YAMAHA-RACING-HERITAGE-EVENT IN MISANO MIT AGOSTINI, LAVADO UND ANDEREN LEGENDEN
2d ago·
Yamaha bringt im Rahmen des Yamaha Racing Experience, das am 18. und 19. Juni in Misano stattfindet, einen großen Teil seiner Motorsport-Vergangenheit an die Strecke. Das zweitägige Programm wird vom Yamaha Racing Heritage Club (YRHC) organisiert, der 2021 gegründet wurde, um Yamaha’s Motorsportgeschichte zu bewahren und zu feiern. Der Club sammelt Besitzer historischer Yamaha-Rennmaschinen aus aller Welt und hilft dabei, die Bikes, das Wissen und die Geschichten vergangener Epochen lebendig zu halten.
In Misano steht als Hauptattraktion eine Reihe legendärer Fahrer und der Maschinen im Mittelpunkt, die mit ihren wichtigsten Erfolgen verbunden sind. Dazu gehört auch Giacomo Agostini, 15-facher Weltmeister. Sein Wechsel zu Yamaha für die Saison 1974 schockierte damals viele Fans, weil der Italiener MV Agusta verließ, um zum japanischen Hersteller zu gehen. Agostinis Yamaha-Zeit brachte sofort Ergebnisse: 1974 gewann er den 350-ccm-Weltmeistertitel, und im darauffolgenden Jahr schrieb er mit der YZR500 0W23 erneut Geschichte. 1975 sicherte er Yamaha den ersten Fahrertitel in der 500-ccm-Klasse, wobei die 0W23 auch die erste Zweitaktmaschine wurde, die den 500-ccm-Weltmeistertitel gewann. Für das Event in Misano wurde die YZR500 0W23 vom Yamaha Racing Heritage Club kürzlich restauriert – mit Unterstützung des Pata Maxus Yamaha Superbike Teams. Die Maschine wird während der beiden Tage ausgestellt und läuft.
Ein weiterer zentraler Abschnitt der Yamaha-WM-Historie wird durch Carlos Lavado repräsentiert. Yamaha feiert dabei das 40-jährige Jubiläum von Lavados zweitem 250-ccm-Weltmeistertitel mit dem Hersteller. Lavado gilt als einer der prägendsten Fahrer für Yamaha aus dieser Zeit, und seine YZR250 0W82 – mit der er 1986 den Titel gewann – wird ebenfalls in der YRHC-Ausstellung in Misano zu sehen sein.
Auch das Grand-Prix-Erbe von Yamaha wird durch Luca Cadalora hervorgehoben. Der dreifache Weltmeister fuhr Yamaha-Maschinen sowohl in der 250-ccm- als auch in der 500-ccm-Klasse. Cadalora holte Grand-Prix-Siege für den Hersteller und wurde 1994 Zweiter in der 500-ccm-Weltmeisterschaft. In Misano wird die YZR250 0WB9 Teil der Ausstellung sein, mit der Cadalora 1990 den dritten Platz in der 250-ccm-Wertung erreichte. Zudem wird er auf der YZR500 0WK1 auf die Strecke gehen – einer Maschine, die mit seiner Saison 1998 verbunden ist.
Aus der Eddie-Lawson-Ära präsentiert Yamaha zwei wichtige 500-ccm-Maschinen. Die YZR500 0W81, mit der Lawson 1986 den 500-ccm-Weltmeistertitel gewann, wird ebenso dabei sein wie die YZR500 0W86 aus dem Jahr 1987. Die 0W86 wird als Grundlage für Yamaha’s Grand-Prix-500-ccm-Maschinen der folgenden Saison beschrieben, und Lawson nutzte sie, um in der WM-Wertung den dritten Platz zu erreichen.
Den Zweitakt-500-ccm-Teil der Geschichte komplettiert Norifumi „Norick“ Abe mit seiner YZR500 0WL9 aus dem Jahr 2002. Das Motorrad gilt als eine der letzten Yamaha 500-ccm-Zweitaktmaschinen, bevor der vollständige Übergang ins Vier-Takt-MotoGP-Zeitalter erfolgte. Es wird als finales Kapitel einer Phase präsentiert, die das Grand-Prix-Rennen über Jahrzehnte geprägt hat.
Yamahas Superbike-Tradition wird durch Noriyuki „Nitro Nori“ Haga vertreten. Gezeigt wird die YZF-R7 OW02, beschrieben als eines der legendärsten nahezu seriennahen Rennmotorräder in der Geschichte der Marke. Das Bike wird während des zweitägigen Events eingesetzt. Seine Bedeutung hängt mit den Feierlichkeiten zum 70-jährigen Jubiläum von Yamaha zusammen: Die Jubiläumsfarben für Yamahas 2025er-Lackierung sollen sich angeblich am 1999er-Farbkonzept der YZF-R7 OW02 orientieren, das durch Haga in der WorldSBK berühmt wurde. Neben der OW02 sind außerdem Hagas YZF-R750 0WJ6 aus 1998 sowie die YZF-R1 aus 2008 für den Auftritt vor Ort eingeplant.
Neben den historischen Fahrern werden auch aktuelle Yamaha-Wettbewerber aus der Superbike-WM und der FIM Endurance World Championship in Misano erwartet. Zu den gemeldeten Namen zählen Andrea Locatelli, Xavi Vierge, Remy Gardner, Stefano Manzi, Marvin Fritz, Karel Hanika und Leandro Mercado.