QUARTARAROS YAMAHA-FRUST KÖNNTE IHM AUCH ZU HONDA FOLGEN, WÄHREND SICH DIE ENTWICKLUNGSZEITPLÄNE VERLÄNGERN
16 Jul·

Der Wechsel von Fabio Quartararo von Yamaha zu Honda im nächsten Jahr wird als frischer Start verkauft, doch eine der größten Frustrationen des französischen Fahrers wird sich wohl nicht über Nacht in Luft auflösen. Nach mehreren schwierigen Saisons mit Yamahas Werks-M1 wird Quartararo immer wieder mit der Idee in Verbindung gebracht, dass seine Unzufriedenheit nicht nur an der Konkurrenzfähigkeit des Motorrads liegt, sondern auch daran, wie lange es dauert, bis überhaupt sinnvolle Upgrades ankommen.
Als zentraler Knackpunkt wird dabei das Yamaha-Prototyp-Konzept genannt: Quartararo musste in der jüngeren Zeit einen Großteil der Rennen von der Mitte des Feldes aus bestreiten, statt vorne um Spitzenplätze zu kämpfen. Neben der Leistungsdifferenz ist eine weitere große Quelle der Verärgerung die Zeit, die die Ingenieure benötigen, um Verbesserungen vorzubereiten, die dem Team den nächsten Schritt ermöglichen könnten.
Wenn Quartararo jedoch in der neuen MotoGP-Regel-Ära auf das Honda-Werksprojekt umsteigt, könnte er mit Blick auf die Entwicklungszeiträume eine ähnliche Realität erwarten. In Kommentaren, die aus einem Interview mit Moto.it überliefert wurden, wurde Honda-Pilot Luca Marini gefragt, wie schnell Honda gewachsen sei und ob das Werk noch Zeit brauche, um Änderungen zu beraten, bevor sie umgesetzt werden. Marini sagte, Honda habe sich in mehreren Bereichen „sehr stark“ verbessert, insbesondere bei den „Arbeitsmethoden“, und dass das Team in den letzten zwei Jahren den Fortschritt in die richtige Richtung gelenkt habe.
Marini machte jedoch auch einen praktischen Engpass aus: Probleme bei den Zulieferern. Er erklärte, die Zusammenarbeit mit Lieferanten sei nicht unkompliziert – vor allem, wenn es sich um japanische Unternehmen handelt, weil sich die Kultur nicht nur im Team an der Strecke unterscheide, sondern auch in Japans Herangehensweise an Zulieferer. Marini fügte hinzu, dass Honda als einer von vielen Kunden nicht immer Priorität eingeräumt werde, was die Produktion von Teilen ausbremsen könne; er wies darauf hin, dass es „Monate dauern“ könne, bis ein Schwingenarm gefertigt ist.
In der Gesamtschau deutet die Berichterstattung darauf hin, dass Quartararo’s Erwartungen für 2027 wahrscheinlich nicht nur vom Herstellerwechsel abhängen werden. Wenn seine Yamaha-Frustration ebenso stark von Verzögerungen wie von der reinen Performance getrieben war, dann könnten die von Marini beschriebenen, zuliefererbedingten Vorlaufzeiten ein Faktor dafür sein, wie schnell sich das neue Honda-Paket weiterentwickelt, sobald Quartararo ankommt.