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SYLVAIN GUINTOLI SAGT, JORGE MARTIN LIEFERT TROTZ DER FÜHRUNG IN DER MOTOGP-WM 2026 ZU WENIG AB

16h ago·

Zum Sommer-Stop der MotoGP-Saison 2026 befindet sich Jorge Martin in einer ungewöhnlichen Lage: Er führt zwar die Fahrerwertung an, doch Sylvain Guintoli hält seine bisherigen Ergebnisse für ein „unterdurchschnittliches“ Abschneiden im Vergleich zu dem, was er vom Aprilia-Star erwartet hatte. Martin ist bislang der konstanteste Fahrer im Feld. Der Spanier führte lange Zeit die Gesamtwertung an, übernahm dann auch bei Assen die Spitze, und liegt nach 11 Rennen mit 14 Punkten Vorsprung vor seinem Aprilia-Teamkollegen Ai Ogura vorn. Guintolis Kritik richtet sich jedoch auf die Lücke zwischen Martins aktueller Position und dem Maß an Dominanz, das er ihm zugetraut hätte.

Guintoli verwies darauf, dass Martin bisher nur einen Rennsieg geholt hat, während andere Fahrer bereits mehrere Siege auf dem Konto haben. Marco Bezzecchi und Marc Marquez haben jeweils drei Grand-Prix-Siege, konnten daraus aber keinen größeren Titelvorsprung machen, weil sie zwei Sonntagsrennen verpasst haben. In diesem Zusammenhang argumentierte Guintoli, Martin hätte eigentlich einen noch größeren Vorsprung aufbauen müssen.

Im Podcast „Gas It Out“ sagte Guintoli: „Jorge Martin, für mich, hat nicht so viel gemacht, wie ich wirklich gedacht habe, dass er es tun würde.“ Er ergänzte, dass seine Erwartungen in mehreren Bereichen höher gewesen seien: „Ich dachte, er würde mehr gewinnen. Ich dachte, er wäre an der Spitze von Bezzecchi. Ich dachte, er würde nicht so viel stürzen.“

Auch wenn Martin aktuell die WM anführt, erklärte der Franzose, warum der Begriff „unterachieving“ für seine Sicht trotzdem passt: „Wir reden nicht darüber, ob man gut oder schlecht fährt; wir reden über overachieving und underachieving“, so Guintoli. Anschließend führte er aus, warum Martin seiner Meinung nach trotzdem vorne bleiben konnte: „Ich habe wirklich das Gefühl, dass er zwar die WM anführt, aber er hatte Chancen, sie viel deutlicher anzuführen, weil er fit ist. Er ist in den Stürzen davon gekommen, ohne sich zu verletzen.“

Guintolis Aussagen hingen zudem damit zusammen, wie die Konkurrenz von eigenen Rückschlägen betroffen war. Er meinte insbesondere, dass Marquez seit Saisonbeginn im Hintertreffen sei: Er verwies auf die Probleme von Martins Teamkollegen auf der Strecke und auf die Folgen. „Marc Marquez ist seit Beginn des Jahres im Rückstand. [Martins] Teamkollege wirft es immer wieder auf die Strecke oder schlägt Marshals, bekommt Strafen – und dadurch gab es für ihn wirklich die Chance, das auszunutzen“, sagte Guintoli.

Martins Saison umfasst zwar Platzierungen unter den Crash-Topfahrern: Joan Mir führt die Liste mit 11 Ausfällen an, Martin ist Zweiter mit 10. Guintolis Punkt ist dabei jedoch nicht, dass Martin Stürze komplett vermeidet, sondern dass er die Verletzungen vermieden hat, die ihn mehr Zeit hätten kosten können.

Zum Abschluss zog Guintoli einen Vergleich zu Martins Titelkampagne 2024: Damals gewann Martin drei Grands Prix, während Francesco Bagnaia 11 Siege holte, dennoch sicherte sich Martin am Ende die WM. Da Marquez nun wieder voll im Titelkampf ist und Bezzecchi nach der Sommerpause zurückerwartet wird, deutete Guintoli an, dass die verbleibenden Rennen es für Martin schwerer machen könnten, die gleiche Kontrolle beizubehalten – vor allem, wenn er seinen WM-Vorsprung nicht in noch mehr Rennsiege umwandelt.

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