MARC MARQUEZ SAGT, DASS ES ALS SPANIER DEN SCHRITT VON MOTO2 ZU MOTOGP SCHWERER MACHT
6 Jul·

Marc Marquez stellt die Idee infrage, dass „spanisch sein“ auf dem Weg in die MotoGP automatisch ein Vorteil auf der Strecke ist. Seiner Ansicht nach kann die Nationalität für Fahrer, die von Moto2 in die MotoGP aufsteigen wollen, sogar zusätzlichen Druck bedeuten.
Bei einem Sponsor-Event für Insta360 und Orange España, bei dem der YouTuber Gawl Bike ihn nach dem Wechsel von Moto2 zu MotoGP fragte, sagte Marquez, dass der Weg dorthin nicht für alle gleich bewertet werde. Spanische Fahrer müssten demnach eine höhere Hürde nehmen, weil so viele von ihnen bereits im Rampenlicht stünden und der Markt mit Talent gesättigt sei. „Der Sprung von Moto2 nach MotoGP hängt von deiner Nationalität ab. Wenn du Spanier bist, musst du es wirklich sehr gut machen. Wenn das der Fall ist, weil es so viele Spanier gibt und am Ende sind sie die am meisten Gesuchten.“
Marquez räumte ein, dass die Wahrnehmung Spaniens oft positiv sei – auch wegen der langen Tradition des Landes mit Top-Fahrern. Gleichzeitig könne dieser Erfolg aber Neueinsteiger auch bremsen, weil die Erwartungen steigen, wenn es bereits viele spanische Kandidaten gibt. Dem stellte er gegenüber, dass Größe letztlich unabhängig von der Herkunft erkannt werde: „Aber die Großen, egal ob sie Spanier, Italiener oder sogar Chinesen sind, das ist egal; das sind die, die großartig sind.“
Die Aussagen fallen inmitten einer breiteren Debatte darüber, dass die MotoGP mit spanischen Fahrern überfüllt sei und ob dadurch weniger Chancen für talentierte Fahrer aus anderen Ländern entstünden. In dem Bericht heißt es, dass Ducati im nächsten Jahr Pedro Acosta und Marquez im Werksteam zusammenbringen wird, und dass Ducati-CEO Claudio Domenicali auf Kritik an einer rein spanischen Aufstellung reagiert habe. Marquez’ Position verschiebt den Fokus jedoch: Er betrachtet weniger die Chancen, die spanische Fahrer bekommen, sondern die zusätzliche Beobachtung, der sie ausgesetzt sind.
Neben der Nationalität betonte Marquez auch die Rolle von Moto2 als entscheidenden „Filter“ vor der MotoGP. Auf die Frage, warum Moto2 für die Entwicklung wichtig ist, argumentierte er, dass dort Fahrer herausgefiltert werden, die wirklich das nötige Niveau haben – im Gegensatz zu jenen, die möglicherweise von Umständen wie dem Material profitieren. „Schaut, für die jungen Fahrer von heute, mit jedem Motorrad mit Vier-Takt-Motoren, ist der echte Qualitätsfilter Moto2. Das ist die Stufe, die herausfiltert, wer Talent hat und wer nicht, wer hart arbeitet und wer nicht.“
Moto3 beschrieb er als sinnvollen Einstieg, um Tempo und Rohanlage zu erkennen, doch den entscheidenden Unterschied sieht er in Moto2: „Offensichtlich ist Moto3 nützlich, weil man sieht, wer Talent hat, wer schnell ist und wie er es macht. Aber Moto2 ist das, was die Talente von denen trennt, die es nicht sind.“
Sein übergeordnetes Argument lautet, dass Moto2 und Moto3 – auch wenn sie sich von der MotoGP-Technik unterscheiden – unter derselben Reglement-Struktur laufen. Das helfe Fahrern, sich an die Bedingungen an der Spitze zu gewöhnen. Der Bericht ergänzt zudem, dass die meisten MotoGP-Fahrer über Moto2 kommen und manchmal auch über Moto3 – was die Idee stützt, dass die Nachwuchsklassen dazu dienen, Talent vor dem finalen Schritt vorzubereiten und zu sortieren.