PRAMAC-CHEF SAGT, JACK MILLER IST EINE „ANOMALIE“ IM HEUTIGEN MOTOGP-FELD
4d ago·

Pramac-Teammanager Gino Borsoi hat den Charakter von Jack Miller erneut gelobt, während sich die Zukunft des Australiers in der MotoGP offenbar dem Ende zuneigt – bislang ohne offizielle Bestätigung. Borsoi bezeichnete Miller und Toprak Razgatlioglu als „Anomalie“ im Vergleich zu den typischen Persönlichkeiten, die man im Fahrerlager antrifft, und betonte zugleich, wie sehr er die Zusammenarbeit mit beiden schätzt.
Borsoi sagte, er fühle sich „gesegnet“, bei Pramac „sehr höfliche“ Fahrer zu haben. Es sei „nicht einfach, sehr höfliche Fahrer zu finden“ in einem Sport, in dem jeder beweisen wolle, dass er der Beste ist. Er räumte ein, dass der Job „ein bisschen Verrücktheit“ erfordere, argumentierte aber: „Diese Dinge gehen nicht immer zusammen“, und schwierige Persönlichkeiten könnten durchaus existieren. „Allerdings muss ich sagen, dass sowohl Toprak als auch Miller in diesem Fahrerlager ein bisschen eine Anomalie sind, und ich freue mich, sie im Team zu haben“, sagte Borsoi.
Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Pramac nach der ersten Saisonhälfte am Tabellenende der Teamwertung steht und 31 Punkte geholt hat. Trotzdem betonte Borsoi, dass die Stimmung innerhalb des Teams positiv sei. Er hob hervor, dass Razgatlioglu „eine großartige Person ist, die man leicht und gern mit ihr zusammenarbeitet“. Zudem bezeichnete er den türkischen Fahrer als „einen Profi, der auch ein Teamplayer ist“ – und unterstrich damit die Idee, dass die aktuelle Umgebung bei Pramac auf Zusammenarbeit statt auf Reibung aufgebaut ist.
Millers Abschied wird allgemein erwartet, nachdem er zu Beginn der Saison 2025 zu Pramac gewechselt war, nachdem er seinen KTM-Stuhl verloren hatte. Borsoi verwies auf Millers „uneigennützigen Beitrag“ zur Yamaha-Entwicklung in der Phase am Ende der Inline-Vierzylinder-Ära und zu Beginn des V4-Projekts.
Während Miller seit bekannt wurde, dass Yamaha ihn nicht mehr berücksichtigt, deutlich kritischer über die Schwächen der Marke gesprochen hat, merkte Borsoi an, dass die härtesten Kommentare bislang vor allem von den Werksfahrern gekommen seien. Razgatlioglu sei hingegen in seiner Rookie-Saison „intensiv selbstkritisch“ gewesen – mit der Erwartung, dass er erst dann mehr einfordern könne, wenn er sich vollständig angepasst habe.
Ausblick: Razgatlioglu ist bereits bis 2027 vertraglich gebunden, während Miller mit der World Superbike Championship in Verbindung gebracht wird.