MOTOGP 2027 IN UNGARN IN DER SCHWEBE, DA BALATON-PARK-VERTRÄGE AUSLAUFEN
3d ago·
Die Zukunft des MotoGP-Engagements in Ungarn wird vor der Vorbereitung des MotoGP-Kalenders 2027 infrage gestellt. Der Balaton Park Circuit nahe dem Plattensee sollte als langfristiger Standort für einen dauerhaften Ungarn-Grand-Prix dienen und brachte bereits große Motorrad-Rennsport-Events in die Region: 2025 debütierte dort die Superbike-WM, nur wenige Wochen später folgte MotoGP. Trotz erster Kritik von Fahrern an der Streckencharakteristik – besonders an Kurve 1, die als knifflig beschrieben wurde – hatte sich der Kurs sportlich etabliert und einen Platz im Kalender gesichert. Das größere Problem liegt inzwischen jedoch außerhalb der Strecke: Nach zwei Jahren erfüllt der Veranstaltungsort die Marketing-Erwartungen von MotoGP nicht. Laut Bericht sei der Balaton Park Circuit „zu klein“ und „nicht glamourös genug“, vor allem aber bleibe die Zuschauerzahl hinter dem Ausmaß des globalen Spektakels zurück. Für den zuletzt genannten Ungarn-Grand-Prix werden rund 80.000 Fans an drei Tagen im Juni genannt. Der Artikel stellt das in den Kontext des Grand Prix in Australien: Obwohl Phillip Island einen ikonischen Ruf hat, passen langfristige Ausrichtung und tatsächliches Ergebnis der Veranstaltung nicht zusammen – daher wurden die Verträge mit Phillip Island und Balaton Park nicht verlängert.
Der größere ungarische Plan zielte langfristig darauf ab, das Rennen nach Budapest zu verlegen. Der Bericht argumentiert, Ungarn habe mit dem Hungaroring bereits eine publikumsstarke Rennstätte und verweist auf das Formel-1-Modell, bei dem in den letzten Jahren etwa 300.000 Zuschauer erreicht wurden. Gespräche über eine Budapest-basierte MotoGP hätten 2025 bereits begonnen, seien aber ins Stocken geraten – unter anderem wegen Veränderungen in der politischen Landschaft des Landes. Zwar wird das Potenzial des Hungarorings anerkannt, doch ein schneller Wechsel vom Balaton nach Budapest ist derzeit nicht möglich. Hauptgrund ist die MotoGP-Homologation: Der Hungaroring verfügt nicht über die erforderliche Freigabe, und die nötigen Investitionen – laut Bericht im hohen zweistelligen Millionenbereich – wurden vom Staat für den eigenen Betrieb nicht freigegeben. Zudem betont der Bericht, dass eine Rückkehr der MotoGP nach Budapest nicht nur Geld, sondern auch Zeit erfordern würde – und diese Zeit für die Planungsphase 2027 nicht zur Verfügung steht.
Carlos Ezpeleta bestätigte im Gespräch mit SPEEDWEEK.com, dass MotoGP mit den zuständigen Behörden in Kontakt ist und langfristig Potenzial am Hungaroring sieht. Er sagte: „Wir sind in Kontakt mit den Verantwortlichen und sehen, wenn wir in die längere Zukunft blicken, mehr Potenzial am Hungaroring für die Ausrichtung des Ungarn-Grand-Prix.“ Gleichzeitig machte er klar, dass der Zeitplan für die Anpassungen der zentrale Knackpunkt ist: „Wir versuchen in den Gesprächen mit der Regierung zu verstehen, wie der Zeitplan für die Anpassung des Hungarorings aussieht. Stand jetzt sieht es nach einer sehr großen Herausforderung aus, weil wir bereits kurz davor sind, den 2027er-Kalender abzusegnen. Wie ich sagte: Unser Interesse ist da, aber die Situation bedeutet, dass wir Ungarn für die längerfristige Planung im Blick behalten müssen. Für 2027 wird es sehr schwierig.“
Auch wenn der Bericht den Ungarn-Grand-Prix für 2027 nicht ausdrücklich als endgültig abgesagt bezeichnet, wird die Richtung faktisch als entschieden dargestellt: Ungarn soll aus dem MotoGP-Jahr 2027 herausgenommen werden. Das kurzfristige Terminproblem wird als beherrschbar beschrieben, weil die MotoGP Sports Entertainment Group ohnehin gegen einen bestehenden Austragungsort hätte entscheiden müssen, um die vereinbarte Gesamtzahl von 22 MotoGP-Events zu erreichen. Der Grund: 2027 kommt eine feste Zusatzstation in Südamerika hinzu – Buenos Aires in Argentinien.
Ganz geschlossen ist die Tür jedoch nicht. Sollte die ungarische Regierung Gelder für Modernisierungen am Hungaroring in Budapest freigeben und damit wieder ein MotoGP-ähnliches Massen-Event möglich machen, könnten die Verhandlungen für einen Ungarn-Grand-Prix wieder an Fahrt gewinnen.