KTM SICHERT ZU, DIE MOTO2-PLÄNE ZU KLÄREN, NACHDEM DAS 2027-28-MOTOGP-LINE-UP BESTÄTIGT IST
2 Jul·
KTM arbeitet bereits an den nächsten MotoGP-Zyklen: Der Hersteller soll nächste Woche vor dem Großen Preis von Deutschland am Sachsenring (10.–12. Juli) sein Werksfahrer-Line-up für 2027 und 2028 bekanntgeben. Das Gesamtbild im Paddock wurde jedoch schon früher von anderen Marken geprägt: Ducati hat Marc Marquez und Pedro Acosta bereits fest eingeplant, während Aprilia und Yamaha ihre Ausrichtung ebenfalls bestätigt haben – unter anderem mit Marco Bezzecchi, Pecco Bagnaia, Jorge Martin und Ai Ogura.
Bei KTM steht derzeit im Mittelpunkt, wie die Werks- und Satellitenstrukturen aussehen, sobald die MotoGP-Sitzplätze vergeben sind. Im Red Bull KTM Werksteam werden Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio erwartet. Bei Tech3 ist die Entscheidung noch offen. Maverick Vinales hingegen hat signalisiert, dass er nicht davon ausgeht, bei KTM weiterzumachen, und machte seine Haltung in Assen deutlich, wo er sich in deutlichen Worten zu seiner Situation mit dem aktuellen Arbeitgeber äußerte.
Tech3-Teamchef Günther Steiner soll Berichten zufolge auf einen Zwei-Jahres-Ansatz setzen: ein erfahrener Fahrer plus ein jüngeres Talent. Sollte Vinales nicht Teil des Plans sein, werden als Alternativen Brad Binder und Raul Fernandez diskutiert – außerdem Moto2-Insider wie Manuel Gonzalez und Senna Agius. Sowohl Gonzalez als auch Agius stehen aktuell beim Memmingen Intact Team unter Vertrag.
Erst wenn KTM die MotoGP-Plätze gesichert hat, will die Führung sich vollständig Moto2 und Moto3 widmen. KTM-Rennsportdirektor Pit Beirer erklärte, dass der Zeitpunkt der Fahrerentscheidungen entscheidend ist – vor allem für die Entwicklungs-Pipeline, die in die Königsklasse führt. „Wir versuchen, dieses Thema ein bisschen weiter nach vorne zu schieben“, sagte Beirer. „Die jungen Fahrer entwickeln sich sehr dynamisch, und man muss jedem ein bisschen Zeit geben.“
Beirer nannte Collin Veijer als Beispiel für einen Fahrer, der bereits Potenzial aufblitzen lässt, betonte aber zugleich, dass die Entwicklung nicht geradlinig verlaufen sei. „Collin hat Highlights gesetzt, bei denen wir sehen konnten, dass es nach vorne gehen kann“, sagte er. Gleichzeitig habe es auch Phasen gegeben, in denen sich das Team gefragt habe, ob der Durchbruch wirklich kommt. Er verwies zudem auf die jüngsten Herausforderungen von José Antonio Rueda: Der Fahrer musste sich nach einem schweren Sturz im vergangenen Herbst erst erholen und sich dann nach dem Wechsel von Moto3 zu Moto2 anpassen. „Er hatte diesen hässlichen Unfall im letzten Herbst und musste dann mit dem Wechsel von Moto3 zu Moto2 klarkommen“, so Beirer. „Wir müssen ihm Zeit geben.“
Beirer betonte, KTM plane keine voreiligen Änderungen. Beide Fahrer hätten genug gezeigt, um Stabilität zu rechtfertigen. „Wir wollen alle, die wir dort haben, genau dort lassen, wo sie sind, und wir haben keine Bewegungen geplant“, sagte er. Als Beleg führte er an, dass es selbst in Brünn „viele Highlight-Runden“ gegeben habe und dass Rueda „ein Motorrad fahren kann“.
Mit Blick nach vorn verknüpfte Beirer Moto2-Entscheidungen direkt mit der Vertragsplanung für die MotoGP. „Wir müssen ein bisschen vorausdenken, wer wie lange einen Vertrag bekommt“, sagte er. „Denn wir dürfen unser Zuliefer-System nicht vergessen, das wir MotoGP Academy nennen. Wir müssen so planen, dass zum richtigen Zeitpunkt jemand von unten für die großen Bikes nachrückt.“
Sollte KTM sein Moto2-Projekt mit Veijer und Rueda fortsetzen, deuten Beirers Aussagen darauf hin, dass es für andere interne Talente wie Alvaro Carpe oder Brian Uriarte womöglich nur wenig Spielraum gibt. Beide liegen derzeit in der Moto3-Wertung auf Platz zwei und vier – hinter Titelanwärter Maximo Quiles. In diesem Szenario würde KTM vermutlich auch nicht von seinem Vorzugsrecht Gebrauch machen, den Gewinner der Red Bull Rookies Cup in das Moto3-Werksteam zu befördern. Aktuell ist die führende Moto3-Person Benat Fernandez (18): Er steht derzeit auf Platz eins in der Gesamtwertung und war zuvor der letzte Supersport-300-Champion, bevor diese Klasse eingestellt wurde.