MARC MARQUEZ REITET MIT TADEJ POGACAR VOR DEM TOUR DE FRANCE
3 Jul·

Marc Marquez war auf zwei Rädern selten etwas anderes als ein Vorreiter, doch eine jüngste Ausfahrt mit dem Radsport-Superstar Tadej Pogacar brachte ihn klar in die Rolle des „Zweitbesten“ – zumindest im Rahmen eines geplanten Publicity-Moments. Der amtierende MotoGP-Weltmeister fuhr gemeinsam mit Pogacar auf den Straßen, eine Kooperation, die von ihren eigenen Beinen angetrieben wurde. Der Termin war so gelegt, dass er mit dem Start der Tour de France zusammenfiel.
Das Ganze wurde vor allem durch Sponsor-Aktivitäten statt durch einen direkten sportlichen Wettbewerb zwischen den beiden getragen. Die Fahrt war in erster Linie für Insta360 gedacht – eine Marke, die mit Marquez verbunden ist und die auch bei Pogacars UAE Team Emirates XRG zum Einsatz kommt. So konnten Actionkameras an den Bikes beider Fahrer montiert werden, um Material für ein Social-Media-Video zu sammeln. Auch die zeitliche Abstimmung war bewusst: Die Tour de France beginnt am Samstag (4. Juli) mit dem Grand Départ in Barcelona. Diese Kulisse half, das Zusammentreffen zwischen zwei der erfolgreichsten Athleten ihrer jeweiligen Sportarten in Szene zu setzen.
Marquez ist nicht der einzige MotoGP-Fahrer mit starkem Interesse am Radsport. Crash.net weist darauf hin, dass auch Cal Crutchlow und Jorge Martin zu den begeisterten Radfahrern im Fahrerfeld gehören. Der Artikel betont zudem die breitere Verbindung zwischen MotoGP und der Radsportwelt über Aleix Espargaro: Nach seinem Rücktritt vom Vollzeit-Rennsport unterschrieb er bei dem professionellen Team Lidl-Trek.
Pogacar reist derweil als einer der Top-Favoriten zur Tour. Er ist vierfacher Sieger der französischen Grand Tour – darunter auch Erfolge in den letzten beiden Ausgaben – und gilt weithin als einer der größten Radsportler aller Zeiten. Seine Bilanz umfasst nicht nur Grand Tours, sondern auch Eintagesklassiker: Dort hat er 13 Siege aus 24 Starts. Der Slowene hat außerdem eine seltene Doppelleistung geschafft: Er gewann in aufeinanderfolgenden Jahren (2024 und 2025) sowohl die Tour de France als auch die Straßen-Weltmeisterschaft im selben Jahr. Für 2026 wird erneut mit ihm gerechnet, als stärkster Rivale gilt Jonas Vingegaard.
Vingegaard geht nach seinem ersten Giro-d’Italia-Sieg seiner Karriere in die Tour. Dieser Erfolg Ende Mai bedeutet, dass er nun alle drei Grand Tours gewonnen hat – ein Meilenstein, den Pogacar bislang noch nicht erreicht hat, weil ihm noch ein Triumph bei der Vuelta a Espana fehlt. Auch bei den jüngsten Tour-Ergebnissen dominierten die beiden: Pogacar und Vingegaard belegten in den letzten fünf Ausgaben jeweils Platz eins und zwei. Pogacar gewann 2021, 2024 und 2025, Vingegaard holte den Titel 2022 und 2023.
Für Marquez ist der Radsport-Abstecher derweil Teil der Vorbereitung auf den nächsten MotoGP-Lauf in Deutschland am Sachsenring. Der Fahrer des Ducati Lenovo Teams reist in einer Woche dorthin. Der Sachsenring wird als seine erfolgreichste Strecke beschrieben: Er hat dort neun MotoGP-Siege und 12 über alle Grand-Prix-Klassen hinweg. In der WM-Jagd verfolgt Marquez einen Rückstand von 40 Punkten auf Jorge Martin. Die Ausgangslage wird im Artikel klar formuliert: Wenn Marquez die Lücke schließt und den Titel zum achten Mal gewinnt, würde er Giacomo Agostinis Rekord in der Premier-Klasse egalisieren und einen Weltmeistertitel an Valentino Rossi vorbeiziehen – zugleich würde er Rossi auch über alle Kategorien hinweg bei den Weltmeisterschaften überholen.
Ob es nun ein Marketing-Gag war oder nicht: Das Zusammentreffen von Marquez und Pogacar sticht als Aufeinandertreffen von Elite-Talent heraus – zwei Athleten, deren Karrieren durch Dominanz auf zwei Rädern geprägt wurden. Und selbst wenn Marquez sich für eine Ausfahrt dem besten Radrennfahrer der Welt geschlagen geben musste, bleibt die Begegnung ein bemerkenswerter Moment.