MOTOGP-SICHERHEITSKOMMISSION GIBT NEUES STARTGITTER MIT GRÖSSEREN ABSTÄNDEN FREI
17 Jul·
Nach dem turbulenten Grand Prix von Katalonien, bei dem Johann Zarco beim Start Pecco Bagnaia rammte, reagierte die Sicherheitskommission von MotoGP schnell auf die Bedenken rund um die ersten Runden. Der Körper wurde nach dem Vorfall als besonders aufnahmebereit beschrieben, und die Diskussion wurde auch um die Fahrermeinungen erweitert.
Es wurden zwei zentrale Änderungen beschlossen, um die Sicherheit beim Start zu verbessern – mit Fokus darauf, wie sich die erste Beschleunigungsphase in der Königsklasse auswirkt. Erstens ist das sogenannte Hole-Shot-Device seit dem Grand Prix von Assen verboten. Das erklärte Ziel: Ohne eine mechanische Absenkung der Front der Prototypen in den frühen Momenten soll der Sprint bis zur ersten Bremszone weniger effektiv werden. Dadurch wird erwartet, dass der Geschwindigkeitsaufbau – vor allem auf Strecken mit langen Start-Ziel-Geradeaus – gedämpft wird. Das soll wiederum den starken „Sog-Effekt“ reduzieren, der Fahrer in MotoGP in engere Gruppen ziehen kann.
Zweitens genehmigte die Kommission ein neues Raster-Layout, das mehr Platz zwischen den Fahrern schaffen soll. Die aktualisierte Formation behält drei Fahrer pro Reihe bei, vergrößert aber die Abstände: Der Abstand zwischen Fahrern in derselben Reihe wurde auf einen Meter erhöht, der Abstand zwischen den Reihen beträgt nun 12 Meter. Ziel ist es, den Fahrern mehr Raum zu geben, um sich in der ersten Kurve sicher zu positionieren und zu manövrieren.
Das überarbeitete Startverfahren wurde beim Grand Prix am Sachsenring erstmals getestet und dann wie geplant in allen drei Klassen – Moto3, Moto2 und MotoGP – umgesetzt. Laut Bericht waren die Ergebnisse „mehr als überzeugend“: Starts in jeder Klasse seien ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Fahrer konnten die anspruchsvolle Kurve 1 am Sachsenring reibungslos und ohne Stürze durchfahren.
Auch wenn der Sog-Effekt am Sachsenring – aufgrund der kürzeren Annäherung im Vergleich zu Barcelona – nicht so stark erwartet wurde, waren die größeren Abstände dennoch deutlich spürbar. Moto2-Sieger Ivan Ortola hob den praktischen Unterschied aus Fahrersicht hervor: „Wenn du vorne bist und du hast einen ‚normalen‘ guten Start, macht es keinen Unterschied, aber hinter einem ist es weniger eng.“ Die Aussage deutete darauf hin, dass der Nutzen vor allem für diejenigen am größten ist, die nicht anführen: Engere Abstände können das entscheidende Sortieren in der ersten Kurve schwieriger machen.
Aus der Königsklasse wurde das frühe Feedback nach den ersten Rennen mit dem neuen Raster durchweg positiv beschrieben. Die Fahrer waren sich einig, dass das luftigere Raster eine Sicherheitsverbesserung ist, ohne ein Nachteil im Rennen zu sein. Der Bericht stellte außerdem fest, dass der Startprozess ohne das Front-Device vom Feld „aufgesogen“ wurde: Nach vier Rennenstarts und mehreren Testsessions hatten sich die Fahrer an das veränderte Verhalten der Front angepasst.