NICOLO BUGLEGAS 850CC-BARCELONA-RUNDE IST LANGSAMER ALS PEDRO ACOSTAS 2026-POLERUNDE
6d ago·

Nicolo Bulega hat in einem privaten 850-ccm-Test auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya zwar Maßstäbe gesetzt, doch seine schnellste Runde mit Ducatis Prototyp reicht nicht an das Tempo heran, das Pedro Acosta für die Pole in 2026 gefahren hat. Während sich das MotoGP-Paddock nun in die Sommerpause verabschiedet, arbeiten Hersteller und Fahrer in der Off-Season weiter, während der Blick auf die großen Regeländerungen für 2027 gerichtet ist.
Der wichtigste Schwerpunkt ist der Wechsel auf 850-ccm-Motoren – begleitet von Verboten für Ride-Height- und Launch-Control-/Holeshot-Geräte sowie umfassenderen aerodynamischen Einschränkungen. Als Reaktion planen die fünf Hersteller zusätzliche private Testfahrten über die bereits vorgesehenen offiziellen Reifentests hinaus: Pirelli testet im Juni in Brno und im September auf dem Red Bull Ring.
Bulegas Test in Barcelona fand über zwei Tage statt und da es sich um ein privates Programm handelte, waren keine offiziellen MotoGP-Rennfahrer vor Ort. Obwohl die Session nicht Teil eines offiziellen Events war, deutet GPOne zufolge, dass Bulega am schnellsten war und eine Bestzeit von 1:39.232 auf Ducatis 850-ccm-Prototyp für 2027 fuhr. KTM-Testfahrer Dani Pedrosa lag als Nächstes 0,766 Sekunden zurück, Honda-Tester Takaaki Nakagami fehlte weitere 0,826 Sekunden und Aprilia-Testfahrer Lorenzo Savadori war um 0,940 Sekunden abgehängt.
Der Vergleich wird noch deutlicher, wenn man Bulegas Zeit mit Acostas Pole-Runde 2026 auf derselben Strecke gegenüberstellt. Im Mai setzte sich Acosta beim Qualifying zum Großen Preis von Katalonien auf seiner KTM RC16 mit 1:38.068 durch – und das mit 0,233 Sekunden Vorsprung auf VR46s Franco Morbidelli. Das bedeutet: Bulegas gemeldete 1:39.232 wäre gegenüber Acostas Pole-Zeit um 1,164 Sekunden langsamer gewesen.
Auch Ducatis Entwicklungsfahrplan für die 850 ccm liefert Kontext. KTM testete als erstes seinen 850-ccm-Prototyp bereits im vergangenen Dezember, Honda folgte kurz danach. Ducati begann erst im April mit 850-ccm-Tests – zunächst mit Michele Pirro – bevor Bulega die Entwicklungsarbeit übernahm. Bulega balanciert zudem seine MotoGP-Testaufgaben mit seinem Vorstoß um den Weltmeistertitel in der Superbike-WM. Der Bericht hält außerdem fest, dass er in diesem Jahr einen Vorteil durch Rennen auf Pirelli-Reifen hatte – besonders relevant, weil Ducati nächstes Jahr auf Pirelli umstellt, während der französische Reifenlieferant in Richtung Superbikes in die entgegengesetzte Richtung geht.
Doch selbst diese Vertrautheit mit dem Pirelli-Gummi reichte nicht, um an die Pole-Benchmark von 2026 heranzureichen. Der Artikel legt nahe, dass Bulegas Bestzeit aus Barcelona, wenn sie im Qualifying des GP von Katalonien 2026 verwendet worden wäre, ihn voraussichtlich etwa auf P19 gebracht hätte. Außerdem wird angedeutet, dass dieselbe Runde im zeitgesteuerten Pre-Qualifying am Ende des ersten Tages ungefähr für P15 gereicht hätte.
Der Bericht zeigt zudem, wie stark Acosta auf der KTM bereits im Aufbau zur Saison 2026 ist. Im Mai setzte sich Acosta in den Trainings mit 1:38.710 auf seiner KTM RC16 an die Spitze. Im Qualifying selbst beim GP von Katalonien 2026 war Alex Marquez der schnellste Ducati-Fahrer und holte sich P3 mit 1:38.342 auf der Ducati GP26.
Blickt man über Barcelona hinaus, zeigt sich der gleiche 850-ccm-Testtrend auch an anderen Strecken. In Brno im Juni wurde Marco Bezzecchi von Aprilia als schnellster Fahrer im 850-ccm-Test gemeldet: Er fuhr eine angebliche 1:53.9, um Trackhouse-Pilot Raul Fernandez um eine Zehntelsekunde zu schlagen. Fermin Aldeguer wurde als schnellster Ducati-Fahrer beim Brno-Test mit einer 1:54-Runde geführt.
Insgesamt bestätigt Bulegas Pace in Barcelona, dass die 850-ccm-Ära im privaten Testbetrieb bereits begonnen hat. Gleichzeitig unterstreicht sie aber auch die Lücke zwischen der aktuellen Prototyp-Performance und den Rundenzeiten, die im offiziellen Qualifying 2026 gesetzt wurden – insbesondere, wenn man sie an Acostas Pole-Standard auf derselben Strecke misst.