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KTM STELLT BEI DER MSMA SONDERANTRAG ZUR ÖFFNUNG BETROFFENER 2026 RC16-MOTOREN

13 Jul·

KTM hat auf eine Zuverlässigkeitskrise beim MotoGP-RC16 für 2026 reagiert. Nach einer Serie von Motorproblemen, die Fahrer in Rennen immer wieder zum Stopp zwangen, wurde der Druck schnell größer, nachdem die Saison zunächst vielversprechend gestartet war: Pedro Acosta verließ Thailand als WM-Spitzenreiter. Bereits beim zweiten Event traten jedoch Probleme zutage, und Acosta gehörte zu den Kritikern an der Performance des Bikes.

Laut Speedweek hatte KTM zwar technische Verbesserungen an der RC16-Spezifikation für die Geraden und die technischen Passagen vorgenommen, doch der Nachteil des Pakets zeigte sich, sobald das Prototypenmaterial hart gefahren wurde. KTM hatte den früheren Vorteil in der Top-Speed bewusst abgegeben, zudem gelang es dem Team nicht, die volle Leistungsfähigkeit der Maschine dauerhaft zuverlässig abzurufen. Damit wurde die Zuverlässigkeit zum dominierenden Thema: Speedweek berichtet, dass bei nur wenigen Grand Prix keine RC16-Fahrer gezwungen waren, das Rennen vorzeitig zu beenden. Die Probleme beschränkten sich nicht auf einen einzigen Ausfallmodus: Neben Motorschäden traten weitere Defekte auf, darunter ein Kupplungsproblem bei Brad Binder in Catalunya sowie ein schwerer Elektronikfehler an Acostas Maschine.

Das Muster verschärfte sich in Mugello weiter, wo Binder zwei zusätzliche Ausfälle im Antriebsstrang erlitt. Da es bei mehreren Fahrern und über verschiedene Komponenten hinweg zu Motor- und Bauteilproblemen kam, kam KTM-Management zu dem Schluss, dass es sich um ein systemisches Problem handelt und nicht um einen Einzelfall.

Um die Haltbarkeit des RC16 zu schützen, hatte KTM die Motorleistung bereits reduziert, indem die Vier-Zylinder-Einheit mit niedrigeren Drehzahlen betrieben wurde. Diese Maßnahme hängt mit den Regeln zu versiegelten Motoren zusammen: Änderungen sind erlaubt, aber nur innerhalb des dem Hersteller und Fahrer zugewiesenen Motorenkontingents. Für KTM beträgt dieses Kontingent sieben Motoren pro Fahrer.

KTM-Motorsportchef Pit Beirer und das gesamte Motorsport-Leadership-Team sagen, man habe den Antriebsstrang gründlich untersucht und schließlich die Ursache gefunden. Beirer sagte Speedweek: „Wir haben endlich herausgefunden, dass wir im Motor hoch belastete Teile einsetzen, die nicht der spezifizierten Qualität entsprechen. Diese kritischen Teile sind unter bestimmten Bedingungen ausgefallen. Es sind Komponenten eines Zulieferers – und nachdem wir die Ursache untersucht haben, können wir jetzt auch ausschließen, dass diese Schäden mit ‚korrekten‘ Teilen auftreten.“

Das Problem ist jedoch nicht vollständig gelöst, weil die betroffene Charge über die bereits vorhandene 2026-Motorenallokation hinausreicht. Aus Sicherheits- und Praktikabilitätsgründen entschied sich KTM daher für einen kontrollierten Reparaturprozess statt einfach weiter mit der reduzierten-Drehzahl-Strategie zu fahren.

Speedweek berichtet, dass KTM Factory Racing beim Herstellerverband MSMA eine Sonderanfrage eingereicht hat – gestützt auf detaillierte Unterlagen. Ziel ist es, die betroffenen Motoren in der Sommerpause unter kontrollierten Bedingungen öffnen zu dürfen, damit die kritischen internen Bauteile durch Komponenten ersetzt werden können, die der korrekten Spezifikation entsprechen. Beirer erklärte: „Wir haben eine Sonderanfrage an die MSMA mit detaillierter Dokumentation gestellt und gebeten, dass die betroffenen Motoren in der Sommerpause unter kontrollierten Bedingungen geöffnet werden, damit die kritischen Motorteile durch das richtige Teil der identischen Spezifikation ersetzt werden können. Während des Sachsenring-GP haben wir bereits positives Feedback bekommen; einige sind noch offen. Wir hoffen auf eine gute Zusammenarbeit und zeigen allen Beteiligten gegenüber volle Transparenz bezüglich des gesamten Prozesses.“

Wird KTM’s Antrag genehmigt, dürfen Techniker die RC16-Motoren öffnen und die Reparaturen unter der Aufsicht von IRTA-Technikpersonal durchführen. Änderungen über den erlaubten Austausch der kritischen Teile hinaus wären untersagt. Der aktuelle Motorstatus würde sich nicht ändern, und jeder weitere Schaden würde weiterhin dem 2026-Kontingent belastet. Überschreitet ein Fahrer die Grenze, wäre die Strafe für die Nutzung eines zusätzlichen Motors ein Start vom Pit Lane.

Speedweek merkt außerdem an, dass KTM während des gesamten Prozesses auf Kooperation und Transparenz setzt: Einige Rückmeldungen seien nach dem Sachsenring bereits positiv gewesen, andere müssten noch bestätigt werden.

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