JORGE MARTIN WECHSELT ZU YAMAHA, DA SICH DAS PRAMAC-TEAM-LINE-UP FÜR 2027 ÄNDERT
6 Jul·
Yamahas MotoGP-Projekt steckt mitten in einem großen Reset, und die nächste Fahreraufstellung soll die Dringlichkeit dieser Phase widerspiegeln. Nachdem der Hersteller sich von seinem früheren Vier-Zylinder-Reihen-Konzept verabschiedet und einen neuen V4-Kurs eingeschlagen hat, haben die Ergebnisse jedoch nicht das gehalten, was man sich versprochen hatte. Speedweek hält fest, dass Yamaha trotz der langen Historie und der Tatsache, dass man das Team mit den zweitmeisten MotoGP-Siegen stellt, die Leistung früherer Abschnitte bislang nicht wiederholen konnte. Selbst wenn die aktuelle V4-M1 noch mit dem Motorrad verglichen wird, das in Yamahas schwieriger 2025er Phase existierte, hat das Paket bislang nicht die gleiche frühsaisonliche Wettbewerbsfähigkeit geliefert – inklusive Startplatzierungen in der ersten Reihe und Podestplätzen, die früher möglich waren.
Eine erneute Wende soll sich zum Saisonende abzeichnen: Von den vier aktuellen Yamaha-Fahrern werden drei voraussichtlich das Team verlassen. Als einziger bleibt der Rookie Toprak Razgatlıoğlu. Für die Neuzugänge werden bereits Optionen diskutiert. Speedweek berichtet, dass Pramac sehr wahrscheinlich Moto2-Absolventen – Guevara und Ai Ogura – neben Jorge Martin einsetzen wird.
Martins Wechsel wird als potenziell „Traum“-Kombination beschrieben, zumindest auf dem Papier, weil seine sportlichen Referenzen als zweifelsfrei gelten. Speedweek betont, dass der Spanier früherer Moto3-Weltmeister ist und seit 2021 MotoGP-Erfahrung sammelt. Sein früher Eindruck bei Pramac-Ducati: sein erster MotoGP-Sieg in der Debütsaison für das Team, danach ein stetiger Aufstieg – erst Vize-Weltmeister, später Weltmeister. Außerdem hebt der Bericht hervor, dass Martin als außergewöhnlich starker Qualifikationsfahrer gilt und ein Spezialist für das Sprint-Format ist, das 2023 eingeführt wurde. Speedweek ergänzt, dass Martin die Spitze bei Sprint-Siegen mit Marc Marquez teilt – jeweils 18.
Neben der reinen Geschwindigkeit stellt der Bericht vor allem Martins Fähigkeit heraus, mit Druck umzugehen. In der Saison 2024 soll die Führung in der WM mehrfach zwischen Martin und Bagnaia hin- und hergeschwankt haben, doch Speedweek zufolge blieb Martin in den entscheidenden Finalrennen fehlerfrei und holte den Titel aus eigener Leistung.
Seine jüngste Saison wird jedoch als deutlicher Kontrast dargestellt. 2025 sei Martin trotz des WM-Titels im Jahr zuvor im Kampf um den Ducati-Lenovo-Sitz von Marc Marquez geschlagen worden. Anschließend wechselte er zu Aprilia und fuhr erstmals in seiner Karriere nicht auf einem Motorrad, das sofort in der Lage war, Rennen zu gewinnen. Der Artikel beschreibt eine dramatische Entwicklung: Martin habe als Aprilia-Worksfahrer die Nerven verloren und eine Serie schwerer Verletzungen erlitten, die ihn nur knapp an der Grenze seiner Karriere vorbeiführte.
Speedweek schreibt zudem Martins spätere Rückkehr in die Aprilia-Entscheidungsprozesse und die Arbeit zu, die das Entwicklungs-Setup des Teams leistet. Man habe die frühe Trennung durch „große Energie“ im Team vermeiden können, während Marco Bezzecci – in Coproduction mit dem Tester Lorenzo Savadori – die RS-GP weiterentwickelte und dabei erfolgreich blieb.
Als das Motorrad wieder siegfähig wurde, sei Martin laut Speedweek schnell zurückgekommen. Sein Comeback wird dabei als von einem technischen Schritt am Motorrad getrieben beschrieben – nicht allein durch einen plötzlichen Wandel in seinem eigenen Fahrstil. Der Bericht verknüpft diese Idee mit den Ergebnissen der Teamkollegen Fernandez und Ogura bei Trackhouse und führt sie als Beispiele an, dass die Richtung der Entwicklung grundsätzlich auf dem richtigen Weg war.
Die zentrale Frage, die Speedweek aufwirft, lautet: Kann Martin Yamaha nicht nur mit rennentscheidender Geschwindigkeit helfen, sondern auch bei der Entwicklung der M1 mitwirken? Während sein Können als Fahrer als geklärt gilt, habe er sich als Entwicklungskraft bislang noch nicht bewiesen. Diese Unsicherheit wird durch einen weiteren Faktor ergänzt: Ai Ogura. Speedweek merkt an, dass Ogura weniger Erfahrung als Martin hat, argumentiert aber, dass er auf einem Niveau denkt, fühlt und kommuniziert, das mit der japanischen Entwicklungsabteilung von Yamaha vergleichbar sei.
Am Ende rahmt der Bericht die kommende Saison als Test für Teamwork und Anpassung. Fans sollen laut Speedweek vor allem zwei Dinge genau beobachten: Wie Martin auf Yamaha performt und ob die Gruppe effektiv zusammenarbeiten kann – Fragen, die, so Speedweek, die Spannung rund um die 2027er-Kampagne prägen werden.