MOTOGP SACHSENRING VERZEICHNET 261.831 ZUSCHAUER IM JAHR 2026 UND SPRINGT ÜBER DIE 260.000-MARKE
13 Jul·
Die Rückkehr von MotoGP zum Sachsenring im Jahr 2026 brachte einen neuen Zuschauerrekord: Der Große Preis von Deutschland verzeichnete 261.831 Zuschauer und damit erstmals mehr als 260.000. Zudem war es bereits das fünfte Jahr in Folge, in dem der Sachsenring für das deutsche Rennen einen neuen Publikumsrekord aufstellte – ein Zeichen für das anhaltende Wachstum der Königsklasse in Hohenstein-Ernstthal.
Die Besucherzahlen verteilten sich über das Wochenende: 70.754 Fans kamen am Donnerstag und Freitag, 92.654 am Samstag und 98.423 am Renntag. Berichten zufolge waren die Tribünen besonders gut gefüllt; sowohl am Samstag als auch am Sonntag waren einzelne Bereiche ausverkauft. Zum Rekordwochenende trugen sommerähnliches Wetter, hochklassiger Motorsport sowie eine von den Veranstaltern beschriebene ruhige und einladende Atmosphäre rund um die traditionsreiche Strecke bei.
ADAC-Sportpräsident Dr. Gerd Ennser wertete die Zahlen als Beleg dafür, dass das Event längst mehr als nur ein Rennwochenende ist. „Die Begeisterung für den Motorrad Grand Prix hat dieses Wochenende ein neues Niveau erreicht. 261.831 Besucher haben ein friedliches Motorsport-Festival gefeiert“, sagte er. Ennser verwies außerdem auf die Fankultur, die in diesem Jahr als sächsischer Kulturwert anerkannt worden sei. „Die Besucher haben eindrucksvoll gezeigt, was diese Kultur bedeutet – mit diesem friedlichen Motorsport-Volksfest.“
Ennser betonte zudem, dass der Große Preis von Deutschland weiterhin ein wichtiger Fixpunkt für die Region und für den Sport in Deutschland bleibt. „Wir freuen uns, jedes Jahr hier zu sein. Am Sachsenring herrscht eine tolle Atmosphäre“, sagte er und ergänzte, dass die Veranstaltung inzwischen zum zweitgrößten Einzelsport-Event in Deutschland gewachsen sei. Er stellte die Größenordnung auch im Vergleich zu anderen großen internationalen Events heraus: „Sogar Wimbledon hat weniger Zuschauer. Nur die 24 Stunden vom Nürburgring haben mehr.“ Für Ennser können Sachsen und die Region stolz darauf sein, was an Rennwochenenden passiert. „Sachsen und die Region können unglaublich stolz sein. Was hier in Sachen Atmosphäre passiert, ist für Deutschland, vielleicht sogar für ganz Europa, einzigartig.“ Als wichtigen Faktor nannte er die Unterstützung des Freistaats Sachsen: „Vom Freistaat Sachsen erhalten wir eine herausragende Unterstützung.“
ADAC-Motorsportchef Thomas Voss hob hervor, dass der Sachsenring fest im MotoGP-Kalender verankert ist. Mit Blick auf Gespräche mit Dorna und Liberty Media sagte er: „Wenn man mit den Verantwortlichen bei Dorna oder Liberty Media spricht, merkt man, dass sie nicht einfach nur einen Grand Prix in Deutschland wollen. Sie wollen, dass dieser Grand Prix am Sachsenring stattfindet. Die Leute identifizieren sich mit diesem Rennen.“
Voss ging auch auf die operative Herausforderung ein, MotoGP auf einer Strecke auszurichten, die keine permanente Rennanlage ist. „In Sachen Infrastruktur und Aufbau haben wir viele Aufgaben“, sagte er und betonte zugleich, dass alle Beteiligten mit voller Hingabe daran arbeiten, das Event über die Jahre erfolgreich und nachhaltig zu gestalten. Auch finanziell müsse man die steigenden Kosten im Blick behalten, während die Veranstalter das Rennen für Fans zugänglich halten wollen. „Wir wissen, dass das Event preisintensiv ist. Wir wollen sicherstellen, dass das Event zugänglich bleibt. Das beginnt bei den Ticketpreisen und geht weiter bei den Preisen an den Cateringständen. Das haben wir dank vieler Jahre Erfahrung im Griff. Das muss weiterentwickelt und über 2031 hinaus abgesichert werden“, sagte Voss.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der am Sonntag dem Sieger Marc Marquez den Pokal überreichte, verband den Zuschauerrekord mit der Tiefe der Motorsportkultur in der Region. „Dieser Besucherrekord zeigt, wie tief der Motorsport hier verwurzelt ist. Die Leute haben Motoröl und Benzin im Blut – sie lieben es“, sagte Kretschmer. Er hob außerdem die Partnerschaft mit ADAC hervor, die „hart erarbeitet“ sei. „Das ist alles andere als selbstverständlich. Es ist harte Arbeit vom ADAC, und sie sind ein großartiger Partner. Natürlich gab es schwierige Diskussionen, aber sie waren immer fair und am Ende erfolgreich.“
Aus Sicht der Landesregierung beschrieb Kretschmer das Event als mehr als eine sportliche Show. „Wir sehen diese Veranstaltung als Beitrag zum Spitzensport in Deutschland. Wir sehen sie auch als wichtigen wirtschaftlichen Faktor für die Region. Motorsport ist bei uns willkommen“, sagte er.
Mit Blick nach vorn wird der Sachsenring 2027 sein 100-jähriges Jubiläum feiern. Die Veranstalter haben bereits besondere Aktivitäten und ein erweitertes Programm angekündigt; der Ticketverkauf für das Jubiläums-Event startet am Sonntag um 16:00 Uhr. Obwohl das genaue Datum für den Deutschen Grand Prix 2027 noch nicht bestätigt ist, geht Voss davon aus, dass es im üblichen Zeitraum bleibt. „Das hat sich bewährt. Ein Grund für die große Nachfrage am Freitag war, dass wir bereits Ferien haben“, sagte er.