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TRACKHOUSE UND RAUL FERNANDEZ EINIGEN SICH AUF EINEN DEAL FÜR 2027

4 Jul·

Nachdem die offiziellen Herstellerverträge für MotoGP bereits unterschrieben sind, richtet sich der Fokus schnell auf die erste Welle an Fahrerankündigungen für die nächste Ära. Eine der klarsten Linien betrifft Apriliаs stark auf Italien ausgerichtete Ausrichtung – und die Auswirkungen darauf für die Privatteams, insbesondere Trackhouse Racing und Raul Fernandez.

Aprilia, aktuell Tabellenführer in der Herstellerwertung, hat sich in der neuen Phase auf eine „Azzurro“-Identität gestützt. Die öffentliche Präsentation des Teams setzte auf zwei italienische Fahrer: Marco Bezzecchi und Pecco Bagnaia. Damit verstärkt Aprilia den Heimvorteil und den eigenen Schwung.

Auch bei Trackhouse Racing scheint der Plan für 2027 einer ähnlichen geografischen Logik zu folgen. Seit Monaten galt die Erwartung, dass Enea Bastianini Ai Ogura beerben würde, der 2027 zu Yamaha wechselt. Diese Annahme verfestigte sich, als KTM seine Frist zur Vertragsverlängerung für Bastianini bis Ende Juni verstreichen ließ – womit „La Bestia“ im nächsten Jahr wieder auf einer italienischen Maschine fahren könnte.

Die Verbindung zwischen Trackhouse und Fernandez wurde ebenfalls mit Bedacht gehandhabt. Speedweek berichtet, dass Teammanager Davide Brivio bei der Balaton GP mit Raul Fernandez gesprochen habe und „auf neutral geschaltet“ habe – das heißt: Er schloss weder einen Deal für 2027 aus noch drängte er ihn voran. Fernandez’ Antwort unterstrich jedoch seinen Wettbewerbswillen: Nach einem enttäuschenden Ergebnis in Ungarn, wo er von seinem Markenkollegen Jorge Martin aus dem Rennen genommen wurde, reiste er krank nach Brno und kämpfte trotzdem um die Plätze sechs und sieben. Kurz darauf, als er wieder fit war, kam er zurück in die Form – mit einem Sprint-Sieg und einem zweiten Platz im Grand Prix.

In der Gesamtwertung arbeitete sich der Madrilene um zwei Plätze nach oben auf Rang 6. Speedweek hält fest, dass Fernandez derzeit der am niedrigsten eingestufte von vier RS-GP-Fahrern ist, sein Marktwert aber gestiegen ist. Entscheidend: Trackhouse hält ihn weiter im Blick. Berichten zufolge hat das Teammanagement sich für einen Ein-Jahres-Ansatz entschieden, um ihn zu behalten – allerdings ist unklar, ob diese kurzfristige Lösung der endgültige Plan ist oder nur ein Kompromiss. Wie auch immer: Dass man sich weiterhin gemeinsam auf Punkte konzentriert, wird sich dadurch voraussichtlich nicht ändern.

Trackhouses Lage erklärt außerdem, warum das Team offenbar nicht bereit ist, unnötige Risiken einzugehen. 2025 belegte Trackhouse mit Fernandez und dem Rookie Ai Ogura in der Teamwertung Platz sieben. Der Kontext ist nun ein anderer: Nach dem Assen-Highlight und einem großen Schritt in der jungen Teamgeschichte sicherte sich Trackhouse in der Saison den zweiten Platz. Mit 306 Punkten liegt das private Team von Justin Marks 23 Zähler vor dem Abstand zum lange dominierenden Ducati Lenovo Werksteam. Speedweek betont, dass Trackhouse im Gegensatz zur Vergangenheit nun mehr zu verlieren als zu gewinnen hat – vor allem, weil ein technischer Generationswechsel bevorsteht. Ein Schritt, der zwei neue Aprilia-Piloten mit sich bringen könnte und potenziell mit Leistungseinbußen verbunden wäre, ließe sich schwer rechtfertigen.

Auch die wahrscheinliche Trackhouse-Aufstellung für 2027 verengt die Optionen für Rookies. Falls Fernandez bleibt und Teamkollege von Bastianini wird, reduzieren sich die verbleibenden Rookie-Möglichkeiten. Speedweek nennt als Kandidaten die Moto2-Intact-GP-Fahrer Manuel Gonzalez und Senna Agius – die zuletzt in Assen gemeinsam auf dem Moto2-Podium standen. Gleichzeitig deutet die Berichterstattung darauf hin, dass sie eher mit Tech3 als mit Trackhouse verbunden sind. Ob Tech3 sie einzeln oder als Paar verpflichtet, wird als plausibel beschrieben.

Speedweek liefert außerdem ein Entwurf-Bild der 2027er Startaufstellung, in dem mehrere Namen als bestätigt aufgeführt sind. Ducati ist mit Marc Marquez und Pedro Acosta für Lenovo dargestellt, Fermin Aldeguer und Nicolo Bulega für VR46 sowie Daniel Holgado und Joan Mir für Gresini. Die bestätigten Aprilia-Fahrer sind Marco Bezzecchi und Pecco Bagnaia für Aprilia Racing. Trackhouse ist mit Enea Bastianini und Raul Fernandez gelistet. Das KTM-Werkspaar besteht aus Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio, während Tech3 als Fragezeichen für Binder, Vinales, Gonzalez oder Agius bleibt. Auch Honda (HRC) und LCR sind mit Fabio Quartararo beziehungsweise Johann Zarco eingezeichnet, dazu Platzhalter für Moreira oder Alonso. Bei Yamaha sind Jorge Martin und Ai Ogura für Factory Racing bestätigt, außerdem Toprak Razgatlioglu und Izan Guevara für Pramac.

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