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MICHELE PIRRO SAGT, CASEY STONER KEHRTE ALS DUCATI-TESTFAHRER ZURÜCK, UM EINEN PUNKT ZU BEWEISEN

4h ago·

Ducati-Testfahrer Michele Pirro hat Casey Stoners Rückkehr in die Borgo-Panigale-Fabrik als Testfahrer im Jahr 2016 scharf kritisiert. Seiner Ansicht nach ging es dem Australier weniger darum, dem Team zu helfen, sondern vor allem darum, sich selbst zu beweisen.

In dem Podcast „Mig Babol“ erklärte Pirro, er habe zunächst gedacht, Stoner wolle vor allem wieder zurück ins Rennen. „Ich dachte: ‚Hey, er will rennen, er will fahren‘“, sagte Pirro. „Aber in Wirklichkeit war er größtenteils da, um sein Ego, sein Talent zu demonstrieren und zu zeigen, was er kann.“ Für Pirro habe Stoner kein Interesse an der Art von strukturiertem Entwicklungsarbeit gehabt, die normalerweise mit einer Testrolle einhergeht. „Er war nicht wirklich daran interessiert, systematische Testarbeit zu machen oder konstruktives Feedback zu geben.“

Pirro fügte hinzu, dass Stoner zwar möglicherweise mit einer begrenzten Zahl an Einsätzen außerhalb des regulären Programms klarkommen könnte, sein Ansatz aber nicht zu dem passte, was Ducati insgesamt brauchte. „Vielleicht hätte er ein oder zwei Wildcard-Rennen gemacht, aber er wäre gekommen, hätte gefahren und im Grunde so getan, als wären alle anderen nutzlos.“

Der Italiener stellte außerdem klar, dass Stoners Prioritäten eher persönlich als gemeinschaftlich gewesen seien. „Er arbeitete nicht für eine übergeordnete Team-Vision; er arbeitete für sich selbst“, sagte Pirro. Er verwies darauf, wie Stoners bevorzugte Abstimmung und seine Anforderungen an die Elektronik es anderen schwer machten, seine Leistung nachzuvollziehen. „Sogar die Bike-Setup, das er bevorzugte: Wenn man mit seinen Mappings gefahren ist, konnte es nur er. Lorenzo ist eine Out-Lap gefahren und sofort wieder raus; ich habe auch eine Runde gemacht und bin gestoppt.“

Auf die Frage, warum Stoners Stil und Anforderungen so schwer zu kopieren seien, hob Pirro vor allem Stoners Wunsch hervor, die Maschine vollständig unter Kontrolle zu haben. „Er wollte totale manuelle Kontrolle über das Bike“, sagte Pirro. „Im Gegensatz zu Standardfahrern wollte er alles in seinen eigenen Händen.“

Laut Pirro regelte Stoner den Grip mit der Hinterradbremse statt sich auf starke elektronische Unterstützung zu verlassen. „Er kontrollierte die Traktion selbst mit der Hinterradbremse, also wollte er keine schwere Traktionskontrolle oder Anti-Wheelie-Eingriffe.“ Pirro behauptete zudem, dass Stoner auch das Wheelie-Management selbst ausführen wollte. „Sogar beim Managen der Wheelies auf einem MotoGP-Bike wollte er es manuell machen.“

Aus diesem Ansatz habe sich eine Kommunikationslücke ergeben: Stoners Erklärungen seien für andere Fahrer schwer in etwas Umsetzbares zu übersetzen. „Wenn er Dinge erklärte, war das verrückt. Wenn man mit Lorenzo oder Dovi sprach, konnte ich nachvollziehen, was sie beschrieben. Aber mit Stoner zu reden war, als würde jemand etwas Grau oder Blau ansehen und dir sagen, es sei knallhart schwarz.“

Das Gespräch berührte auch den größeren Kontext von Stoners Ducati-Vermächtnis. Pirro betonte, dass Stoner weiterhin ein zentraler Teil der Ducati-Geschichte in der Königsklasse sei, und erinnerte daran, dass der Australier der erste Fahrer gewesen sei, der einen Weltmeistertitel nach Bologna zurückgebracht habe. Pirro verwies außerdem auf Stoners legendären Auftritt bei einem privaten Ducati-Test in Sepang, bei dem er gesagt habe, Ducati-Mitarbeiter hätten das Leistungsniveau erkannt, das Stoner mitbrachte. Zudem erwähnte er, dass Davide Tardozzi davon überzeugt gewesen sei, Stoner sei „eine Liga über Marc Marquez“, und dass Sylvain Guintoli „immer noch ungläubig“ darüber sei, was er vom zweifachen Champion gesehen habe.

Zum Schluss merkte Pirro an, dass Stoner Berichten zufolge für den 2016er Argentinien-Grand-Prix als Ersatz für den verletzten Danilo Petrucci angeboten worden sei, Stoner das jedoch wegen fehlender Rennfitness abgelehnt habe. In Pirros Darstellung habe diese Episode dazu beigetragen, die Erwartungen an Stoners Ducati-Rückkehr zu formen.

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