CARLO PERNAT SAGT, BAGNAIAS PROBLEME SEIEN PSYCHOLOGISCH
16h ago·
Die aktuelle MotoGP-Saison von Francesco Bagnaia wird vielfach als seine härteste seit dem Aufstieg in die Spitzengruppe beschrieben. Nach der ersten Saisonhälfte liegt der Ducati-Werksfahrer auf Rang acht und ist damit nur der drittbeste Ducati-Pilot. Selbst das verletzungsbedingte Fehlen seines Teamkollegen Marc Marquez hat den Titelkampf nicht gebracht, den Bagnaia offenbar gebraucht hätte: Dem Bericht zufolge liegt der 2025er-Weltmeister 47 Punkte hinter der Spitze.
In einem Interview mit SPEEDWEEK.com argumentierte der langjährige MotoGP-Manager Carlo Pernat, dass der Einbruch nicht in erster Linie auf Technik oder Teamwechsel zurückzuführen sei. Pernat sieht vielmehr einen psychologischen Faktor im Zentrum von Bagnaia’s Problemen – und verweist dabei auf die Veränderung der Situation nach Ducatis Entscheidung, Marquez zu verpflichten.
Pernat ordnete Bagnaia auch in der Fahrerhierarchie ein. „In der MotoGP gibt es Fahrer, die echte Phänomene sind, und auf der anderen Seite die Champions“, erklärte er. Er nannte Marc Marquez, Pedro Acosta und Fabio Quartararo als die „Phänomene“ und ordnete Bagnaia den „Champions“ zu. Pernat betonte Bagnaia’s Qualitäten: „Er ist ein Champion, der drei Weltmeisterschaften gewonnen hat – eine in Moto2 und zwei in MotoGP. Man gewinnt nicht, wenn man kein Champion ist. Aber er ist kein Phänomen.“
Als Wendepunkt machte der Manager den Sommer 2024 aus, als Ducati die Verpflichtung von Marquez ins Werksteam bekannt gab. Pernat sagte: „Als Ducati entschieden hat, Marquez zu verpflichten, ist am nächsten Tag sein Kopf auf die falsche Spur gegangen. Ich glaube, dass Bagnaia aus psychologischer Sicht ein Problem hatte.“
Laut Pernat ist der Beleg dafür, dass Bagnaia sein Potenzial auch dann nicht abrufen konnte, als Marquez an seiner Seite war. Er räumte ein, dass Marquez seine Teamkollegen oft geschlagen hat, sagte aber, dass das „nicht auf diese Weise“ passiert sei. Pernat betonte zudem, dass sich die umgebende Struktur weitgehend nicht verändert habe: „Das Team ist dasselbe, mit dem er seine beiden Titel gewonnen hat, sein Crew-Chief ist derselbe, die Ingenieure sind dieselben, die Rennstrecken sind dieselben. Das Einzige, was sich geändert hat, ist Bagnaia’s Kopf.“
Sein Urteil fiel klar aus: „Aus all diesen Gründen ist meine Note für Bagnaia’s erste Saisonhälfte: gescheitert.“