JORGE MARTIN SAGT, DASS ER BIS ZUM ENDE 100% GEBEN WIRD – VOR DEM GP IN DEUTSCHLAND
9 Jul·
Jorge Martin geht mit einer klaren Botschaft in den Großen Preis von Deutschland: Er gibt bis zum Saisonende alles, auch wenn das Meisterschaftsbild noch lange nicht gesichert ist. Der Hintergrund ist eine Saison, die bereits deutliche Schwankungen hervorgebracht hat. Marco Bezzecchi, der Aprilia-Heimheld, ist vom gefeierten Sieger beim Sachsenring in eine Phase geraten, die unter anderem von Stürzen und einer Sperre geprägt war – dadurch liegt er in der Tabelle zurück. Martin hingegen hat seine Form stabilisiert, in dem Wissen, dass seine Zukunft bereits feststeht: Er verlässt Aprilia nach zwei Jahren.
Speedweek hält fest, dass die Situation rund um Martins Abschied seit Monaten hinter den Kulissen bekannt gewesen sei und dass seine Leistungsentwicklung nach der Bestätigung der Trennung ungewöhnlich konstant geblieben ist. In den letzten acht Rennen blieb Bezzecchi viermal ohne Punkte, während Martin nur einmal einen solchen Rückschlag hatte. Die Spannung um Martins jüngste Ergebnisse hängt zudem mit dem Herstellerkampf von Aprilia zusammen: Sein „Dreierpack“ an Ausfällen in Balaton hat den Vorsprung von Aprilia in der Team-/Konstrukteurswertung drastisch reduziert.
Auf der Eröffnungspressekonferenz zum deutschen GP war Martin schnell dabei, den Fokus auf das anstehende Rennen zu legen und sich die Bühne mit Marc Marquez zu teilen, der ebenfalls vor Ort war. Martin machte darauf aufmerksam, dass „MM93“ die Chance hat, seinen zehnten Sachsenring-Sieg anzupeilen – damit ist ein Wochenende vorbereitet, bei dem die Heimstrecke für die größten Namen des Sports eine zentrale Bühne bleibt.
Auch bei der Einordnung seiner aktuellen Form blickte Martin nach innen. Er sagte, er sei mit seinem Tempo nicht vollständig zufrieden: In Assen habe er keine Chance gehabt, mit der Geschwindigkeit der Trackhouse-Piloten mitzuhalten. Zwar lobte er Aprilia für die „fantastische Arbeit“ mit dem Motorrad, doch er ergänzte, dass der nächste Schritt von ihm und dem Team kommen müsse: „in den nächsten Rennen [müssen wir] ein bisschen mehr daraus herausholen.“
Auf die Frage nach seinem bereits öffentlich gemachten Bekenntnis zu Yamaha antwortete Martin direkt und knapp. Er erinnerte daran, dass er bei seinem Einstieg in die MotoGP die Wahl zwischen Ducati gehabt habe, bezeichnete Aprilia jedoch als den richtigen Zeitpunkt und sagte, dass er sich nun – mit Blick auf die Zukunft für sich und seine Familie – bei Yamaha verpflichtet habe. Darüber hinaus machte er deutlich, dass er nicht noch mehr hinzufügen wolle.
Obwohl er die Tabellenführung übernommen hat, spielte Martin die Bedeutung seiner aktuellen Position herunter. „Es ist schön, Erster zu sein, aber das ist es auch“, sagte er und betonte, dass es in dieser Phase nicht darauf ankomme, ob er auf Platz 1, 2, 3 oder 4 liege. Da die Meisterschaft eng zusammenliegt – er hob hervor, dass viele Fahrer durch sehr kleine Abstände getrennt sind – sei sein Fokus darauf gerichtet, die nächste bestmögliche Leistung abzurufen. Sein erklärtes Ziel ist es, die zweite Saisonhälfte mit einem positiven Gefühl zu beginnen und mit der Gewissheit, dass „wir bis zum Ende hundert Prozent gegeben haben“.
Vor den Rennen 21 und 22 zeigen die Tabellenstände, wie eng der Kampf weiterhin ist: Martin, Bezzecchi, Di Giannantonio und Ai Ogura liegen vor der Sommerpause nur 25 Punkte auseinander. Selbst Sachsenring-Rekordhalter Marquez ist nur 40 Punkte vom Spitzenfeld entfernt.