MORBIDELLI KÄMPFT BEI VR46, WÄHREND TEAMMANAGER UNTERSTÜTZUNG FORDERT
1 Jul·
Die aktuelle MotoGP-Saison von VR46 ist von einem deutlichen Kontrast geprägt: Während Fabio di Giannantonio in den Titelkampf hineingesprungen ist, kämpft sein Teamkollege Franco Morbidelli weiter um Form. Nach dem Grand Prix in Assen steht Morbidelli in der Gesamtwertung auf Rang 16 mit lediglich 43 Punkten, während di Giannantonio bereits 177 Zähler auf dem Konto hat und als bester Ducati-Pilot der Meisterschaft auf Platz drei liegt.
Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com räumte VR46-Teammanager Pablo Nieto ein, dass die Situation „nicht einfach“ sei. Er hob hervor, dass di Giannantonio Fortschritte gemacht habe, während Morbidelli ungefähr auf dem Niveau von der vergangenen Saison geblieben sei. Nieto betonte zudem, dass die Messlatte in dieser Saison insgesamt höher liegt und dadurch die Lücke zwischen den beiden Teamkollegen größer geworden ist.
Morbidelli fährt eine Ducati der 2025er-Spezifikation – also das gleiche Modell, mit dem sowohl Francesco Bagnaia als auch di Giannantonio im vergangenen Jahr immer wieder um Siege und vordere Plätze kämpfen konnten. Dennoch ist Nieto überzeugt, dass bei Morbidelli noch mehr Potenzial vorhanden ist als die bisherigen Ergebnisse vermuten lassen. „Wir müssen Franco weiter unterstützen, weil wir wissen, dass sein Potenzial tatsächlich mindestens für die Top-5 reicht“, sagte Nieto. Er machte klar, dass das Team nicht möchte, dass Morbidelli so weit zurückliegt. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Saison bereits gezeigt hat, was möglich ist: Morbidelli war in der Startaufstellung auf der ersten Reihe und fuhr sogar im Sprint zu einem Podest. Für Nieto beweisen solche Momente, dass Morbidelli um Podiumsplätze kämpfen kann, wenn „an einem bestimmten Wochenende alles zusammenkommt“.
Neben den Zahlen sieht Nieto vor allem ein größeres Problem: Morbidellis mentale Verfassung. Auf die Frage, wie stark ihn die enttäuschenden Resultate psychologisch belasten, antwortete Nieto sehr direkt: „Sehr.“ Er beschrieb Morbidelli als Fahrer, der stark auf Selbstvertrauen und das richtige Gefühl angewiesen ist und bei dem der Wunsch besteht, alles unter Kontrolle zu haben. In einer solchen Lage werde diese Denkweise „natürlich sehr schwierig“.
Deshalb ist die Unterstützung des Teams jetzt besonders entscheidend. Nieto betonte, dass Motorsport letztlich ein Individualsport ist – „der Fahrer ist allein auf der Strecke“ – und stellte dennoch klar, dass VR46 alles tun muss, um Morbidelli die bestmöglichen Ergebnisse zu ermöglichen.
Eine weitere Ebene der Teamreaktion kommt von Valentino Rossi. Morbidelli gehört seit vielen Jahren zur VR46 Academy, und Nieto sagte, Rossi sei eng in die Bemühungen eingebunden, ihn durch die Krise zu bringen. „Mit Valentino sprechen wir sehr viel darüber“, erklärte Nieto. „Wir versuchen gemeinsam, Franky so gut wie möglich zu unterstützen.“ Nieto sagte, Rossi frage ständig, wie das Team sich verbessern kann und was man aus früheren Fehlern lernen könne, und beschrieb ihn als „sehr involviert“.
Nieto erklärte auch, dass Rossi’s Engagement nicht überraschend sei. „Franky ist seit vielen Jahren Teil der Academy“, sagte er. „Wir kennen ihn sehr lange und wir mögen es nicht, ihn dort zu sehen, wo er im Moment ist.“ Nieto fügte hinzu, dass dem Team bewusst ist, dass Morbidelli unter den aktuellen Umständen leidet.
Der Zeitpunkt des sportlichen Einbruchs erhöht den Druck zusätzlich. Sein Vertrag mit VR46 läuft nach der Saison 2026 aus, und für 2027 wird – basierend auf der aktuellen Situation – nicht erwartet, dass er beim Team bleibt. Vor diesem Hintergrund unterstreichen Nietos Aussagen die Dringlichkeit einer Wende in der zweiten Saisonhälfte: sowohl, um seine Position im Paddock zu festigen, als auch um seine Chancen über VR46 hinaus zu verbessern.