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APRILIA, YAMAHA UND DUCATI BESTÄTIGEN 2027 WECHSEL BEI TITELSPONSOREN, WÄHREND KTM UND HONDA STABIL BLEIBEN

1d ago·

Mit der bereits zur Hälfte absolvierten MotoGP-Saison 2026 richtet sich der Blick im Fahrerlager jetzt auf das Ende der aktuellen Ära – danach wird auf die 850-ccm-Regeln umgestellt. Der technische Neustart soll direkt nach dem Valencia-Finale kommen: neue Aerodynamikvorschriften, das Verbot von Ride-Height-Devices sowie ein Wechsel zu Pirelli-Reifen. Parallel zu diesem „Fast-alles-neu“-Übergang verändert sich auch der Fahrermarkt für 2027, wobei ein großer Teil des Starterfelds die Farben wechselt.

Laut Speedweek ist beim Valencia-Test am 1. Dezember zu erwarten, dass 16 der 22 Fahrer zu neuen Teams wechseln. Fünf etablierte Namen sollen das Fahrerlager verlassen: Binder, Vinales, Rins, Morbidelli und Miller. Vier Moto2-Absolventen sowie ein Superbike-Pilot (Bulega) steigen auf. Trotz des personellen Umbruchs wird zunächst beschrieben, dass die Hersteller und Teams selbst vorerst an Ort und Stelle bleiben: Die fünf Werksprojekte sind bis mindestens 2031 unterschrieben, Aprilia, Ducati, KTM, Honda und Yamaha sind allesamt bestätigt, weiterhin aktiv zu sein.

Auch bei der Sponsoring-Stabilität wird weitgehend Kontinuität erwartet, allerdings gibt es spürbare Verschiebungen bei Titelsponsoring und Hauptförderern. Der größte Schwung soll bei Aprilia liegen. Nachdem das Noale-Projekt von außen kommend sowohl in der Fahrer- als auch in der Herstellerwertung die Führung übernommen hat, will Monster Energy sich nun noch stärker einbringen. Speedweek berichtet, dass nach dem letzten Italien-GP eine Vereinbarung genehmigt wurde, die es Aprilia erstmals ab 2027 erlaubt, einen Titelsponsor zu tragen.

Yamahas Lage wird als weniger dramatisch, aber dennoch relevant beschrieben. Die Partnerschaft von Monster Energy soll über 2026 hinaus fortgesetzt werden; bestätigt hat das Yamahas Motorsportchef Paolo Pavesio in einem Interview mit SPEEDWEEK.com. Der Bericht ergänzt jedoch, dass sich der MotoGP-Sponsoringstatus bei Yamaha von einem Titelsponsor zu einem Hauptsponsor verschieben könnte – damit würde sich auch die Namensgebung entsprechend ändern. Die Konsequenz: Yamaha muss nicht nur sportlich auf dem Niveau liefern, sondern zusätzlich nach einem möglichen Titelsponsor suchen.

Ducati Corse gilt in Bezug auf die aktuelle kommerzielle Struktur als am stabilsten. Das IT-Unternehmen Lenovo soll weiterhin der Top-Sponsor bleiben, zudem wird erwartet, dass Monster Energy ebenfalls an Bord bleibt. Zu Gerüchten, Ducati könnte nach der Motocross-Partnerschaft mit Red Bull in den USA das MotoGP-Setup verändern, sagte Ducati-Sportdirektor Mauro Grassilli Speedweek: „Es ist sehr einfach – wir haben einen Vertrag, eine sehr positive Beziehung, und es ist zu 100 Prozent sicher, dass wir 2027 mit Monster antreten werden.“

Auch die KTM-Branding-Linie für 2027 wird geklärt. Was schon länger informell erwartet wurde, bestätigte sich beim Deutschen Grand Prix auf dem Sachsenring: Das Team startet unter dem Namen Red Bull KTM Factory Racing. Der Bericht verknüpft die neue 850-ccm-Kampagne mit dem Wechsel von Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio.

Bei Honda wird beschrieben, dass das Sponsoringbild mindestens bis 2027 mit Castrol weiterläuft. Speedweek hält fest, dass Castrol kein Titelsponsor ist; stattdessen wird Castrol als Hauptsponsor in der Namensgebung auftauchen – „Honda HRC Castrol“. Der Bericht erinnert außerdem daran, dass Repsol zuvor Hondas Titelsponsor für die Titelrechte war und 2024 nach einer 30-jährigen Laufzeit endete.

Neben Team- und Sponsorwechseln ordnet Speedweek den 2027er-Transfermarkt als verwirrend und ungleich ein – ohne eine einheitliche Strategie im gesamten Fahrerlager. Der genannte Grund: Die 850-ccm-Ära erforderte, dass Verträge zwischen MotoGP und den Herstellern für fünf Jahre bestätigt werden mussten, plus die rechtlichen Beziehungen zwischen Herstellern und Kundenteams. Die Verhandlungen wurden zusätzlich durch den Eigentümerwechsel erschwert: Liberty Media in den USA traf große Entscheidungen, und viele Absprachen – vor allem mit Fahrern – konnten erst greifen, sobald die „Business Basis“, also der MotoGP-Rahmen, feststand.

Aprilia wird erneut als Vorreiter bei frühen Entscheidungen hervorgehoben. Während die Fahrer sich auf den Sepang-Wintertest vorbereiteten, soll Noale schnell gehandelt haben, indem Marco Bezzecchi für weitere Jahre bestätigt wurde – „obwohl er offiziell die Grundlagen verpasst hat“. Damit wurde er effektiv aus dem Markt genommen, noch bevor die Saison überhaupt begonnen hatte. Speedweek verweist zudem auf die Kommunikationskampagne von Aprilia: Bezzecchi wird in einem einteiligen „Smoking“-Outfit zusammen mit einem weißen Vier-Zylinder-Konzeptbike mit „Flügel“-Optik gezeigt.

An anderer Stelle seien einige Schritte laut Bericht still gehalten worden, obwohl große Deals bereits vor Sepang fix waren. Genannt wird die Bestätigung von Fabio Quartararo als Hondas Werksfahrer, der am 21. Juli entsandt wird, sowie die bereits gesicherte Nachfolge von Jorge Martin bei Yamaha.

Als entscheidende Variable, die andere Entscheidungen verzögerte, wird Marc Marquez beschrieben. Speedweek erklärt: Hätte der Champion sich aus gesundheitlichen Gründen entschieden, seine Karriere zu beenden, bevor er sich für Ducati festlegte, hätte das Möglichkeiten für Fahrer wie Di Giannantonio, Alex Marquez und Fermin Aldeguer eröffnen können. Selbst ein Ducati-Vertrag für 2027 über nur ein Jahr hätte Auswirkungen auf den gesamten Markt gehabt.

Danach beschreibt der Bericht einen späten Schub bei den Ankündigungen: Zuerst Marc Marquez’ Entscheidung, für zwei weitere Jahre bei Ducati zu bleiben, gefolgt vom „Big Reveal“ beim Brno Grand Prix. Nach „MM93“ seien laut Speedweek auch Acosta und Pecco Bagnaia im Ducati/Aprilia-Kontext bestätigt worden: Bagnaia sei Ducati zugeordnet, Acosta Aprilia – in der beschriebenen Reihenfolge.

Eine weitere Wendung wird Gresini-Ducati zugeschrieben, das Berichten zufolge seine Pläne für 2027 sogar schon vorgestellt habe, bevor das KTM-Werks-Team seine Pläne präsentierte. Der Bericht sagt, Gresini sei bereits mit Joan Mir und dem Moto2-Fahrer Holgado in Verbindung gebracht worden, und er verweist auf die Neugier, Holgado statt Moto2-Dominator Manuel Gonzalez zu wählen.

Während sich der Markt weiter einpendelt, ergänzt Speedweek, dass mehrere Teams noch auf offizielle Bekanntgaben für ihre Fahrerpaare 2027 warten: Trackhouse-Aprilia, VR46-Ducati, Tech3-KTM und Pramac-Yamaha. Die einzige Ausnahme bei der Unsicherheit sei Tech3: Dort ist die finale Entscheidung zwischen Luca Marini, Senna Agius und Manuel Gonzalez noch nicht gefallen. Für den Rest seien die Namen demnach bekannt – die offene Frage sei nur, wie und wann sie kommuniziert werden.

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