MARC MARQUEZ SIEGT UND PROFITIERT VON FEHLERN ANDERER STATT VON DUCATI-PRIVILEGIEN
13 Jul·

Der Sieg von Marc Marquez beim Großen Preis von Deutschland war nicht nur der bedeutendste Erfolg seiner Saison, sondern hat auch das Bild in der WM-Wertung schnell verändert. Durch den Triumph baute er seinen Rückstand auf den Führenden massiv ab: von 101 Punkten auf nur noch 18. Mit dieser starken Wende machen Marquez’ Ergebnisse deutlich, dass andere Fahrer Mühe haben, mit seinem Tempo mitzuhalten.
Jorge Martin hatte derweil ein ruhigeres Wochenende im Hinblick auf den direkten Titelkampf. Er schaffte es nicht in die Top vier, holte aber dennoch den fünften Platz und blieb damit an der Spitze der Gesamtwertung. Vor der Sommerpause beträgt Martins Vorsprung nun 14 Punkte auf den Aprilia-Piloten Ai Ogura. Marquez hat nach einem weiteren Sprint- und Grand-Prix-Doppel am Sachsenring dagegen stark aufgeholt. Martin, der 2024 den Titel mit Pramac Ducati gewonnen hatte, räumte das Ausmaß der Herausforderung ein: Es sei „darum, den besten Fahrer der Geschichte zu schlagen“, und dass man mit Marquez kämpfen könne, sei „bereits unglaublich“. Er ergänzte: „Ich werde zu Hause 100 Prozent geben, versuchen, mich jeden Tag zu verbessern“, und betonte, dass er, wenn er „mit dem Bike bei 100 Prozent“ sei, glaubt, er könne „auf jeden Fall“ mit Marc um die vorderen Plätze kämpfen.
Der Kontext von Marquez’ Titelanspruch hängt eng mit der Teamleistung zusammen. Seit Marquez nach seiner Verletzung beim Italienischen Grand Prix zurückgekehrt ist, hat das Aprilia-Werksteam enttäuschende Ergebnisse geliefert: In den vier Rennen danach gab es keine Podestplätze, nachdem Marco Bezzecchi beim Italienischen Grand Prix gewonnen hatte. Aprilias Konstrukteurs-Erfolge kamen stattdessen zuletzt durch die Entwicklung von Trackhouse zustande – unter anderem mit aufeinanderfolgenden Podestplätzen von Ai Ogura in den letzten drei Rennen und einem Sieg beim Dutch Grand Prix.
Auch die Form von Ducati ist ein entscheidender Faktor für Marquez’ Aufschwung. Der Bericht hebt hervor, dass Ducati in drei der letzten vier Rennen große Siege eingefahren hat – Marquez gehört dabei zu den wichtigsten Mitwirkenden. Vor diesem Hintergrund deutet der Artikel an, dass Marquez es bei einer direkten Konkurrenz, die in diesem Jahr für Ducati fährt, deutlich schwerer gehabt hätte, seine Position zu verteidigen.
Obwohl die Zahlen zeigen, dass Marquez’ Comeback außergewöhnlich ist, machte er klar, dass es nicht nur auf seinem eigenen Können beruht. Nach dem Rennen sagte Marquez gegenüber Motosprint Italia und anderen Medien, dass seine Rückkehr in den Titelkampf stärker davon abhing, was andere getan haben, als von einem perfekten eigenen Plan. „Ich hatte immer einen Plan, aber nicht diesmal“, sagte er und erklärte, dieses Comeback „hing nicht nur von mir ab“.
Martin griff ein ähnliches Thema auf, als er nach dem Rennen gegenüber Moto.it und anderen Medien sprach. Er bezeichnete die erste Saisonhälfte als „fantastisch“, warnte jedoch, dass er „unsere Geschwindigkeit wiederfinden“ müsse. In den jüngsten Rennen habe man „Probleme“ gehabt, und er müsse verstehen, warum: „Vielleicht zurück auf dieses Bike, weil ich mich damit viel besser gefühlt habe.“ Außerdem betonte er, dass die zweite Saisonhälfte „völlig offen“ sei. Auch wenn er teilweise wegen der Fehler anderer in Führung liege, müsse er weiter Gas geben.