MARC MARQUEZ DOMINIERT AM SACHSENRING MIT POLE UND EINEM DOPPELSIEG
9 Jul·
Der Große Preis von Deutschland auf dem Sachsenring im Juli 2025 bot eine dramatische Mischung aus wetterbedingten Unterbrechungen, hoher Ausfallquote und einer klaren Machtdemonstration von Marc Marquez. Bereits vor dem Event war das Rennen auf dem Sachsenring langfristig abgesichert: Die Verträge wurden verlängert, und der Termin ist mindestens bis 2031 garantiert.
Ein Jahr zuvor stand vor allem die Stabilität im Fokus – und die Fähigkeit, das Spektakel auch in Ostdeutschland am Leben zu halten. Dieses Mal wurde der Schwung des Wochenendes jedoch immer wieder durch die Bedingungen neu geformt. Der Regen am Samstag brachte Teile des Programms durcheinander und hatte Folgen für den weiteren Verlauf der Saison. Im Qualifying stürzte KTM-Tech3-Pilot Maverick Vinales und verletzte sich an der Schulter. Der Vorfall schloss ihn nicht nur von der Saison 2025 aus, sondern beeinträchtigte auch seine längerfristigen Perspektiven.
Als die Action in die nasse Qualifikationssession auf dem Sachsenring überging, erwies sich Marquez als nicht zu stoppen. Er holte die Pole auf einer feuchten Strecke – vor Johann Zarco und Aprilia-Pilot Bezzecchi. Bezzecchi, der beim vorherigen Stopp in Assen bereits Geschichte geschrieben hatte, indem er in beiden Rennen aufs Podium fuhr (mit der RS-GP), zeigte auch in Deutschland früh wieder starke Ansätze und hielt die Konstanz hoch.
Das Sprint-Rennen fand ebenfalls auf nasser Fahrbahn statt. Bezzecchi machte Marquez stark Druck und griff den Sieg an, musste sich am Ende jedoch mit Rang zwei zufriedengeben und verlor nur knapp über eine Sekunde. Fabio Quartararo komplettierte das Podium, nachdem er von der zweiten Startreihe aus gestartet war und im Kampf um Platz drei Fabio Di Giannantonio schlug. Zarco hingegen fiel über die kürzere Distanz zurück und beendete das Rennen auf Rang sieben.
Das Grand-Prix-Rennen begann zwar auf trockener Strecke, wurde aber dennoch zu einem der teuersten Rennen der Saison 2025. Die Kombination aus Vinales’ Verletzung und Enea Bastianinis Krankheit bedeutete, dass das gesamte Tech3-Team nicht einmal an den Start ging. Nach 30 Runden erreichten nur noch 10 Fahrer das Ziel, wobei zwei Spanier vorne lagen und zwei Spanier auch in der finalen Wertung ganz hinten zu finden waren – Fernandez und Rins.
Marquez setzte anschließend seine starke Form im Juli mit einer weiteren entscheidenden Leistung fort. Im Ducati Lenovo Werksteam schlug er seinen Bruder Alex mit über sechs Sekunden Vorsprung und ließ Pecco Bagnaia mehr als zehn Sekunden hinter sich. Der Sieg war Marquez’ siebter Doppelerfolg auf dem Weg zum Titel und unterstrich, wie gründlich er den Sachsenring kontrollieren kann.
Das Ergebnis zeigte zudem, wie wenig Spielraum der Rest des Feldes hatte, um zu reagieren. Während Yamaha Racing Fabio Quartararo für den vierten Platz feierte, kippte das Wochenende für KTM: Acosta wurde Neunter, nachdem er von der Strecke abgekommen war, und nur Brad Binder schaffte es, die RC16 auf Rang sieben ins Ziel zu bringen. Im Honda-Lager konnte Johann Zarco seine starke Startposition nicht in ein Ergebnis ummünzen: Er holte zwar den zweiten Platz nach der Pole, konnte den Vorteil aber nicht nutzen. Auch LCR Honda litt unter den acht Ausfällen.
Mit den Hoffnungen von Aprilia, die durch einen Sturz von Marco Bezzecchi und das Fehlen von Jorge Martin begrenzt waren, wurde das Rennen auf dem Sachsenring letztlich zu einer klaren Bühne für Marquez’ Kontrolle – und für das Ausmaß der Störungen, die das Wochenende prägten.