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LIBERTY-MEDIA-DEAL DEFINIERT KOMMERZIELLEN UND SPORTLICHEN RAHMEN FÜR MOTO GP BIS 2031

2 Jul·

Unter Liberty Media wird für die Zukunft des MotoGP-Sports bereits eine ähnliche Debatte ausgelöst wie 2017 nach der Übernahme der Formel 1 durch die US-Gruppe: Auf der einen Seite stehen Wachstumshoffnungen, auf der anderen die Sorge, dass der Unterhaltungswert irgendwann wichtiger werden könnte als der Sport. Speedweek berichtet, dass man sich einig ist, MotoGP werde nicht die Größenordnung der F1 erreichen, die Serie aber dennoch an Schwung gewinnen will – ohne in „Utopien“ abzudriften.

Ein zentraler kommerzieller und sportlicher Anker für die kommenden Jahre ist die Rahmenvereinbarung zwischen MotoGP Sports Entertainment Group (ehemals Dorna) und den Herstellern Aprilia, Ducati, KTM, Honda und Yamaha. Speedweek zufolge wurde der Vertrag am 19. Juni 2026 bekanntgegeben und bis Ende 2031 verlängert; die „kommerziellen und sportlichen Eckpfeiler“ sind in dem Dokument festgehalten.

Die Hersteller reagieren positiv, viele Fans bleiben jedoch skeptisch. Die Hauptsorge: Liberty Media könnte MotoGP zu einer reinen Show machen, bei der „die Show“ über dem Rennen steht.

Um diese Bedenken zu entkräften, sagte MotoGP-Sportdirektor Carlos Ezpeleta, man habe sich bereits vor der Übernahme durch Liberty Gedanken gemacht, wie Inhalte besser verteilt und präsentiert werden können. „Schon bevor unsere Organisation übernommen wurde, haben wir uns damit beschäftigt, Inhalte besser zu verteilen“, so Ezpeleta. MotoGP habe „viele großartige Geschichten“, und das Ziel sei, Fans zu Hause zu zeigen, wie sich ein MotoGP-Wochenende live anfühlt. Zugleich betonte er, dass das Vorhaben nicht auf unrealistischen Erwartungen beruhe: „Das wird kein riesiges Wachstum schaffen, denn bereits mehr als 3,5 Millionen Menschen pro Jahr besuchen die Events – das kann man nicht verzehnfachen.“

Seine Botschaft an aktuelle und potenzielle Unterstützer: MotoGP müsse leichter zu entdecken und zu verfolgen sein. „Wir müssen den Sport ins Schaufenster stellen – wie großartig er ist“, sagte er und verknüpfte das mit TV-Übertragungen und weiteren Plattformen, auf denen MotoGP seiner Ansicht nach bislang zu wenig präsent gewesen sei.

Die Herausforderung bestehe darin, Interesse in echte Fangemeinde umzuwandeln – über mehrere Einstiegswege. „Wir müssen die Leute auf andere Weise zu MotoGP-Fans machen“, erklärte Ezpeleta. Wer ein Rennen besuche, „fällt sofort in Liebe zum Sport“, doch die Serie könne „nicht Hunderte Millionen Menschen“ auf einmal ins Boot holen. „An die heutigen Fans möchte ich sagen: Wir wollen neue Fans mit denselben Dingen gewinnen, die sie zu Fans gemacht haben“, so Ezpeleta.

Als mögliche Wachstumsquellen nannte er vor allem Geografie und Zusammensetzung des Publikums. MotoGP könne weiterhin Fans in Märkten wie Frankreich, Spanien und Italien anziehen, doch andere Regionen böten „größere Chancen“. Zudem hob er das Potenzial hervor, die weibliche Fangemeinde auszubauen: Der Sport müsse die „richtige Zugänglichkeit“ schaffen. Vereinfacht gesagt müsse MotoGP „leichter“ dabei werden, ein MotoGP-Fan zu werden.

Um das zu erreichen, setzt Ezpeleta auf unterschiedliche Wege in die Fangemeinde: Merchandising, Content und die Persönlichkeiten der Fahrer. „Es gibt verschiedene Wege – über Merchandising, über Content, über die Persönlichkeiten der Fahrer. All das muss gebündelt werden“, sagte er.

Sportlich erwartet Speedweek, dass die bestehende Struktur des Rennwochenendes zumindest mittelfristig erhalten bleibt. MotoGP, Moto2 und Moto3 bleiben die drei Weltmeisterschaftskategorien, auch wenn sich der technische Ansatz in MotoGP und Moto2 ab 2027 ändert und die Einstiegsklasse ab 2028. Das Wochenende läuft weiterhin von Freitag bis Sonntag, mit einem MotoGP-Sprint am Samstag neben dem Grand Prix am Sonntag.

Ezpeleta junior betonte die Zufriedenheit mit dem aktuellen Konzept. „Wir sind sehr zufrieden mit diesem Format“, sagte er. Er räumte ein, dass nicht alle zufrieden sein werden, verwies aber darauf, dass die fünf Hersteller und MotoGP an einem Strang ziehen. Außerdem sei es normal, dass es zu bestimmten Themen immer Debatten geben werde – etwa darüber, ob MotoGP ein Warm-up-Session haben sollte.

Insgesamt lautet die berichtete Kernaussage der MotoGP-Führung: Die Beteiligung von Liberty Media soll zu besserer Sichtbarkeit und breiterem Publikumszugang führen, während das Grundgerüst der Konkurrenz und die Meisterschaftsstruktur zumindest in der nahen Zukunft stabil bleiben.

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