PEDRO ACOSTA HOFFT, DASS BRNO EIN WEITERES UMKIPPEN FÜR KTM LIEFERN KANN
20h ago·
Pedro Acosta kommt mit viel Schwung nach Brünn: In der MotoGP-WM liegt er auf Rang vier, hat den Rückstand auf den Spitzenreiter Marco Bezzecchi nach seinem starken Auftritt beim Ungarn-Grand-Prix auf 48 Punkte verkürzt. Für Acosta hat Brünn zudem eine persönliche Bedeutung, denn er erklärte, dass dort vor einem Jahr seine Aufholjagd in der zweiten Saisonhälfte begonnen habe – und ihn am Ende bis auf den vierten Platz gebracht habe.
Trotz der klaren Aufwärtsentwicklung will der KTM-Pilot nichts überbewerten. Er räumte ein, dass er in dieser Saison zwar bereits mit Podestplätzen und sogar mit Siegen geliebäugelt habe, KTM aber weiterhin nicht ganz auf dem Niveau der stärksten Hersteller sei. Brünn sei für ihn ein Ort, an dem die Entwicklung weitergehen könne, zugleich betonte er aber, dass sich die Konkurrenz seit dem Vorjahr weiterentwickelt habe.
Acosta sagte am Donnerstag in Brünn: „Neben den vier Aprilias gibt es immer noch fünf starke Ducatis. Aber vor einem Jahr haben wir auf dieser Strecke angefangen, stärker zu werden. Warum sollten wir nicht noch einen Schritt machen?“ Außerdem sei das Fahrerfeld heute deutlich gefestigter als vor zwölf Monaten.
Auch in der WM-Einschätzung bleibt Acosta vorsichtig. Trotz der Punkteausbeute glaubt er, dass der Rückstand an der Spitze noch zu groß ist und dass die RC16 derzeit nicht regelmäßig um Siege kämpfen kann. „Momentan sind wir weit weg. Wir brauchen mehr Potenzial, um um Siege kämpfen zu können. Es ist schwierig, Punkte aufzuholen, wenn Zweiter oder Dritter das Maximum ist – oder wenn man es nicht einmal aufs Podium schafft“, erklärte er.
Seiner Ansicht nach liegt der Druck aktuell eher auf der Führungsgruppe als auf KTM. „Momentan stehen Aprilia und Ducati – plus Marc (Marquez), Marco (Bezzecchi) und Jorge (Martin) – unter Druck“, sagte Acosta. Damit ordnete er sich selbst eher als Fahrer ein, der die Lücke schließen will, statt als jemand, der sofort Ergebnisse auf Titel-Niveau erwartet.
Acosta hob außerdem hervor, wie sich sein eigener Ansatz verändert hat. Er meinte, KTM habe seine Form zwar zeitweise schwanken lassen, er selbst sei aber zunehmend zum Speerspitzenfahrer der Marke geworden. Gegen Brad Binder, Enea Bastianini und Maverick Vinales habe er es häufiger geschafft, die Oberhand zu behalten, und er glaubt, dass seine Fehlerquote gesunken ist. „Wir müssen die Fehler vermeiden, die wir letztes Jahr gemacht haben. Damals bin ich oft gestürzt und habe dadurch viele Punkte verloren“, erinnerte er. Mehr Reife auf der Strecke sei ein Grund für die konstanteren Ergebnisse, gleichzeitig betonte er aber, dass sich die grundlegenden Grenzen der KTM nicht verändert hätten. „Wir sind im Moment nicht in der Position, an Siege zu denken. Das sollte eines Tages passieren, aber es dauert ziemlich lange“, sagte er.
Der Fokus richtet sich zudem auf den Montagstest nach dem Grand Prix, bei dem die Hersteller ihre ersten 850-ccm-Prototypen mit den neuen Pirelli-Reifen einsetzen werden. Es gab Gerüchte, dass KTM Acosta trotz seines bevorstehenden Wechsels zu Ducati weiterhin in diesen Tests einbinden könnte. Auf die Spekulationen angesprochen reagierte Acosta überrascht: „Momentan weißt du mehr als ich. Ich weiß nichts. Natürlich bin ich bereit, wenn sie das wollen. Dann fahre ich.“