Skip to content
64°

MARCO BEZZECCHI STÜRZT IN ASSEN, NACHDEM ER DIE KONTROLLE ÜBER DAS VORDERRAD VERLIERT

7 Jul·

Das MotoGP-Wochenende von Marco Bezzecchi in Assen nahm eine dramatische Wende, als der Aprilia-Pilot in Runde zwei heftig stürzte. Der Vorfall ereignete sich in Kurve 15, wo er die Kontrolle über das Vorderrad seiner RS-GP verlor. Danach rutschte er in den Kies und drehte sich anschließend mehrfach um die eigene Achse.

Bezzecchi beschrieb später in seinem Blog, wie schwer der Sturz gewesen sei: Er habe zwar schon viele ernste Stürze erlebt, der am Sonntag sei aber „wahrscheinlich einer der schlimmsten“. Er betonte, dass er zwar nichts gebrochen habe, „der Aufprall aber wirklich heftig“ gewesen sei. Außerdem erklärte er den Ablauf: Er griff Marc im Kampf um den vierten Platz an und war beim Einlenken minimal schneller in die Kurve hineingefahren, als die Maschine „zulassen“ konnte. „Fast 200 km/h“ waren die Geschwindigkeit, als er die Kontrolle über das Vorderrad verlor. Danach habe er „keine Kontrolle mehr gehabt – nur Kies, Kies, Kies und schließlich die Mauer“.

Unmittelbar danach sagte Bezzecchi, er sei für einige Sekunden reglos geblieben, um wieder Luft zu bekommen, während er zwischen den Streckenposten stand. Er dankte den Offiziellen für die Hilfe und konnte anschließend selbstständig stehen und zum Krankenwagen gehen – etwas, das er nach so einem Sturz als „etwas zum Dankbarsein“ bezeichnete.

Die medizinischen Checks verliefen zunächst gut. Bezzecchi erklärte, dass die ersten Untersuchungen im Medical Centre keine neurologischen Verletzungen gezeigt hätten und dass seine Arme und Beine reagierten. Allerdings berichtete er starke Nackenschmerzen, und das medizinische Team wollte keinerlei Risiko eingehen. Deshalb wurde er zur weiteren Abklärung ins Krankenhaus nach Groningen verlegt, wo er „das komplette Programm“ an CT- und Röntgenuntersuchungen erhielt. Den Nachmittag verbrachte er mit dem Warten auf die Ergebnisse und beschrieb die Angst, die er empfand, als ähnlich wie das, was Zuschauer zu Hause wohl erlebt haben.

Auch wenn der Sturz ihm im WM-Kampf Schwung kostete, wurde sein Gesamtzustand als glücklicherweise gut beschrieben. Abgesehen von einigen Verletzungen vermied er größere Schäden. Die sportlich größte Folge war, dass er die WM-Führung an seinen Teamkollegen Jorgen Martin abgeben musste. Nach dem Assen-Wochenende lag Bezzecchi mit sieben Punkten Rückstand auf den „Martinator“.

Mit Blick auf das Wochenende sagte Bezzecchi, er sei in Assen hochmotiviert angekommen – und das habe man gesehen: Er fuhr in den Freitagstrainings die schnellste Zeit, startete aus der vorderen Reihe und hatte ein Motorrad, das sowohl über eine einzelne Runde als auch über die Renndistanz gut funktionierte. „Ich hatte das richtige Gefühl“, sagte er, räumte aber ein, dass im Rennen „sehr wenig“ ausreicht, um alles auf den Kopf zu stellen.

Auf die Frage, worauf er nach dem Sturz fokussiert sei, machte Bezzecchi klar, dass sich seine Prioritäten verschoben hätten. „Ich musste die Führung in der WM abgeben, aber ehrlich gesagt sind die Gesamtstände im Moment das Letzte, woran ich denke“, sagte er. „Wichtig ist, dass es mir gut geht, dass ich wieder aufs Bike komme und dass Aprilia den Tag trotzdem mit einem Triple-Sieg beendet hat.“ Er ergänzte, dass das Ergebnis für das gesamte Team positiv sei, auch wenn der Sonntag für ihn persönlich schwierig gewesen sei.

View sources