MELANDRI SAGT, AI OGURA KÖNNTE MARC MARQUEZ BEIM GRAND PRIX VON DEUTSCHLAND ÜBERRASCHEND IN BEDRÄNGNIS BRINGEN
9 Jul·

Marco Melandri glaubt, dass Marc Marquez’ Dominanz auf dem Sachsenring am kommenden Wochenende beim Deutschen Grand Prix 2026 nicht nur von den üblichen Spitzenfahrern auf die Probe gestellt werden könnte, sondern auch von einem Piloten, der nicht immer im Mittelpunkt steht. Marquez kommt mit einer beeindruckenden Bilanz für die Strecke in Sachsen: Über die vergangenen 16 Jahre hat er den Kurs quasi zu seiner Heimstätte gemacht. Der 33-Jährige hat in Deutschland in allen Klassen 12 Grand-Prix-Siege auf dem Konto, darunter sein erster Sieg beim deutschen GP 2010 in der 125-ccm-Klasse, plus zwei Moto2-Erfolge. Zudem blieb er beim Event zwischen 2010 und 2021 ungeschlagen; selbst als er 2022 und 2023 fehlte, kehrte er 2024 zurück und wurde Zweiter.
Dennoch erwartet Melandri in diesem Jahr keine einfache Wiederholung früherer Erfolge. Im Podcast „Chiacchiere da Box“ sagte der ehemalige Fahrer: „Behaltet Ogura im Blick“, und ergänzte: „Vielleicht geben wir ihm nicht die Anerkennung, die er verdient, weil wir es gewohnt sind, vor allem zu denken, dass die Italiener und Spanier besser sind. Aber ich befürchte, er wird ein sehr, sehr harter Gegner zu schlagen.“ Melandris Sorge gilt dem Trackhouse-Piloten Ai Ogura, den er auf einer Strecke für eine ernsthafte Bedrohung hält, auf der Marquez historisch besonders stark war.
Oguras jüngste Form untermauert diese Warnung. Nach seinem Sieg beim Dutch Grand Prix zuletzt kam der 25-Jährige in Deutschland auch mit dem Rückenwind seiner ersten MotoGP-Pole-Position beim Tschechischen Grand Prix, zwei Rennen zuvor. In Brünn machte er aus der Pole einen zweiten Platz und forderte Marquez eng heraus: Marquez gewann am Ende nur mit 0,421 Sekunden Vorsprung. Melandris Einschätzung ist, dass Oguras Pace in den Schlussphasen in Brünn darauf hindeutete, dass er schneller sein könnte, als das Ergebnis allein vermuten lässt.
Auch die Streckencharakteristik könnte die Paarung beeinflussen. Da 10 der 13 Kurven Linkskurven sind, deutete Melandri an, dass Marquez’ laufende Genesung von Arm- und Schulterverletzungen weniger störend sein dürfte als noch in Assen, wo Marquez wegen seines Arms Probleme hatte. Trotzdem ist es die Kombination aus Oguras Schwung und dem konkurrenzintensiven Umfeld in der MotoGP, die Melandri aufmerksam werden lässt.
Außerdem verwies er auf das größere Leistungsbild: Das Niveau der Ducati GP26 2026 im Vergleich zur Aprilia RS-GP könnte dazu führen, dass Marquez nicht nur das Rennen kontrollieren, sondern einen Kampf managen muss. Melandri glaubt, dass Marquez den jeweils nächsten Ducati-Fahrer um rund fünf Sekunden schlagen kann, erwartet aber, dass die Aprilia-Bedrohung real ist—was bedeutet, dass Oguras Herausforderung sich möglicherweise mit einem breiteren Kampf an der Spitze verbinden könnte.