YAMAHA-TESTFAHRER SAGT, RAZGATLIOGLU HABE SICH SCHNELL AN DIE 2027ER 850CC-REIFEN IN BRNO GEWÖHNT
30 Jun·

Yamahas jüngster privater MotoGP-Test für 2027 in Brünn lieferte das bislang deutlichste frühe Signal dafür, wie Toprak Razgatlioglu sich an den Wechsel auf eine 850-ccm-Maschine und vor allem an die nächste Reifenrichtung des Sports anpassen könnte. Razgatlioglu und Augusto Fernandez vertraten Yamaha beim Test. Besonders bemerkenswert war die Session, weil es sich dabei um den ersten offiziellen Lauf mit 850 ccm handelte, an dem alle fünf Hersteller teilnahmen. Obwohl das Programm hinter verschlossenen Türen stattfand, wurde berichtet, dass Razgatlioglu direkt ein starkes Tempo vorgelegt und die viertschnellste Zeit gesetzt habe.
Auch der Kontext rund um den Test ist entscheidend. Nachdem die Werks-Absagen von Alex Rins und Fabio Quartararo bestätigt wurden und Jack Miller voraussichtlich folgen wird, wurde Razgatlioglu als faktisch einziger Stammfahrer beschrieben, der für die Teilnahme infrage kam. Damit rückten sein unmittelbares Feedback und sein Reifen-Gefühl in den Fokus der Yamaha-Planungen für 2027.
Beim Assen-Wochenende sagte Fernandez, Razgatlioglu habe sich auf den Prototyp-2027-Pirelli-Reifen „sofort wohlgefühlt“. Er beschrieb dies als die größte Veränderung für die Fahrer im Vergleich zu 2026 – selbst bei reduzierter Elektronik und vereinfachter Aerodynamik. Fernandez hob die Anpassungsaufgabe insbesondere an der Front hervor: „Es war interessant zu sehen, wie er mit den Reifen umgeht, angesichts seiner Erfahrung mit Pirelli“, sagte er. „Er fühlte sich sofort wohl, vor allem mit dem vorderen Reifen, der sich am schwierigsten anpassen lässt – besonders im Vergleich zu Michelin.“
Fernandez fügte außerdem hinzu, dass Razgatlioglus Unterstützung auch über seine eigene Performance hinaus wichtig gewesen sei: „Topraks Hilfe war entscheidend – sowohl für den Hersteller als auch für mich.“ Zugleich betonte er, dass der schwierigste Teil eher die Reifenanpassung sein werde als der Leistungssprung: „Die größte Herausforderung wird die Umstellung auf die Reifen sein, nicht die Reduzierung der Leistung.“
Razgatlioglu selbst hat wiederholt argumentiert, dass man an seinen Ergebnissen für 2027 messen sollte, statt 2026 als Lernjahr zu betrachten. Auch der Rückwechsel zu Pirelli wurde als ein zentraler Faktor hinter Yamahas Entscheidung genannt, den ehemaligen World-Superbike-Star zu verpflichten. Nachdem Razgatlioglu beim Dutch GP wegen übermäßiger Vibrationen aus dem Rennen musste, steht er auf dem 21. Platz in der Gesamtwertung – zweitletzter unter den Vollzeitfahrern. Sein erklärtes Ziel ist dabei eng mit dem Fortschritt von Yamaha verknüpft, während die 850-ccm-Ära näher rückt.