabelle beschreibt. Speedweek weist außerdem darauf hin, dass Marquez den direkten WM-Kampf bereits gegen sowohl Di Giannantonio als auch Bezzecchi gewonnen hat.
Auf der Herstellerseite bleibt der Kampf eng: Aprilia liegt nur 11 Punkte hinter Ducati, wobei der Bericht den Abstand ausdrücklich auf Martins Ergebnisse zurückführt. Mit Blick nach vorn hat Martin selbst die Wettbewerbsrealität der Saison anerkannt – beim Ausstieg vom Sachsenring sagte er: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Marc die Führung wieder übernimmt.“