MARC MARQUEZ ZWEIFELT, DASS DIE REGELÄNDERUNGEN 2027 MOTO GP LEICHTER ZUM ÜBERHOLEN MACHEN
16 Jul·

Marc Marquez hat Zweifel geäußert, dass die geplanten MotoGP-Regeländerungen für 2027 das Rennen automatisch leichter zu verfolgen – oder für Fans automatisch spannender – machen werden. Im Gespräch mit MC News beim „Race of Champions“-Event von Ducati wurde der siebenfache Premierklassen-Weltmeister gefragt, ob MotoGP im nächsten Jahr „besser zu schauen“ sein werde. Er gab zu, dass er „nicht sehr optimistisch“ sei, basierend auf dem, was er bereits im Testbetrieb gesehen habe.
Marquez gehörte zu den Fahrern, die in Brno die Prototypen für 2027 absolvierten, wobei sein Programm nach einem Sturz am Vormittag eingeschränkt war. Dennoch erkannte er schnell eine zentrale Folge der neuen 850-ccm-Motorenrichtung: „Die Bremszonen werden kürzer“, weil die Top-Speed geringer ist als in der 1000-ccm-Ära. Seiner Ansicht nach könnte das eher gegen Überholmanöver sprechen als sie zu erleichtern. „Der Motor ist weniger leistungsfähig, aber das macht die Brems-Punkte auch kürzer. Aber die Art, wie wir bremsen, ist härter. Am Ende wird Überholen also schwierig, manchmal sogar noch schwieriger“, sagte Marquez.
Außerdem argumentierte er, dass die Maschinen aus den Tribünen weiterhin stark und kraftvoll wirken könnten, selbst wenn das Hubraumlimit sinkt. „Das Bike ist schon ziemlich leistungsstark, auch wenn es 850cc sind. Von der Tribüne aus merkst du es vielleicht nicht einmal“, fügte er hinzu. Marquez wies darauf hin, dass die Teams bei den aktuellen 1000-ccm-Maschinen auf den meisten Geraden nicht immer das volle Drehmoment abrufen würden – als Beispiel nannte er Misano, wo die Fahrer nicht alles ausnutzen.
Neben Motor und Bremsen hob Marquez die Reifen als größte Variable hervor, die beeinflusst, wie die Rennen letztlich verlaufen. „Der größte Unterschied werden die Reifen sein. Je nach Reifen werden wir die eine oder andere Art von Rennen sehen.“
Die Regeln für 2027 sollen die Aerodynamik zurückfahren, um das Überholen zu fördern, und die Elektronik begrenzen, damit die Fahrerkunst stärker in den Vordergrund rückt als die reine Performance des Motorrads. Als Ziele werden sowohl Sicherheit als auch Unterhaltung genannt. Außerdem ist geplant, dass MotoGP 2027 von Michelin auf Pirelli-Reifen umstellt. Marquez merkte an, dass die technischen Änderungen zwar bedeutend seien, die Bikes sich in der Praxis am Ende aber „mehr oder weniger gleich“ anfühlen könnten. Er verwies dabei auf Aussagen, die Ducati-Chef Luigi Dall’Igna bereits gemacht hatte, wonach der Reifenwechsel die anderen Auswirkungen womöglich überwiegen könnte.