NEIL HODGSON SIEHT DAS ASSEN-WOCHENENDE VON MARC MARQUEZ TROTZ BESCHIEDENER PUNKTE ALS „MEISTERSCHAFTS-SIEGEND“
2 Jul·

Neil Hodgson glaubt, dass Marc Marquez’ Dutch Grand Prix in Assen zwar nicht nach einem typischen Titelgewinn aussah, aber genau das geliefert hat, was für den Comeback- und Meisterschaftskampf entscheidend war. Über das Assen-Wochenende holte Marquez insgesamt 13 Punkte: Platz sechs im Sprint und Platz sieben im Grand Prix. Direkt im Anschluss wirkte er sichtbar frustriert.
Hodgson erklärte im Gas It Out-Podcast, Marquez sei „grummelig nach dem Rennen“ gewesen, was nachvollziehbar sei, weil der Spanier „nicht gewohnt ist, in einem Rennen ganz unten zu landen“. Laut Hodgson hätte sich die Stimmung jedoch spätestens am Montagmorgen geändert, sobald das Gesamtbild klar war: „Wow, was für ein Wochenende das war“, so Hodgson die Gedanken beschrieb, die Marquez nach dem Aufwachen gehabt haben dürfte.
Hodgson bezeichnete Assen als „wochenende, das meisterschaftsentscheidend sein kann“, weil Marquez trotz der Umstände Punkte mitgenommen hat. Er betonte, dass Marquez mit 40 Punkten Rückstand ins Wochenende gegangen sei und am Ende immer noch 40 Punkte zurückgelegen habe. Das Ergebnis sei damit bereits vor dem Rennen „viel wert“ gewesen. Der entscheidende Punkt sei gewesen, dass Marquez in einem Kurs, der aufgrund seines aktuellen körperlichen Zustands ohnehin schwer werden musste, trotzdem Zählbares geholt habe.
Den Ausgang machte Hodgson an den speziellen Anforderungen der Assen-TT-Strecke fest und nannte sie für Marquez einen „Bockmist“-Kurs („bogey“). Das Layout mit mehreren schnellen Richtungswechseln über die 2,822 Meilen zwinge Marquez dazu, die Ducati GP26 so weit wie möglich auszureizen, um in den Kurven, in denen er vom Feld überfordert wird, besser zurechtzukommen. Kurz gesagt: Die Strecke habe die Grenzen offengelegt, die seine Verletzungsprobleme mit sich gebracht haben.
Hodgson ist der Ansicht, dass Marquez körperlich noch nicht stark genug ist, um in Assen in den schnellen Richtungswechseln am Limit anzugreifen. „Er ist nicht fit genug oder stark genug, um dort um die Grenze zu fahren“, sagte Hodgson. Zudem könne er das nicht „mit eineinhalb Armen“, was darauf hinweise, wie stark die körperlichen Einschränkungen seine Fähigkeit beeinflussen, konstant Druck zu machen. Außerdem hätten die anderen Fahrer, gegen die er antrat, ebenfalls erwartet, dass Assen für Marquez schwierig wird – daher seien die Resultate keine Überraschung gewesen.
Wichtig sei aber, so Hodgson, dass ein einzelnes Wochenende nicht als Urteil über den Rest von Marquez’ Saison gewertet werden dürfe. Er sagte, Marquez habe in Assen „einen riesigen Schritt nach vorn“ gemacht – auch wenn die Leistung selbst „sehr unspektakulär“ gewesen sei. Assens Ruf und die Art, wie Punkte eingesammelt werden, seien wichtiger als die reine Show des Rennens.
Diese Sicht passt zu Marquez’ jüngster Form nach seiner Rückkehr von der Verletzung in Mugello im Mai. Hodgson hob hervor, dass Marquez in Ungarn ein perfektes Wochenende abgeliefert habe und anschließend in Brünn mit einem weiteren starken Grand-Prix-Ergebnis nachgelegt habe – mit Schwung Richtung Assen. Dennoch bleibe laut Hodgson Assen der Gradmesser, wo die Fitness noch nicht ausreicht.
Marquez selbst hatte nach Mugello eingeräumt, dass er aufgrund fehlender Fitness akzeptieren müsse, Ergebnisse näher an seinem P5-Finish im Sprint zu erzielen. Hodgson griff genau dieses Thema auf: Auch wenn Assen nicht die Art von Resultaten brachte, die Marquez sich wünscht, sei die Punkteausbeute im Meisterschaftskampf dennoch entscheidend.
Zum Schluss betonte Hodgson, wie Assen in Erinnerung bleibt: „Niemand erinnert sich daran, was in Assen passiert“, sagte er. Entscheidend sei nur der Pokal und der Name, der daran hängt. In seiner Sicht zeigt Marquez’ Fähigkeit, aus einem schwierigen Wochenende Punkte mitzunehmen, dass er den richtigen Schritt nach vorn gemacht hat – und aus einem „unspektakulären“ Rennen einen relevanten Beitrag für seinen Titelkampf gemacht hat.