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MARC MARQUEZ UND AI OGURA DOMINIEREN DIE EXPERTENPROGNOSEN ZUM DEUTSCHEN GP, MARCO MELANDRI WARNT VOR ABSTAND

8 Jul·

MotoGP ist an diesem Wochenende zurück auf dem Sachsenring zum Großen Preis von Deutschland 2026. Marc Marquez gilt weithin als der Mann, den es zu schlagen gibt – an der Strecke, an der er immer wieder abgeliefert hat. Seine jüngste Form wurde zwar durch die Genesung von einer Verletzung ausgebremst, doch mehrere Expertenprognosen sehen ihn sowohl in der Qualifikation als auch in den Rennen vorne.

Marquez’ Sachsenring-Referenzen stehen im Mittelpunkt der Erwartungen: Er gewann den Deutschland-GP vor einem Jahr auf Ducati und holte zudem die Pole beim Großen Preis von Deutschland 2025 – seine erste Sachsenring-Pole seit 2019, als er noch auf Honda fuhr. Selbst nachdem der Titelkampf des amtierenden Champions in Assen einen Dämpfer bekam, wo er nach der Verletzung nur Platz 7 schaffte, gehen die Experten davon aus, dass die Ducati stark genug ist, um die Qualifikation zu dominieren. Kyle Archer bezeichnete Marquez als den „klaren Favoriten“ für die Pole, während Tyler Rowlinson den Sachsenring als Marquez’ „Jagdrevier“ beschrieb und ihm zutraute, „zu dominieren und die Pole zu holen“. Ashley Hambly griff das auf: Die Strecke sei Marquez’ „tägliches Brot“, und es gebe „keinen Grund“, warum er nicht der Pole-Sitter sein sollte. Marcus Chan erwartet ebenfalls, dass Marquez am Sachsenring sein bestes Niveau abrufen kann, obwohl er nicht komplett fit ist.

Noch deutlicher wird Marco Melandri: In der Podcast-Sendung „Chiacchiere da Box“ sagte er voraus, Marquez werde „mindestens fünf Sekunden“ vor der nächsten Ducati ins Ziel kommen. Er begründete das mit Eigenschaften der Ducati in Kombination mit dem Streckenprofil, das seiner Ansicht nach besonders gut zu den Stärken des Ducati-Piloten passt. Er verwies darauf, dass Aprilia-Fahrer die Kurven „sehr eng“ nehmen, „genug Grip“ haben und die Reifen „nicht abnutzen“, wodurch sie „definitiv… im Spiel bleiben“ sollten. Trotzdem betonte Melandri, Marquez sei „hier normalerweise auf einer ganz anderen Ebene“.

Melandri stellte außerdem Marquez’ historische Bedeutung in Deutschland heraus: Er ist der erfolgreichste Fahrer aller Klassen beim deutschen GP – und seit der Verlegung des Events auf den Sachsenring im Jahr 2002 der erfolgreichste. Marquez’ Sieg 2025 mit über sechs Sekunden Vorsprung war sein neunter Premier-Class-Erfolg an der Strecke und sein 12. Gesamtsieg über alle drei Formate.

Als beständigste Alternative im Pole-Diskurs gilt Ai Ogura. Nach seinem Sieg beim Dutch Grand Prix wird erwartet, dass er den Schwung in Deutschland mitnimmt. Marcus Chan tippt dabei sogar konkret auf Ogura für die Pole und argumentiert, dass sein jüngster Erfolg seine starke Form bestätigen kann.

Auch die Sprint-Rennen drehen sich um Marquez’ Fähigkeit, starke Samstage in Ergebnisse zu verwandeln – trotz der weiterhin bestehenden Probleme an Schulter und Arm. Das Layout des Sachsenrings – im Preview mit 10 Links-Kurven beschrieben – wurde als Faktor genannt, der zu den Ducati-Stärken und Marquez’ Fahrstil passen kann. Kyle Archer sieht Marquez als Hauptgefahr, Jorge Martin und Raul Fernandez komplettieren einen rein spanischen Podestplatz. David Comerford tendiert ebenfalls zum Sieg im Sprint für Marquez, erwartet aber mit Ogura und Martin dicht dahinter, was darauf hindeutet, dass Ogura zwar angreifen, am Ende aber „zu kurz kommen“ wird. Tyler Rowlinson prognostiziert Marquez vor Ogura und Fernandez, während Ashley Hambly ergänzt, dass Pedro Acosta am Samstag für einen Podestplatz in Frage kommen könnte – auch wenn das nicht zwingend bis Sonntag so bleibt.

Mit Blick auf den Sonntag sind sich die Experten weitgehend einig, dass Marquez den Schwung vom Samstag in einen Sieg umwandeln sollte. Das wird zum einen damit begründet, dass der Sachsenring historisch jener Ort ist, an dem Marquez sich besonders durchsetzen kann, zum anderen mit der Erwartung, dass die engsten Verfolger aus dem Aprilia-Lager kommen. Kyle Archer stützt seine Rennprognose stark auf die Idee, dass nur Marquez selbst Marquez auf dieser Strecke schlagen könne. Er skizzierte sogar ein Szenario, in dem ein Crash die Tür für Ogura öffnet, um nach Assen zwei Siege in Folge einzufahren. In derselben Prognose werden Jorge Martin und Francesco Bagnaia als Verfolger erwartet.

David Comerford setzt ebenfalls auf Marquez als Sieger, legt aber den Fokus anders fürs Podium: Er erwartet, dass die Aprilias die nächsten Herausforderer sind, und sagt voraus, dass Bezzecchi über die volle Distanz Ogura im Vorteil haben wird. Tyler Rowlinson glaubt, Ogura werde „bis an die absolute Grenze“ neben Marquez fahren, und sieht zudem Bezzecchi als Kandidaten für ein Comeback auf Platz 3. Ashley Hambly setzt im Rennen Bezzecchi als bestes unter den Herausforderern an die erste Stelle, gefolgt von Bagnaia und Martin.

Eine große Story beim Aufbau zum deutschen GP ist Marco Bezzecchis Bedarf, eine jüngste Durststrecke zu stoppen. Das Preview hält fest, dass er in drei aufeinanderfolgenden Grands Prix keine Punkte geholt hat: In Ungarn und den Niederlanden stürzte er jeweils aus – in den Niederlanden nach einem Vorfall im Umfeld eines Marshals, der zu einer Sperre für Tschechien führte. Der neue Bericht ergänzt, dass Bezzecchi beim Dutch Grand Prix ebenfalls ausgeschieden ist, während Jorge Martin anschließend die Führung in der Fahrer-WM von ihm übernommen hat.

Die Experten sind sich einig, worauf Bezzecchi abzielen muss: stark ins Ziel kommen und das riskante Vorgehen vermeiden, das zu DNFs geführt hat. Kyle Archer argumentiert, Bezzecchi „muss einfach“ unter die Top 5 fahren – das sei erst das zweite Mal in seiner MotoGP-Karriere, dass ihm das gelingt. David Comerford warnt vor einem „Gewinnen oder nichts“-Ansatz: Bezzecchi müsse stabil bleiben und mit Selbstvertrauen in die Sommerpause gehen, auch wenn er in der WM weiter hinter Martin zurückliegt. Tyler Rowlinson ist noch direkter: Bezzecchi brauche mindestens ein Podium, und drei Null-Punkte-Resultate in Folge seien etwas, das er sich nicht leisten könne. Ashley Hambly ergänzt, dass ein Top-3-Ergebnis in beiden Rennen das Minimum sein sollte. Marcus Chan wiederum meint, Bezzecchi solle zunächst auf sauberes Finish und wertvolle Punkte fokussieren, bevor er wieder an einen weiteren Rennsieg denkt.

Insgesamt wird das Sachsenring-Wochenende als Test beschrieben, ob Marquez seine teilweise Fitness wieder in Dominanz umsetzen kann – während Ogura und das Aprilia-Team, vor allem Martin, unter Druck setzen sollen. Für Bezzecchi wird der deutsche GP damit ebenso zu einer Frage von Schadensbegrenzung und Konstanz wie von der Jagd nach Podestplätzen.

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