EINZELFAHRER-TRAININGSREGEL IN DER MOTO GP VERLIERT AN IMPULS, WÄHREND SICH DIE HERSTELLER SPALTEN
16 Jul·

MotoGPs Plan, im nächsten Jahr die Trainingsläufe nur noch mit jeweils einem Motorrad pro Fahrer durchzuführen, wirkt zunehmend unwahrscheinlich, dass er weiterverfolgt wird. Der Vorschlag, der als Maßnahme zur Kostensenkung verkauft wurde, verliert offenbar an Schwung, weil nicht damit gerechnet wird, dass er die einstimmige Zustimmung erhält, die die Herstellervereinigung (MSMA) dafür verlangt.
Tech3-Teamchef Guenther Steiner gehört zu den lautstärksten Kritikern. Er hatte zuvor argumentiert, die Änderung würde die Show beschädigen. Er warnte, dass die Fahrer in der Boxengasse warten müssten, statt weiter zu testen. „Ich glaube, wir nehmen dem Spektakel aus keinem guten Grund etwas weg“, sagte Steiner. Außerdem stellte er die Logik hinter den Einsparungen infrage und meinte, die Teams müssten sich ohnehin auf Crashs vorbereiten. „Du brauchst am Ende sowieso die gleiche Menge an Ersatzteilen. Denn wenn du crashst, musst du das zweite Bike trotzdem bauen.“
Steiner ergänzte, dass die Hersteller zwar offenbar hinter der Idee stehen, aber die Konsequenzen möglicherweise nicht vollständig verstehen. „Die Hersteller sind dafür, scheint es“, sagte er. „Aber die Hersteller verstehen das nicht; sie nehmen sich ihre eigene Show weg.“ Später äußerte er die Hoffnung, dass der Sport die Sache noch einmal überdenkt: „Ich hoffe, die Leute kommen zur Besinnung und merken, dass es eigentlich eine dieser Ideen war, die nicht sehr gut war.“
Laut Autosport ist die Haltung der Hersteller nicht einheitlich. Demnach sollen Ducati und Aprilia den Vorschlag weiterhin aus Kostengründen unterstützen. KTM hingegen soll befürchten, dass eine Ein-Bike-Regel die Entwicklung ausbremsen und es schwieriger machen würde, die Leistungsunterschiede im neuen 850-cc/Pirelli-Zeitalter zu schließen. Mit nur einem Motorrad in den Trainings könnten die Fahrer keine direkten Vergleiche neuer Teile oder alternativer Setups in unmittelbarer Abfolge fahren.
Ein endgültiger Entscheid wird beim British Grand Prix in Silverstone nach der Sommerpause erwartet.