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MOTOGP AM SACHSENRING STÄRKT REGIONALE WIRTSCHAFT VON SUPERMÄRKTEN BIS ZU HOTELS

7 Jul·

Mit dem nahenden MotoGP-Wochenende am Sachsenring ist die Wirkung des Events weit über die Strecke hinaus spürbar. In Geschäften in der gesamten Region – rund um Chemnitz und weit darüber hinaus – bauen Händler bereits thematische Auslagen auf und bieten sogar Renn-Repliken an. Ein großer Lebensmittelhändler nahe Chemnitz hat beispielsweise eine KTM RC16-Replik aufgebaut und unterstreicht damit, wie tief der Grand Prix inzwischen in das lokale Leben eingebunden ist.

Der wirtschaftliche Effekt ist erheblich. Laut Studien des kommerziellen Partners von MotoGP, MSEG (früher Dorna), erzeugen Besucher eines Grand Prix im Schnitt rund 119 Millionen Euro an wirtschaftlichem Mehrwert für die Region. Weitere 8 Millionen Euro kommen durch etwa 4.000 Menschen zustande, die an Organisation und Teams beteiligt sind. Insgesamt wird geschätzt, dass das größte Motorsport-Event Deutschlands rund 130 Millionen Euro in die lokale Wirtschaft bringt – verteilt auf Gastronomie und Hotels sowie Ausgaben an Tankstellen, in Supermärkten und sogar auf Campingplätzen.

Auch die Nachfrage nach Unterkünften spiegelt die wachsende Reichweite wider. Das Einzugsgebiet hat sich über die Jahre vergrößert: Die Übernachtungen reichen inzwischen weit in Thüringen hinein und bis an die deutsch-tschechische Grenze. Wer am Sachsenring-Wochenende noch ein freies Hotelzimmer sucht, muss frühzeitig buchen. Viele Hotels in Chemnitz sind bereits etwa eine Woche vor dem Event ausgebucht, und verbleibende Zimmer können mit einem deutlichen Aufpreis verbunden sein. Neben den direkten Ausgaben ist auch der Medien-Effekt groß: Eine frühere MSEG-Einschätzung bezifferte die Medienwirkung auf 23 Millionen Euro.

Die Ticketpreise bleiben ein zentrales Gesprächsthema. Das 3-Tage-Stehplatzticket kostet 110 Euro, während ein vergleichbares Stehplatzticket in Silverstone Berichten zufolge dem Gegenwert von rund 170 Euro entspricht. Für Fans, die MotoGP einmal „schnuppern“ möchten, ohne sich für das komplette Wochenende festzulegen, kostet das Tagesticket am Freitag 40 Euro. Zwar sind diese niedrigeren Preise für Zuschauer attraktiv, können für den Veranstalter jedoch zum Problem werden, falls die Besucherzahlen sinken – allerdings berichtet Speedweek, dass die Tribünensitze seit Jahren nahezu ausverkauft sind.

Politische Unterstützung ist ein weiterer Pfeiler für die Stabilität des Sachsenrings. Speedweek zufolge besucht Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer den Kurs regelmäßig und bezeichnet das Bundesland als „Motorsport-Land“. Der Grand Prix soll sich demnach weitgehend selbst finanzieren: Das Land leistet zwar Unterstützung, übernimmt aber nicht die vollständige Beteiligungsgebühr, die andere Regionen manchmal übernehmen. Allerdings gibt es zunehmend Diskussionen darüber, ob auch der Bund die Bedeutung des Events anerkennen und finanziell beitragen sollte. Vertraglich ist MotoGP bis 2031 am Sachsenring gesichert, und die 100-jährige Jubiläumsfeier der „Kult“-Streckenführung des Kurses ist für 2027 geplant. Der Artikel deutet außerdem darauf hin, dass in dem kommenden Wochenende möglicherweise erneut die Marke von 250.000 Besuchern geknackt werden könnte.

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