NORMAN RANK SAGT, AI OGURA BAUE ERGEBNISSE AUF EINEM EINFACHEN PLAN UND TALENT AUF
5 Jul·
Während das MotoGP-Fahrerlager auf den Großen Preis von Deutschland am Sachsenring zusteuert, haben sich viele Fahrer nach dem jüngsten Rennwochenende ein paar Tage frei genommen. Der MotoGP-Sieger von Assen, Ai Ogura, ist direkt nach seinem ersten Triumph nach Japan zurückgekehrt. Der 25-Jährige aus Tokio, der für Trackhouse Aprilia fährt, hat mit seiner starken Serie von Ergebnissen den Anschluss an die Gruppe der echten Titelanwärter gefunden.
Ogurаs Aufstieg hängt eng mit der Unterstützung seines langjährigen Mentors zusammen: dem ehemaligen deutschen Teamchef Norman Rank. Rank, 52, kennt Ogura besser als fast jeder andere im Fahrerlager. Der aus Schleiz stammende ehemalige Rennfahrer arbeitete erstmals mit Ogura, als der Japaner gerade 15 Jahre alt war, und brachte ihn in den Junior-Weg von HRC. Von dort gingen beide ihren gemeinsamen Weg weiter – über Team Asia in der Moto3 und in der Moto2 – bis hin zum Moto2-Weltmeistertitel 2024 mit MSi Racing.
Rank hob außerdem Oguras Bilanz über die Klassen hinweg hervor: 2020 wurde Ogura in der Moto3 Zweiter, 2022 in der Moto2 Zweiter, bevor er in die MotoGP aufstieg. Rank sieht Oguras aktuellen Erfolg als Ergebnis eines einfachen, bewussten Vorgehens. Zur Entwicklung des Fahrers sagte Rank: „Ai hat einen eigenen Plan. Er hat sich im ersten Jahr das Ziel gesetzt, konstant Top-10-Platzierungen zu holen. Im zweiten Jahr ging es dann um Podiums, und der Sieg – und genau das macht er jetzt.“
Neben den Resultaten beschrieb Rank Oguras Fahrstil als eher instinktiv als rein körperlich. „Ai fährt das Motorrad nicht mit Kraft, sondern mit Talent“, sagte er und ergänzte, soweit er wisse, habe Ogura „sich nie über Arm-Pump beschwert“. Rank verwies auch auf Oguras Lerngewohnheiten: „Er sagt immer, dass er beim Fahren mit dem Motorrad am meisten lernt.“ Zu Hause soll Ogura „eine Handvoll“ Motorräder besitzen und weiterhin mit 1000-ccm-Maschinen arbeiten, während das Training im Fitnessstudio begrenzt bleibt. „Er geht nicht ins Fitnesscenter, nur wenn er muss. Bei Trackhouse war das anfangs ein Thema.“
Rank stellte anschließend die Art infrage, wie manche jüngere Fahrer ihre körperliche Vorbereitung angehen. Er beobachtete: „Manche junge Fahrer gehen von einem Jahr ins nächste wie ein Preiskämpfer oder MMA-Kämpfer. Aber diese Muskeln brauchen auch Sauerstoff.“
Das Bild, das Rank von Ogura zeichnet, ist das eines Fahrers, der Leistung durch Wiederholung, klare Ziele und Zeit auf dem Motorrad aufbaut – statt einem Einheitsmodell für Fitness hinterherzulaufen.