MICHAEL LAVERTY SAGT, ER HABE GEHÖRT, DASS BRAD BINDER 2027 ZU MOTOAMERICA WECHSELN KÖNNTE
10 Jul·

Brad Binders Zukunft jenseits von MotoGP wird zunehmend zum großen Gesprächsthema, denn sein KTM-Vertrag läuft zum Saisonende aus. Da der österreichische Hersteller sein Fahreraufgebot bereits umkrempelt, wirkt es immer wahrscheinlicher, dass Binder in der Königsklasse keinen Platz mehr bekommt.
KTM hat schnell Ersatz für die kommende Saison gesichert: Alex Marquez wird zum Team stoßen, und Fabio Di Giannantonio macht ebenfalls den Schritt nach Munderfing. Die Änderungen kommen, nachdem KTM Pedro Acosta zu Ducati versetzt hat. Dadurch ist Binder aktuell der am stärksten gefährdete Fahrer innerhalb der KTM-Struktur. Da sich um ihn herum offenbar keine MotoGP-Optionen abzeichnen, wird Binder nun mit Alternativen außerhalb der Klasse in Verbindung gebracht.
In einem Gespräch bei TNT Sports 2 sagte der frühere Fahrer Michael Laverty, er habe „ein Gerücht gehört“, wonach Binder 2027 MotoAmerica in Betracht ziehen könnte, falls er keine Chance im World Superbike bekommt. Lavertys Aussagen spiegelten zudem eine breitere Sorge über den Verlust wichtiger Namen wider: Es wäre „schade“, wenn MotoGP sowohl Brad Binder als auch Jack Miller vom Grid verlieren würde.
Die MotoAmerica-Verbindung ist nicht ohne Vorbild. Laverty verwies auf Danilo Petrucci als Beispiel für einen Fahrer, der nach dem Verlust eines MotoGP-Sitzes bereits gewechselt ist. Petrucci wurde 2022 Zweiter in der MotoAmerica-Gesamtwertung, bevor er für die Saison 2023 in die Superbike-WM wechselte.
Auch persönlich gibt es einen Bezug zur MotoAmerica-Spekulation: eine mögliche Wiedervereinigung mit Binders Bruder Darryn Binder. Darryn startet in dieser Saison in der Supersport-Support-Kategorie von MotoAmerica, nachdem er Moto2 verlassen hat. Laut Bericht führt er derzeit die Gesamtwertung, nachdem er aus neun Rennen vier Siege geholt hat.
Neben MotoAmerica dreht sich das Gerücht auch um World Superbike. Es heißt, Binders Manager habe mit dem Ducati-Team in der Superbike-WM über einen möglichen Ersatz für Nicolò Bulega gesprochen, falls Bulega nächstes Jahr mit VR46 den Weg in MotoGP einschlägt. Der Bericht betont jedoch, dass Bulegas Sitz stark begehrt ist, sodass Binder mit erheblicher Konkurrenz rechnen müsste.
Als mögliche Station wird außerdem BMW genannt. Der Bericht behauptet, BMW erwäge Binder für einen World-Superbike-Einsatz im nächsten Jahr – vermutlich nachdem man sich von Petrucci getrennt hat, der erst seit einem Jahr im Amt ist. Selbst wenn dieses Interesse besteht, müsse Binder sich dennoch um einen der verfügbaren BMW-Plätze durchsetzen; als wichtigste Alternative wird Moto2-Talent Manuel González beschrieben. Auch Miller und Aron Canet werden als Fahrer genannt, die ebenfalls in Frage kommen könnten.
Während im gesamten Paddock vor allem diskutiert wird, wo Binder landen könnte, äußerte Sylvain Guintoli – mit Blick auf KTM’s Vorgehen – Überraschung darüber, dass das Team Binder vor den 2027er Regeln nicht mit einem „richtigen“ Test auf der KTM-850-ccm-MotoGP-Maschine ausgestattet habe. Guintoli verwies darauf, dass sich die Reifensituation verändert: Pirelli ersetzt Michelin. Er argumentierte, dass „alle versuchen werden, genau dieses Bike zu attackieren“, weshalb ein Test besonders wertvoll sei.
Guintolis Einschätzung: Binders Fahrstil sei unverwechselbar und könnte zur neuen Ausrichtung passen. Er sagte, er habe „immer gedacht“, dass Binder „einen anderen Stil“ habe, und dass das mit dem 850-ccm-Paket funktionieren könnte. Zudem werde sich sehr schnell zeigen, ob es passt. Er beschrieb den Stil als „natürlichen Fahrstil“, der sich auf jedes Motorrad übertragen lasse, und kam zu dem Schluss, KTM hätte „sehr, sehr schnell“ herausfinden können, ob es mit Pirellis funktioniert.
Da KTM bereits neue MotoGP-Verpflichtungen fest eingeplant hat und Binders MotoGP-Zukunft ungewiss bleibt, formen die berichteten Optionen – MotoAmerica als Ausweichlösung und World Superbike als direkterer Weg – nun die Erzählung darüber, was als Nächstes für den Südafrikaner ansteht.