Skip to content
64°

QUARTARARO VERLÄSST YAMAHA: PADDOCK MACHT SICH SORGEN UM 850-CC-PROJEKT FÜR 2027

30 Jun·

Der bestätigte Abschied von Fabio Quartararo von Yamaha gilt seit geraumer Zeit als erwartet. Die Entscheidung des Franzosen, 2027 zu Honda zu wechseln, wird als logischer nächster Schritt nach Jahren der Frustration über die Ausrichtung des Iwata-Werks eingeordnet. Quartararo, MotoGP-Weltmeister von 2021, hat offen darüber gesprochen, sich auf dem Motorrad „verloren“ zu fühlen und die Motivation zu verlieren – vor allem, nachdem Yamaha nach seinem Titelverteidigungsversuch 2022 kein konkurrenzfähiges Paket geliefert hatte. Sein letzter MotoGP-Sieg datiert aus dem Jahr 2022, und das fehlende Vorankommen hat ihn zunehmend deutlicher werden lassen.

Mit der Situation wird auch Yamahas Entwicklungsprioritäten in Verbindung gebracht, darunter Gespräche in der Boxengasse über das 850-ccm-Projekt der Fabrik. Laut dem Journalisten Neil Morrison deuten die Diskussionen am Rennwochenende darauf hin, dass Yamaha mit seinen 850-ccm-Plänen für die Regeln 2027 „ziemlich weit zurück“ liegt. Morrison erklärte, Yamaha habe offenbar stark darauf fokussiert, den V4-Motor für die aktuelle Saison startklar und schnell zu bekommen, aber das sei „nicht auf dem Stand“ gewesen. Der Rückstand bei der 850-ccm-Entwicklung in diesem Stadium sei „ein leichter Grund zur Besorgnis“ – nicht nur für Quartararo als künftigen Ersatz bei Yamaha, sondern auch für die Fahrer, die von dem Übergang betroffen sein sollen.

Morrison machte dabei vor allem die möglichen Folgen für Ai Ogura und Jorge Martin deutlich. Yamahas Verzögerung könnte für sie problematisch werden, wenn sie sich auf die 850-ccm-Ära im nächsten Jahr vorbereiten. Er verwies außerdem auf Augusto Fernandez: Dieser verbringe viel Zeit mit Tests an der 850er – beschrieben als eine frühe Version, die auf Pirellis läuft. Allerdings klinge das Feedback von dem, was Fernandez ausprobiert, „nicht gerade sehr“ vielversprechend im Hinblick auf das, was getestet werde.

Quartararos eigene Aussagen spiegeln die emotionale Seite der Entscheidung wider. Der Bericht hält fest, er habe zugegeben, er sei in seiner Kritik an Yamaha „zu laut“ gewesen. Auch wenn diese Kritik die Probleme des Werks nicht verändert haben dürfte, ist die Botschaft dahinter, dass Quartararos Unzufriedenheit von einem Motorrad kommt, das seinen Erwartungen nicht entsprochen habe, und von einem Projekt, das sich aus seiner Sicht zu langsam bewegt.

2026 ist das Ausmaß der Herausforderung ein weiteres Indiz: Der Bericht nennt Yamahas Leistungsdefizit beim V4 und sagt, das Team habe bisher 59 Punkte geholt. Quartararo habe zwar weiterhin gezeigt, dass er Ergebnisse auch „über das Motorrad hinaus“ holen kann, indem er das Bike in mehreren Rennen übertroffen habe, doch die Frustration sei sichtbar geblieben.

Vor diesem Hintergrund hat Yamaha nun bestätigt, dass Quartararo das Team am Saisonende zusammen mit Alex Rins verlassen wird. Die neue Berichterstattung zeigt zudem, wie Quartararo das Jahr mit Blick auf seine Zukunft angegangen ist: Er habe gesagt, er stelle Gesundheit über Ergebnisse, er „fahre für sich selbst“, und Yamaha habe „keine Ahnung“, wie man sein Motorrad verbessern könne. Außerdem wird seine Professionalität infrage gestellt: Yamaha habe Medien-Debriefings nach dem Thailand-Grand-Prix abgesagt „aus Angst davor, was er sagen könnte“. Erwartet wird, dass die Entfernung von Einschränkungen, was er sagen darf, den Ton seiner Debriefings verändern wird.

Die gleiche Quelle argumentiert, Yamaha sollte eine frühere Trennung ermöglichen. So könne das Team bis zum Ende der Saison im experimentellen Rahmen genauso viel Nutzen aus Augusto Fernandez als Testfahrer ziehen. Außerdem wird erwähnt, dass Quartararo das 2027er Motorrad in Brno nicht getestet habe, weil sein bevorstehender Abgang bereits feststand.

Für Honda wird der Wechsel als Chance dargestellt, sich vor dem 850-ccm-Übergang 2027 einen Vorsprung zu erarbeiten. Der Bericht behauptet, Honda sei beim 850-ccm-Motorrad „im Zeitplan voraus“. Für Yamaha bleibt jedoch die Sorge, dass Martin und Ogura – aktuell im Kampf um die Meisterschaft auf der Aprilia RS-GP – einen schwierigen Start in ihre Yamaha-Karrieren haben könnten, falls die 850-ccm-Basis nicht deutlich besser wird.

View sources